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Wer wird Bürgermeister von Benediktbeuern? Diese Frage entscheidet sich am 30. Juni. Der Wahlkampf wird auch über die sozialen Medien ausgetragen.

Entscheidung am 30. Juni

Wer wird Bürgermeister von Benediktbeuern? Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf

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Drei Bewerber wollen die Nachfolge des verstorbenen Benediktbeurer Bürgermeisters Hans Kiefersauer antreten. Auf Stimmenfang gehen sie unter anderem auf Facebook.

Benediktbeuern – Toni Ortlieb schreitet durch den Kreuzgang des Klosters Benediktbeuern. Zu einer dunklen Hose trägt er ein hellblaues Hemd. Er ist nur von hinten zu sehen. Im Hintergrund erklingt sanfte Musik. „Ich stelle mich gerne der politischen Verantwortung, damit das Gute, das wir bislang erreicht haben, auch fortgeführt wird“, ist seine Stimme zu vernehmen. Ein paar Szenen weiter schwirren Bienen durch die Luft, die Sonne scheint, der Himmel ist blau. „Benediktbeuern, das ist meine Herzensangelegenheit“, sagt Ortlieb, der inzwischen von einem Imkerschleier geschützt eine Wabe begutachtet. Das dreiminütige Video zur Kandidatur Ortliebs um das Bürgermeisteramt beweist: Der Wahlkampf in Benediktbeuern ist in vollem Gange – beim einen mehr, beim anderen weniger.

Nach dem plötzlichen Tod von Hans Kiefersauer sind am Sonntag, 30. Juni, die Bürger dazu aufgerufen, einen neuen Rathauschef zu wählen. Neben Toni Ortlieb von der Benediktbeurer Bürgervereinigung bewerben sich bekanntlich auch Hanns-Frank Seller (CSU) und Rudi Mühlhans (Freie Bürgerliste miteinander) um das Amt des Rathauschefs. Im Ziel vereint, verfolgen die Kandidaten ganz andere Wege, um dorthin zu gelangen.

Bürgermeister-Kandidaten in Benediktbeuern präsentieren sich auf Facebook

„Um den Wahlkampf geht es nicht“, findet Rudi Mühlhans. Viel wichtiger sei es, wofür man stehe und was man tue – und zwar nicht nur in den paar Wochen vor der Wahl, sondern schon davor, im täglichen Leben. Trotzdem sei es natürlich wichtig, sich zu positionieren. Deshalb wird Mühlhans an zwei Samstagen (22. und 29. Juni) von 8 bis 12 Uhr im Edeka März stehen und versuchen, die Bürger von sich zu überzeugen. „Ich freue mich aber natürlich, schon vorher viele Gespräche zustande kommen.“ Zum Beispiel am Freitag, 7. Juni, im Gasthof Herzogstand. Unter der Überschrift „Zukunft Heimat – gestern, heute, morgen“ sind alle Bürger eingeladen, um ab 19.30 Uhr mit Mühlhans zu diskutieren. Mit dabei sind Josef „Bodo“ Kloiber und Martin Regnat, die für die musikalische Umrahmung sorgen. Außerdem gibt es einige Geschichten aus der Vergangenheit Benediktbeuerns.

Zum Schluss des Wahlkampfs suchen Bürgermeister-Kandidaten in Benediktbeuern das Gespräch auf dem Marktplatz

Auch Hans-Frank Seller setzt auf den persönlichen Kontakt. Im Café Lugauer stellt er am Donnerstag, 23. Mai, ab 19.30 Uhr sein Programm vor. Ein Frühschoppen steht am Sonntag, 16. Juni, in seinem engen Terminkalender: Mit den Bürgermeistern der Nachbargemeinden will der derzeit amtierende Rathauschef über Probleme in der Gemeinde sprechen. „Die Veranstaltung ist aber für die Öffentlichkeit zugänglich“, betont Seller. Los geht es voraussichtlich um 10 Uhr im Gasthof Herzogstand.

Doch auch in den sozialen Medien geht der Kommunalpolitiker auf Stimmenfang. Auf seiner Facebook-Seite etwa veröffentlicht er regelmäßig Statements von Bürgern, die erklären, warum sie ihn wählen werden. „Frank wird ein Bürgermeister sein mit Herz und Verstand, der die Weichen für eine gute Gemeindeentwicklung stellt und für die Anliegen seiner Bürger gerechte und ehrliche Lösungen findet“, heißt es da zum Beispiel.

Auch Toni Ortlieb hat sein Video bei Facebook geteilt – „damit sich auch die jungen Wähler ein Bild von mir machen können“. In der Kürze der Zeit sei es nicht möglich, alle Bürger auf dem persönlichen Weg zu erreichen. Wie die beiden anderen Bewerber auch steht Ortlieb unter einem enormen Zeitdruck: Jobs, Familie, Ehrenämter und Wahlkampf unter einen Hut zu bekommen, sei eine große Herausforderung. „Der Jahresurlaub ist abgesagt“, sagt Ortlieb und lacht. Stattdessen wird der dreifache Familienvater unter anderem voraussichtlich am Abend des 29. Mai mit seinen Mitstreitern auf dem Dorfplatz stehen und das persönliche Gespräch mit den Passanten suchen. Geplant ist auch ein Ideenworkshop, unter anderem über die Zukunft der Alten Apotheke am Samstag, 1. Juni. Noch sei aber nichts spruchreif.

Podiumsdiskussion

Alle drei Kandidaten stellen sich zudem am Donnerstag, 6. Juni, um 19.30 Uhr im Allianzsaal des Klosters bei der Podiumsdiskussion des Tölzer Kurier den Fragen der Bürger. Die Moderation übernimmt  Redaktionsleiterin Veronika Ahn-Tauchnitz. 

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