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Auf ein Muh mit dem Minister : Marcel Huber informierte sich im Loisach-Kochelsee-Moor bei Benediktbeuern über das dortige Weideprojekt – gemeinsam mit Vize-Landrat Thomas Holz (hinten) und Landtags-Abgeordnetem Martin Bachhuber.

Loisach-Kochelsee-Moor

Bayerischer Umweltminister besucht Vorzeigeprojekt im Beurer Moor

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Umweltminister Marcel Huber stellt größere Förderung für Naturschutz vor und besichtigt ein Vorzeigeprojekt im Beurer Moor.

Benediktbeuern– Das Loisach-Kochelsee-Moor ist einzigartig in seiner Größe und Artenvielfalt. Um es zu erhalten, arbeiten Naturschutzbehörde und Grundstücksbesitzer – Landwirte – eng zusammen. Vertragsnaturschutz nennt sich das. Ein sperriges Wort. Um sich ein Bild davon zu machen, wie das vor Ort aussieht, kam Umweltminister Marcel Huber am Mittwochmittag nach Benediktbeuern. „Hier wird der Naturschutz in einer Dimension – noch dazu in Kooperation mit der Landwirtschaft – betrieben, dass ich mir das einfach anschauen musste“, sagte er in seinem Grußwort.

Das Moor verbinde Arten- und Klimaschutz miteinander. „Wichtig ist es, darüber aufzuklären, dass die Interessen von Naturschutz und Landwirtschaft verbunden werden können.“ Zehn Millionen Euro mehr – insgesamt 60 Millionen Euro – steckt die Landesregierung künftig pro Jahr in den Vertragsnaturschutz. Huber: „Wir wollen die vorhandenen Netzwerke und Strukturen stärken.“ Mit dem „Masterplan Moore“ werde ein dreifacher Gewinn erzielt: „Der Artenschutz, die Regulation von Wasser und der Naturschutz.“ Moore spielen beim Klimawandel eine entscheidende Rolle.

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Was wird in Benediktbeuern nun konkret gemacht? Zum einen werden die Wiesen sanft gemäht. Dafür hat Matthias Lautenbacher einen eigenen Balkenmäher, den er am Mittwoch zeigte. Gemäht wird auf einer Breite von 3,5 Metern. Der Vorteil: Es wird so hoch gemäht, und es entsteht keine Sogwirkung, dass Kleinlebewesen wie Insekten die Chance haben, das Mähen zu überleben. Auf einer anderen Fläche hat Franz Sindlhauser ein Weideprojekt gestartet. Der Landwirt hat 15 Kühe ins Moor geschickt. „Das Problem beim Mähen ist ja, dass alles einfach weg ist.“ Die Kühe hingegen fressen Stück für Stück das Gras. Er möchte testen, welche Rasse von Tieren für das Moor am besten geeignet ist. Die Kühe sind auch für die Wiesenbrüter, die im Vogelschutzgebiet vermehrt vorkommen, von Vorteil.

Die Leistung der Landwirte könne man hier nicht hoch genug honorieren, sagte Elisabeth Wölfl vom Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) am Kloster Benediktbeuern. Das ZUK kümmert sich um die Naturschutz-Arbeit im Loisach-Kochelsee-Moor. Die Landwirte würden eine auf den Torfboden angepasste Nutzung ausüben.

„Das Moor hat eine Bedeutung für ganz Mitteleuropa“, sagte Wölfl. In Bayern sei es eines der artenreichsten. Naturschutz und Landwirtschaft würden hier eine gute Symbiose eingehen. „Ohne die Landwirte wäre dieses Gebiet nicht zu erhalten.“

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