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Die rot schraffierte Fläche zeigt die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets. 

Unterschriften im Rathaus in Benediktbeuern abgegeben

Lainbachwald: Zweiter Anlauf zum Bürgerbegehren

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Vertreter der „Bürgerinitiative Lainbachwald“ (BI) haben am Donnerstag im Benediktbeurer Rathaus Listen mit 377 Unterschriften abgegeben. Die Unterzeichner sind dagegen, dass zur Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets Teile des Lainbachwalds gerodet werden.

Benediktbeuern– Die Gemeinde hat jetzt vier Wochen Zeit, zu prüfen, ob formal alles korrekt ist und ein Bürgerentscheid zugelassen wird. Es ist der zweite Anlauf der BI, nachdem ein erster im November aus formalen Gründen gescheitert war (wir berichteten).

Es ist davon auszugehen, dass es zu einer Sondersitzung des Benediktbeurer Gemeinderats kommt, weil die nächste reguläre Sitzung erst am 21. März stattfinden wird. Wenn ein Bürgerbegehren zustandekommt, muss es laut Gemeindeordnung innerhalb von drei Monaten nach Feststellung der Zulässigkeit stattfinden.

Das Sammeln der Unterschriften sei ein „demokratischer Prozess“, kommentierte Bürgermeister Hans Kiefersauer die Abgabe. Sollte es zu einem Bürgerbegehren (Inhalt: gegen die Erweiterung des Gewerbegebiets an dieser Stelle)kommen, werde die Gemeinde ihm ein Ratsbegehren (für die Erweiterung des Gewerbegebiets an dieser Stelle) gegenüberstellen.

Dass die „Entscheidung in die Hände der Bürger gelegt wird“, ist nach den Worten von Johannes Schweiger auch das Ziel der BI. „In Benediktbeuern hat es noch nie ein Bürgerbegehren gegeben“, sagt Schweiger. Das Thema werde im Dorf nach wie vor sehr kontrovers diskutiert. Das erlebten die Unterschriftensammler auch am eigenen Leib. Laut Schweiger wurden sie vor dem Edeka-Markt von einer Person aus einem fahrenden Auto beschimpft, ein anderes Mal hing bei einem BI-Engagierten ein Beutel Hundekot an der Haustür, und einmal wurde jemand auf dem Anrufbeantworter anonym wüst beschimpft. Die BI-Mitglieder werden laut Schweiger nicht zur Polizei gehen, wollen die Vorfälle aber öffentlich machen. „Man kann ja konträrer Meinung sein, aber die gegenseitige Wertschätzung muss einfach gegeben sein“, fordert Schweiger.

Das Thema Lainbachwald und Rodung Ja oder Nein sei bei den Bürgern jedenfalls sehr präsent. „Wir haben bei den Sammlungen lebhaft diskutiert, auch mit den Kritikern.“ Schweiger findet das gut: „Das zeigt, dass man sich für sein Dorf interessiert.“

Sollte es zu einem Bürgerbegehren kommen, will die BI Aktionen starten, zu erklären, warum der Wald so wichtig ist, und warum ihrer Meinung nach der jetzt von der Gemeinde geplante 40 Meter breite Grünstreifen nicht ausreicht. „Von den 40 Metern werden 20 Meter für einen Forstweg des Wasserwirtschaftsamtes abgeholzt, der direkt am Lainbach entlang verlaufen wird“, sagt Schweiger. „Das heißt, es würde eine Schneise von 20 Metern zwischen dem geplanten Weg und dem neuen Gewerbegebiet erhalten bleiben.“ Beim „ersten starken Wind“, vermutet Schweiger, „sind diese Bäume dort gleich weg.“

Vorletzte Woche beschloss der Gemeinderat die Änderung des Flächennutzungsplans (wir berichteten). Die Unterlagen liegen mittlerweile im Landratsamt. Dieses Verfahren ruht, bis eine Entscheidung zum Bürgerbegehren gefallen ist.

Sollte das Bürgerbegehren abgelehnt werden, will die Gemeinde laut Bürgermeister Hans Kiefersauer noch vor Aufstellung des Bebauungsplans das geforderte Lärmschutzgutachten in Auftrag geben.

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