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Platz zum Innehalten: Das bietet die „wandernde Kirchenbank“ im Moos. 

Unterwegs in Benediktbeuern, Bichl und Kochel

Blaue Kirchenbank mitten im Grünen: Das verbirgt sich hinter diesem Projekt

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Das kleine Projekt der „wandernden Kirchenbank“ wird im Loisachtal gut angenommen – allerdings besser im Moos als an belebten Plätzen.

Benediktbeuern/Kochel am See/Bichl– Seit Mitte Mai taucht im Loisachtal eine knallblau gestrichene Kirchenbank an ganz unterschiedlichen Orten auf: Vor dem Café Lugauer in Benediktbeuern, am Maibaum in Bichl und am Schmied-von-Kochel-Denkmal. Dahinter verbirgt sich das Projekt von Anna Kibili. Die 23-Jährige studierte in Benediktbeuern Soziale Arbeit und Religionspädagogik und arbeitet noch bis Ende August in der Pfarrei Benediktbeuern im Gemeindeassistenz-Vorbereitungsdienst (wir berichteten). Die „wandernde Kirchenbank“ ist ein Projekt, „damit die Kirche auch mal zu den Menschen kommt“, erklärt die junge Frau. Die Bank soll Menschen einladen, sich niederzusetzen, zur Ruhe zu kommen und über ihren Glauben nachzudenken. Noch bis Ende Juni steht sie jede Woche an einem anderen Ort. Zudem befindet sich in einer Kiste ein kleines Buch, in das man seine Gedanken schreiben kann und Texte über den Glauben findet.

„Die Bank wird sehr gut angenommen, seit sie im Moos steht“, berichtet Kibili auf Nachfrage des Tölzer Kurier. Vergangene Woche stand sie am neuen Feldkreuz im Moos in Benediktbeuern. „Da kommen einfach viele Spaziergänger, Radlfahrer und Wanderer vorbei, die sich dann auch Zeit nehmen, sich hinzusetzen, innehalten und etwas ins Buch schreiben“, sagt Kibili. Besonders gefreut hat sie vor Kurzem der Eintrag eines Ehepaares, das an jenem Tag seinen 30. Hochzeitstag feierte und dies im Buch vermerkte. „Aber auch sonst äußern sich die Leute dankbar und schreiben schöne Gedanken“, sagt Kibili.

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Sie vermutet, dass die Bank an abgeschiedenen Orten mehr Muße bietet, sich Zeit zu nehmen. „Da trauen sich die Leute dann auch, sich hinzusetzen und über etwas nachzudenken“, ist Kibilis Eindruck. An öffentlichen Plätzen in den Gemeinden habe die Bank zwar Aufmerksamkeit erregt, „aber so richtig getraut haben sich dann nur die Wenigsten“. Trotzdem, so hat sie beobachtet, „war die Bank in den Dörfern ein guter Treffpunkt für einen Ratsch.“

Nach jedem „Umzug“ am Wochenende lädt Kibili montags zu einem kleinen Impuls-Treffen ein. „Obwohl es im Mai oft geregnet hat, sind immer Leute gekommen“, freut sie sich.

In dieser Woche steht die Bank am Kochelsee auf Höhe des Trimini-Parkplatzes. Zum Abschluss wird die Kirchenbank ab Montag, 17. Juni, an der Kapelle des Voglbauern in Bichl stehen. Wer zum Implus-Gedanken kommen möchte, ist um 19 Uhr herzlich willkommen.

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