Messer-Mann ersticht Frau mitten auf der Straße - Täter auf der Flucht

Messer-Mann ersticht Frau mitten auf der Straße - Täter auf der Flucht
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Exhibitionist vor Gericht

Vor vier Frauen entblößt

Er hatte wiederholt vor Spaziergängerinnen blankgezogen,. Deshalb stand jetzt ein 22-jähriger Benediktbeurer vor dem Jugendgericht. Der Richter sprach ihn schuldig und drang darauf, dass der junge Mann eine bereits begonnene Therapie fortsetzt.

Benediktbeuern/Wolfratshausen Der junge Mann stand in der Nähe eines Schuppens. Die Spaziergängerin, die sich ihm näherte, konnte ihn nicht übersehen. Als sie etwa auf seiner Höhe war, bemerkte die Frau, dass der Mann mit der rechten Hand an seinem Geschlechtsteil rieb. „Ich habe nur gefragt: Kann es sein, dass Sie spinnen?“, gab sie später bei der Polizei zu Protokoll. Daraufhin habe der Unbekannte sein Glied „wieder eingepackt“ und sei weggegangen.

Der Vorfall, der sich am 15. Januar dieses Jahres ereignet hatte, war einer von drei Fällen, wegen derer sich nun ein Benediktbeurer verantworten musste. Das Gericht sprach den 22-Jährigen schuldig der Erregung öffentlichen Ärgernisses und exhibitionistischer Handlungen. Richter Urs Wäckerlin wies den Mann an, eine bereits begonnene therapeutische Behandlung mindestens drei Monate fortzusetzen.

„Er sieht ein, dass das nicht richtig war“, erklärte Verteidiger Uwe Paschertz im Namen seines Mandanten, der zu jener Zeit „mit seiner Sexualität noch nicht so vertraut“ gewesen sei. Mitte Juni 2016 war der damals 20-jährige Benediktbeurer zum ersten Mal auffällig geworden. Auf dem Moosrundweg hatte er mit dem Fahrrad zwei junge Frauen überholt, war ein Stück vorausgefahren, hatte an der Straße gewartet, bis die Frauen vorbeigingen, um sich dann zu entblößen. Wenige Tage später begegnete der junge Mann einer weiteren Frau auf die gleiche Weise. Als sie nicht auf sein Treiben am Wegesrand einging, sei er weitergefahren und habe ihr „noch einen schönen Sonntag gewünscht“, las der Richter aus dem Anzeigenprotokoll der Zeugin vor, die wie die anderen zwei nicht vor Gericht aussagen musste.

„Ich fühlte mich in keinster Weise belästigt oder gestört“, zitierte Wäckerlin eine der Frauen. Die Anzeige habe sie als Vorsichtsmaßnahme gesehen, damit nicht womöglich irgendwann mehr passiere. Um das zu verhindern, hatte der Angeklagte Maßnahmen ergriffen und sich in eine Therapie begeben.

Ein Gutachter, der über seine Erkenntnisse und Eindrücke unter Ausschluss der Öffentlichkeit berichtete, attestierte dem Beschuldigten, eine „erhebliche Verminderung der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit“.

Das ließ der Jugendrichter in seiner Urteilsbegründung durchblicken. Weil „keine Tendenz zur Steigerung“ erkennbar sei, halte er die Fortsetzung der begonnenen Therapie für ausreichend, so Wäckerlin. Dennoch musste sich der Angeklagte abschließend ernste Worte anhören. „So etwas geht nicht. Das ist ein Verhalten, das nicht toleriert wird“, sagte Wäckerlin und stellte unmissverständlich klar: „Das darf nicht mehr passieren.“

Rudi Stallein

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