Für Besucher derzeit geschlossen: Der Don-Bosco-Club in Benediktbeuern. Die Mitarbeiter bieten den Jugendlichen online Treffen an. 
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Für Besucher derzeit geschlossen: Der Don-Bosco-Club in Benediktbeuern. Die Mitarbeiter bieten den Jugendlichen online Treffen an. 

Team strukturiert im Lockdown die Arbeit neu

Don-Bosco-Club: Auszeit für Jugendliche

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Jugendarbeit ist derzeit ein schwieriges Pflaster. Seit Dezember hat auch der Don-Bosco-Club in Benediktbeuern wieder geschlossen. Die Betreuer versuchen auf anderen Wegen, den Kontakt zu Schülern und Jugendlichen im Loisachtal aufrechtzuerhalten.

Benediktbeuern/Schlehdorf - Derzeit gibt es jeden Freitag von 19 bis 22 Uhr ein Online-Treffen über die Plattform Zoom. Das ist weniger Angebot als im ersten Lockdown, aber: „Wir haben festgestellt, dass die Jugendlichen durch das ganze Homeschooling müde sind, auch noch mehrere Online-Angebote von uns anzunehmen“, sagt Club-Leiterin Luise Klingebiel. Deshalb habe sich ein Abend pro Woche als sinnvoll herauskristallisiert. Man mache zusammen Spiele oder ratsche einfach nur. „Wir sind natürlich auch offen für Ideen von den Teilnehmern“, sagt Klingebiel. Die Teilnehmerzahl sei unterschiedlich hoch: „Mal sind es mehr, mal weniger.“ Das Angebot gelte aber immer, selbst wenn sich nur einer anmelde. „Auch da hatten wir schon sehr nette Gespräche.“

Luise Klingebiel, Leiterin des Don-Bosco-Clubs

Die drei Mitarbeiter – für sie wurde Kurzarbeit beantragt – strukturieren ihre Arbeit derzeit um, um da zu helfen, wo sie gebraucht werden, etwa in der Notbetreuung der Benediktbeurer Schule. „Es gibt derzeit keine geregelten Pausen so wie sonst“, sagt Klingebiel. „Auch für die Lehrer ist alles anders, sie müssen mit verschiedenen Video-Konferenzen jonglieren.“

Streetworker Marcus Kolm zum Beispiel kommt zweimal in der Woche vorbei, um „Pause“ zu machen, sucht mit den Schülern das Gespräch, läuft mit ihnen eine Runde übers Areal oder macht ein Spiel, alles abgestimmt mit den Hygieneauflagen. „Er bietet so etwas wie seelischen Beistand. Das kommt gut an“, sagt Klingebiel.

Ein Schwerpunkt ist derzeit die Einzelfallarbeit. Wer ein Anliegen hat, kann sich jederzeit melden: Die Betreuer sind über WhatsApp, Snapchat, Instagram, Facebook, per SMS und auch telefonisch zu erreichen. „Treffen mit einer Person sind ja möglich“, sagt Klingebiel. Man verabrede sich zum Beispiel draußen, um gemeinsam spazieren zu gehen und dabei zu sprechen. Möglich sei auch, mit den Jugendlichen allein eine Runde Kicker oder Billard zu spielen.

Die Probleme der Jugendlichen seien vielfältig. Zum einen gebe es häufig großen Druck durch die Schule. „Manche kommen damit zurecht, andere nicht“, sagt Klingebiel. „Wenn man was nicht verstanden hat, kann man ja nicht einfach mal seinen Sitznachbarn fragen.“ Viele fänden es schwierig, lange alleine vor dem PC zu sitzen und Aufgaben zu haben. „Und zur Entlastung kann man ja keine Freunde treffen.“ Hinzu kämen dann noch Konflikte mit den Eltern. „Das ist für alle nicht leicht.“ Bei einem Club-Mitarbeiter mal Dampf abzulassen, sei für viele wichtig.

Das Club-Team bereitet derzeit ein dreiteiliges Online-Seminar vor, das es an den Schulen in Benediktbeuern und Schlehdorf durchführen will. Es geht um den Umgang mit Social Media. „Wir wollen mit den Schülern über Datenschutz, Straftaten und Fake News sprechen.“ Die Schüler sollen unter die Lupe nehmen, welche Apps sie nutzen und was sie alles posten. „Sollte dann wieder Präsenzunterricht möglich sein, machen wir es in der Schule“, sagt Klingebiel.

Das Club-Team hofft, dass es in absehbarer Zeit wieder mit der gewohnten Arbeit vor Ort weitermachen kann. „Bis dahin sind wir halt auf anderem Weg für die Schüler und Jugendlichen da“, sagt die Leiterin. „Wir freuen uns über jeden, der sich meldet.“

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