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Stimmungsvoll war die Preisverleihung der Isar-Loisach-Medaille im Barocksaal des Klostes Benediktbeuern.

„Mit solch einer Schönheit kann man die Welt ändern.“

Unermüdliches Engagement: Fünf Landkreisbürger bekommen Isar-Loisach-Medaille

Sie engagieren sich über das übliche Maß hinaus für die Gesellschaft  und handeln uneigennützig: Fünf Menschen aus dem Landkreis haben für ihren Einsatz die Isar-Loisach-Medaille erhalten.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Welch vielfältige Facetten das Ehrenamt haben kann, zeigt alljährlich die Verleihung der Isar-Loisach-Medaille. Der Landkreis ehrt damit Bürger, die sich über das übliche Maß hinaus für die Gesellschaft engagieren und uneigennützig handeln. Zur Auszeichnung am Freitagabend waren zahlreiche Gäste in den Barocksaal des Klosters Benediktbeuern gekommen.

Manches Ehrenamt, das Landrat Josef Niedermaier vorstellte, erstaunte, anderes fand allgemeine Bewunderung. Allen Preisträgern gemein war ihre Ausdauer über Jahre hinweg – vorbei an manchen Schwierigkeiten. Niedermaier überreichte Waltraud Bauhof aus Dietramszell, Alfred Barth aus Wolfratshausen, Roland Hammerschmied aus Geretsried, Sepp van Hüllen aus Gaißach und Dr. Peter Schweiger aus Icking jeweils eine Urkunde und Medaille.

Bauhof liegen wie berichtet seit Jahrzehnten die Senioren am Herzen. Für sie erkämpfte die Dietramszellerin einen eigenen Bau für eine Wohngemeinschaft. Barth setzt sich für Sport und Jugendliche ein. Der Wolfratshauser errang neue Einrichtungen. Hammerschmied schart unermüdlich Sänger um sich und umrahmt musikalisch große Veranstaltungen. Orgelfesttage mit hochanspruchsvollem Programm ermöglichte van Hüllen zehn Jahre lang in der Tölzer Stadtpfarrkirche. Schweiger rettete lokalgeschichtliche Dokumente vor der Zerstörung und baute ein Gemeindearchiv auf.

Die Preisträger (v. li.): Sepp van Hüllen, Roland Hammerschmied, Waltraud Bauhof, Dr. Peter Schweiger und Alfred Barth. Landrat Josef Niedermaier und Laudator Peter Demmelmair, Tölzer Stadtpfarrer, gratulierten.

Alle Preisträger bewiesen ihre Uneigennützigkeit am Freitag in Worten. Sie verwiesen stets auf die treuen Helfer an ihrer Seite oder im Hintergrund, sei es in einem Vereinsvorstand oder als Zupackende. Sie dankten ebenso ihren Ehepartnern, die sie so oft entbehren müssten, aber unermüdlich stützten.

Weil sie sich so für die Gesellschaft engagieren: Innenminister ehrt drei Bürger aus dem Tölzer Land

Der Tölzer StadtpfarrerPeter Demmelmair referierte als Laudator in ungewöhnlicher Weise über Schönheit und sprach offen über Schattenseiten des Ehrenamts. Schönheit sei mehr als Mode und Ästhetik, sagte Demmelmair. Sie berühre die Menschen und führe sie weiter. Das begegne ihnen in der Musik, in der Einsicht in Wissenschaften oder in der Ordnung im Kleinsten. „Unser Zusammenleben ist aber nicht immer schön“, so der Pfarrer. „Idealisten sind leicht der Lächerlichkeit preisgegeben und müssen Enttäuschungen erfahren.“ Gegen Frust im Ehrenamt helfe das ständige Krafttanken an diesem Guten und Schönen, jenseits vom Applaus der Öffentlichkeit. Demmelmair zitierte aus der Neuübersetzung von Fjodor Dostojewskis „Der Idiot“: „Mit solch einer Schönheit kann man die Welt ändern.“ Und das hätten die Geehrten geschafft.

Ausgezeichnete Unterhaltung bot die junge Jazz Combo „D.C. Alcodas“. Die fünf Musiker begeisterten die Gäste mit mitreißenden Rhythmen und professionellen Soli, sei es am Schlagzeug (Marius Hammerschmied), am Klavier (Hannes Wagner) oder am Kontrabass (Sebastian Baumgartner). Zweimal Hammerschmied an diesem Abend, Preisträger und Schlagzeuger: Das war kein Zufall, sie sind Vater und Sohn. Sophie Kolomyjczuk und Daniel Motan übernahmen den Gesang, wobei Kolomyjczuk zusätzlich Geige spielte und Motan mit seiner Darbietung des Klassikers „Puttin’ on the Ritz“ von 1929 überzeugte.

Birgit Botzenhart

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