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Wetter-Orakel aus Benediktbeuern: Wetterprophet Sepp Haslinger gibt düstere Schnee-Prognose

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Es ist wieder soweit: Sepp Haslinger nimmt die Wetterkerze unter die Lupe – und die verheißt nichts Gutes.
Es ist wieder soweit: Sepp Haslinger nimmt die Wetterkerze unter die Lupe – und die verheißt nichts Gutes. © PRÖHL

Ob der Winter dieses Jahr Schnee bringen wird, darauf weiß Wetterprophet Sepp Haslinger (79) aus Benediktbeuern schon eine Antwort.

Benediktbeuern - Dabei setzt Sepp Haslinger auf eine altbewährte Methode. Anhand des Blütenstands der Königskerze kann das Kult-Orakel aus Benediktbeuern erkennen, wie viel Schnee der kommende Winter bringt. Der ehemalige Hüttenwirt ist seit vielen Jahren für seine Wetterprognosen auch über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Die diesjährige Vorhersage fällt eher düster aus: „Es wird ein magerer Winter“, lautet sein Resümee. Viel Schnee sei heuer zum Leidwesen der Skifahrer nicht zu erwarten. Stattdessen müsse man sich auf wechselhaftes „Sauwetter“ einstellen, so Haslinger.

Wetterkerzen-Orakel: Sepp Haslinger gibt Schnee-Prognose

Für seine Wetterprognose schaut sich Haslinger den Blütenstand der Königskerze genauer an. Dafür wird die Hauptähre der Länge nach in fünf oder sechs gleich große Abschnitte unterteilt, wobei jedes Teilstück einen Wintermonat symbolisiert. Dabei weisen die Stellen, an denen die Pflanze noch blüht, laut dem Kult-Orakel auf schneereiche Tage hin. Diese sind heuer jedoch rar gesät.

Denn: Nahezu alle Blüten sind bereits verblüht und dunkel verfärbt. Bei diesem „eindeutigen Bild“ sei mit der weißen Pracht diesen Winter eher nicht zu rechnen. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass zwischendurch für ein paar Tage Schnee falle, so der Wetterprophet. Am wahrscheinlichsten sei dies im Februar. Außerdem befinden sich noch einige geschlossene Knospen an der von ihm betrachteten Königskerze. „Wenn die bis Ende August noch aufblühen, müsste ich meine Vorhersage ein wenig korrigieren“, so der 79-Jährige.

Prognose um Maria Himmelfahrt

Grundsätzlich erfolge die Betrachtung der Wetterkerze nicht vor Mitte bis Ende August. Meistens gibt der Benediktbeurer seine Prognose um Maria Himmelfahrt herum ab. Die zu diesem Anlass gebundenen Kräuterbuschen enthalten nach altem Brauch auch den Wetteranzeiger.

Haslinger selbst ist von der alten Tradition, die ihn schon seit seiner Kindheit begleitet, allen Zweiflern zum Trotz überzeugt. Allerdings geht es ihm nicht vorrangig um die Richtigkeit seiner Vorhersagen. „Mir ist es wichtig, dass diese Art von Naturerkenntnis erhalten bleibt.“

Der Ursprung des überlieferten Wissens liegt laut Haslinger Jahrhunderte zurück. Früher wurden die Blüten der Königskerze in den Klöstern dazu genutzt, um im Winter heilende Tees herzustellen. Bald stellten die Mönche und Nonnen einen Zusammenhang zwischen dem Blütenbesatz der Königskerze und der Schneemenge fest. Denn in schneearmen Jahren standen entsprechend weniger Blütenknospen zum Teekochen zur Verfügung. (Franziska Selter)

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