Großes Interesse: Zahlreiche Besucher waren gekommen, um bei der Vernissage unter anderem dem Grußwort von Bezirkstagspräsident Josef Mederer (Foto links) zu lauschen.

Ausstellung über Carl Orff

„Welthits“ aus Benediktbeuern

Für Bezirkstagspräsident Josef Mederer sind sie ein „Welthit“: die „Carmina Burana“ von Carl Orff. Eine Ausstellung im Kloster Benediktbeuern lädt seit Sonntag dazu ein, das weltberühmte Chorwerk und seinen Komponisten besser kennenzulernen.

Benediktbeuern Wo sonst, wenn nicht hier? Hier, im Kloster Benediktbeuern, wo die gut 250 Lieder und Gedichte aus dem 12. und 13 Jahrhundert 1803 gefunden wurden, die der „Carmina Burana“ zugrunde liegen. Einen passenderen Ort gibt es sicher nicht, um dieses vielleicht meistgespielte Chorwerk der Welt und seinen Komponisten besser kennenzulernen, wie Mederer bei der Vernissage am Sonntagnachmittag in den Räumen der Fachberatung Heimatpflege des Bezirks Oberbayern sagte. „Und vielleicht entdecken Sie dabei ja etwas Neues“, lud Mederer die vielen Anwesenden ein, sich in dem Raum mit Plakaten, Vitrinen und Musikinstrumenten genauer umzusehen.

Eine Einladung, die die Besucher schon gut eine halbe Stunde vor der offiziellen Eröffnung nutzten. Sie flanierten entlang der Wände, an denen auf sechs großen Bannern unter anderem die Basis von Orffs „Carmina Burana“, nämlich die Sammlung europäischer Lieder und Gedichte, erklärt werden. Außerdem erläutern die Banner die Entdeckung dieser Texte im Kloster Benediktbeuern und beleuchten das Leben des bayerischen Komponisten Carl Orff sowie die Zeit, in der er lebte. Dabei reduziert die Schau Orffs Wirken und Können nicht nur auf die „Carmina Burana“ – obwohl sie das Herz derselben sind. Stattdessen kann man auf den mit Texten, Zitaten und Bildern gestalteten Bannern auch Interessantes über das Orff‘sche Schulwerk erfahren. „Denn beide Arbeiten haben am nachhaltigsten Orffs Ruhm begründet“, erläuterte Stefan König, der Kurator der Ausstellung. In seine Ausstellung hat er auch Xylofone und Tamburine integriert, die wie ein Mobile von der Decke baumeln.

Die Gäste probierten auch gerne etwas aus: Auf dem Foto rechts testet Christine Mürnseer aus Pfisterberg ein Xylofon.

Stefan König, den viele vor allem als Buchautor kennen, erklärte den Gästen, warum ausgerechnet er – weder Orff-Fan noch Orff-Experte, wie er freimütig zugab – diese Schau „mit großer Begeisterung“ kuratiert hat: „Orff war ein großes Genie, aber unheimlich hemdsärmelig. Und er blieb auf dem Boden.“ Das habe er im Laufe seiner Beschäftigung mit dem Thema gelernt. „Und das hat mich fasziniert.“

In der Ausstellung erwartet die Besucher unter anderem ein Faksimile der Partitur und eine Erstausgabe der Carmina aus dem Jahr 1847. Ergänzt werden die Schautafeln von verschiedenen Vitrinen, in denen unter anderem Künstler aus der Region ihre Werke zu diesem Thema ausstellen; unter anderem der Penzberger Karikaturist Egbert Greven. Ein Film rundet schließlich das Besuchserlebnis ab.

Franziska Seliger

Weitere Infos

Die Ausstellung ist bis zum 17. Dezember in der Fachberatung Heimatpflege (Meierhof) zu sehen. Geöffnet ist sonntags von 11 bis 16 Uhr sowie dienstags und samstags von 13 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. E-Mail-Kontakt: info@fachberatung-heimatpflege.de

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tanklaster stürzt Böschung hinunter: Fahrer verletzt in Klinik - B472 stundenlang gesperrt
Ein schwerer Unfall hat sich auf der B472 zwischen Waakirchen und Tölz ereignet: Ein Tanklaster mit Anhänger ist eine Böschung hinuntergestürzt. Die Straße ist …
Tanklaster stürzt Böschung hinunter: Fahrer verletzt in Klinik - B472 stundenlang gesperrt
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Dienstagabend
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Dienstagabend
Kreisverkehr-Petition hat 440 Unterstützer
Kreisverkehr-Petition hat 440 Unterstützer

Kommentare