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„Eine Tradition, die sich in alten Zeiten bewährte“: Sepp Haslinger (77) schwört nach wie vor auf die Aussagekraft der Königskerze. 

Königskerze heuer ungewöhnlich lang

Winter-Wetter 2019/20: Kult-Orakel wagt Schnee-Vorhersage - mit uralter Methode

An Kult-Orakel Sepp Haslinger und seinen Winterprognosen scheiden sich die Geister. Hier lesen sie, was er für das Winter-Wetter 2019/20 voraussagt. 

Benediktbeuern – Ob man ihn nun bespöttelt oder ihm Glauben schenkt: Die alljährlichen Schneeprognosen von Sepp Haslinger anhand der Königskerze genießen eine Art Kultstatus. Heuer prophezeit der Benediktbeurer einen schneearmen Winter und grüne Weihnachten.

Kompliziert ist die Prozedur, die Haslinger nach eigenen Angaben von seinen Großeltern erlernt hat, nicht. „Man unterteilt die Kerze grob in fünf Teile, den Wintermonaten entsprechend“, erläutert er. „Am unteren Ende beginnt der Spätherbst, ganz oben der Frühling, und in der Mitte liegt die Wintersonnenwende. Dort, wo die Königskerze kräftiger blüht, gibt es mehr Schnee.“

Das Aussehen der Königskerze spricht laut Sepp Haslinger eine eindeutige Sprache 

Das Aussehen der Kleinblütigen Königskerze in diesem August spricht laut Haslinger eine eindeutige Sprache. „Es ist faszinierend, dass die Kerzen überall gleich wachsen und die gleiche Blütenmenge haben“, sagt er. Auffallend sei außerdem, dass die Pflanzen heuer ungewöhnlich lang seien – in Haslingers Garten bis zu drei Meter.

Video: Die Wetter-Vorhersage bis zum Wochenende

Schneeprognose von Sepp Haslinger anhand der Königskerze: Insgesamt wird‘s eher mau

Was der ehemalige Hüttenwirt daran abliest, wird die Skifahrer enttäuschen. Im November werde zwar ein wenig Schnee fallen, danach aber herrsche Flaute. „An Weihnachten kann es schon ein bisschen anweißeln, aber keine große Menge“, sagt Haslinger. Ende Februar und Anfang März bestehe dann wieder Hoffnung für die Wintersportler.

Sepp Haslinger mit seiner Winterprognose: Klare Ansage an Kritiker

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Dabei stellt Haslinger in Richtung seiner Kritiker klar: „Auch in den Zeiten, in denen ich keinen Schnee prophezeie, kann es natürlich sein, dass der Schnee liegen bleibt. Nur neu wird es nicht mehr draufschneien.“ Denn die Königskerze sage nichts über die zu erwartenden Temperaturen aus, die fürs Liegenbleiben des Schnees ausschlaggebend seien.

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Dass seine Methode teils als Unsinn abgetan wird, ficht den 77-Jährigen nicht an. „Von Meteorologen werde ich nicht ernstgenommen“, sagt er. „Aber ich versuche auch nicht, ihnen etwas Neues zu erklären, sondern greife lediglich auf alte Traditionen zurück, die sich in Zeiten ohne technische Geräten bewährten.“

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Das sei etwa vor Jahrhunderten bei Nonnen der Fall gewesen, die die Blüten der Königskerze wegen ihrer wohltuenden Wirkung nutzten, um im Winter Tee zu machen. Die Erfahrung habe seinerzeit gezeigt: War der Winter lang und schneereich, standen auch reichlich Blüten zum Teekochen zur Verfügung. Hatte wenig geblüht, war der Winter kurz, und es wurde entsprechend wenig Tee benötigt. Daraus habe man auf einen Zusammenhang zwischen Blüten- und Schneemenge geschlossen.

Theresa Pfund

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