Argumentation der Bürgerinitiative

„Wald soll für nachfolgende Generationen erhalten bleiben“

So argumentiert die Bürgerinitiative für den Erhalt des Lainbachwalds – hier die Stellungnahme im Wortlaut:

„Der Lainbachwald ist ein naturnahes Mischwaldbiotop, das sich stark unterscheidet von einem Wirtschaftswald. Seine intakten, verschiedenen Stockwerke aus Baum-, Strauch-, Kraut- und Moosschichten bieten ein vielfältiges Nahrungsangebot, Versteckmöglichkeiten und gute Fortpflanzungsbedingungen.

Aus diesem Grund kommen nicht nur seltene Arten (z.B. verschiedene Fledermäuse, Gelbbauchunken, Erdkröten und Orchideen) vor, sondern es gibt ein sehr üppiges Gesamtangebot an Lebewesen. Einige der dort lebenden Arten unterliegen sehr hohem Schutz, ihre Lebensstätten und Wanderrouten dürfen nicht zerstört werden, so schreibt es die EU mit der FFH-Richtlinie vor.

Schonende Eingriffe zum Entfernen kranker oder alter Bäume schaffen den gesunden bessere Wachstumsbedingungen und junge Bäume wachsen nach.

Der Wald führt eine kostenlose Naturverjüngung durch und braucht keine zusätzliche Aufwertung. Er speichert das Regenwasser und lässt es nur langsam versickern, dabei wird es gereinigt und aufbereitet. Es fließt kaum Wasser an der Oberfläche ab. Das ist auch für den Hochwasserschutz wichtig.

Dieser Wald ist die letzte Verbindungsachse zwischen Loisach-Kochelsee-Moor und der Bergregion und muss für uns und nachfolgende Generationen erhalten bleiben. Wir sind dagegen, dass der Gemeinderat die Dorfentwicklung dahingehend vorantreiben will, ein letztes und wichtiges Stück Natur zu versiegeln, weil es der einfachste und schnellste Weg ist.

Stichwort Gewerbesteuer – zur Verdeutlichung: Die Benediktbeurer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erwirtschaften in ihren angestellten Arbeitsverhältnissen mit 2,4 Millionen Euro mehr als doppelt so viel Steuern für das Dorf als alle Gewerbetreibenden. Deren Anteil liegt derzeit bei 1,1 Millionen Euro (aktuelle Zahlen der Gemeinde).

Bereits jetzt ist bekannt, dass die Anzahl an Unternehmern, die sich für ein Grundstück am Lainbach bewerben, weitaus größer ist, als Grundstücke zur Verfügung gestellt werden können. Damit würde die Ansiedlung von Gewerbe in Benediktbeuern am Tag nach der Wahl enden, da laut Aussagen der Gemeinde keine weiteren alternativen Flächen hierfür vorhanden sind.

Mischgebiete können eine Option sein. Durch einen Bebauungsplan kann die Gemeinde festlegen, dass bestehende Gewerbe-Immobilien auch solche bleiben und nicht ,weggesiedelt‘ werden, wie es dargestellt wurde.

Betriebe innerhalb des Dorfes anzusiedeln, um zu einer lebendigen und intakten Dorfkultur beizutragen, sollte Aufgabe einer gestaltenden und verantwortlichen Kommunalpolitik sein. Es ist falsch, den Lainbachwald abzuholzen. Mensch, Tier und Pflanzen können nur profitieren, wenn man ihn lässt, wie er im Moment ist. Deswegen Ja zum Erhalt des Lainbachwaldes.“

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