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Übergabe des Inola-Handlungskonzepts (v. li.) Dr. Anne von Streit (LMU München), Landrat Wolfgang Rzehak (Miesbach), Landrätin Andrea Jochner-Weiß (Weilheim-Schongau), Dritter Landrat Klaus Koch (Bad Tölz-Wolfratshausen) und Elisabeth Freundl (Energiewende Oberland).

Forschungsprojekt Inola

Vier Landkreise im Oberland: Zur Energiewende ist es noch ein weiter Weg

Bis 2035 wollen vier Landkreise im Oberland ihre Energieversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt haben. Das Forschungsprojekt Inola hat ausgelotet, wie nachhaltige Energieversorgung aussehen könnte.

Benediktbeuern Die Kernergebnisse, die bei der Abschlusskonferenz im Allianzsaal des Klosters Benediktbeuern unter anderem Kommunalpolitikern vorgestellt wurden, sind ernüchternd: Die Energiewende sei weder in Politik noch Gesellschaft richtig verankert, heißt es in einem mehrseitigen Abschlusspapier.

Zwar könne das Oberland sein Energiewendeziel erreichen – auch dank seiner wirtschaftlichen Stärke. Allerdings sei dafür ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien ebenso notwendig wie eine verstärkte Einsparung von Energie.

Fünf Jahre hat das interdisziplinäre Projekt Inola (Innovationen für ein nachhaltiges Land- und Energiemanagement auf regionaler Ebene) die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Weilheim-Schongau (der Landkreis Garmisch-Partenkirchen trat erst 2017 der EWO bei) untersucht. Während die Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) München das staatlich geförderte Projekt wissenschaftlich leitete, war die Energiewende Oberland (EWO) laut EWO-Projektkoordinatorin Elisabeth Freundl als „Praxispartner“ involviert; ebenso die Stadtwerke Bad Tölz. Weitere Beteiligte waren unter anderem regionale Vertreter aus Politik, Land- und Forstwirtschaft oder von Vereinen.

Nach diesen fünf Jahren liegen laut Freundl nun fundierte Daten zum Thema Energie und Energiewende vor. Außerdem habe man durch die Forschungen nun eine Vergleichbarkeit der drei Landkreise erzielt.

Was noch zu tun ist: Martin Danner (li.) von der LMU München erläutert einem Besucher im Allianzsaal des Klosters Kloster Benediktbeuern eines der Informationsplakate.

Aber wie sehen nun die Handlungsempfehlungen für das Oberland konkret aus, um die Energiewende bis 2035 zu schaffen? Insgesamt listet das Abschlusspapier 29 Ratschläge auf; darunter etwa die Empfehlung an die Kommunen, die Vereine, Verbände und Bürger mehr mitzunehmen bei der Energiewende. Außerdem sollen die Gemeinden aktiv Standorte für Fotovoltaik-Freiflächenanlagen ausweisen. Ertragreiche Flächen für die Windkraftnutzung sollten frei gegeben werden. Dafür gelte es, den Regionalplan Teilfortschreibung Windkraft zu überarbeiten. Außerdem sollten die Anreize für Hauseigentümer, ihre Gebäude energetisch zu sanieren durch gezielte Förderung erhöht werden. Überhaupt sollte das Sanieren von Gebäuden dem Neubau vorgezogen werden.

Das gesamte Bündel dieser Handlungsempfehlungen wurde an diesem Abend den Landräten übergeben. Wie EWO-Mitarbeiterin Freundl erläuterte, allerdings nur symbolisch, denn: „Die Empfehlungen werden noch mit den Fachbeiräten der Landkreise besprochen, überarbeitet und dann erst verabschiedet.“ Ende Dezember werde dann das fertige Handlungskonzept übergeben.

Von Franziska Seliger

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