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Flickwerk: Viele Menschen auf Haiti haben nur eine notdürftige Unterkunft.

Soziales Engagement in Haiti

„Wir sind für diese Hilfe sehr dankbar“

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Benediktbeuern/Bichl – Wegen schlimmer Naturkatastrophen steht das kleine Land Haiti immer wieder in den Schlagzeilen. Seit vielen Jahren gibt es Spendenaktionen aus Benediktbeuern und Bichl für die örtliche Bevölkerung in dem armen Inselstaat. Mit dem Geld konnte schon viel geholfen werden.

830 Euro sind Anfang Dezember beim Adventssingen in der Benediktbeurer Marienkirche als Spenden gesammelt worden. Das Geld wird an die Don-Bosco-Schwestern auf Haiti überwiesen. Seit einigen Jahren unterstützt die Pfarrgemeinschaft dort Schulen der Schwestern. Auch der Erlös des jährlichen Fastenessens im Pfarrhof kommt diesen Schulpatenschaften zugute.

Die Koordination läuft über die Missionsstelle der Don-Bosco-Schwestern in Essen. Die Bichler Pfarrgemeinderätin Bernadette Oppel unterhält derzeit den Kontakt zu Sr. Birgit Baier, die auch schon mal in Benediktbeuern zu Besuch war. „Wir sind für diese Hilfe aus dem Raum Benediktbeuern sehr dankbar“, berichtet Sr. Birgit im Telefongespräch mit unserer Zeitung.

Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt. Anfang Oktober letzten Jahres fegte Hurrikan Matthew über die Insel, im Januar 2010 gab es ein schlimmes Erdbeben mit fast 300 000 Toten. Beide Naturkatastrophen machen den Menschen dort noch immer zu schaffen, berichtet die Ordensfrau. „Der Hurrikan hat weite Teile der Ernte zerstört“, sagt sie. „Am schlimmsten ist es im Süden. Da steht kein Baum mehr, und es gibt keine Spur mehr vom bebauten Ackerland.“

In einigen Ortschaften wurden bis zu 70 Prozent der Häuser zerstört. Auch Schulen sind natürlich betroffen. Die Spendengelder aus dem Loisachtal werden zurzeit vor allem dort eingesetzt. „In einer Schule stand das Wasser 1,5 Meter hoch“, berichtet Sr. Birgit. Bücher und Unterrichtsmaterialien wurden vernichtet. In den vergangenen Wochen habe man dank der Spenden das Dach des Schulhauses sanieren können. Weitere Gelder wurden für Tafeln, Stühle und Bücher ausgegeben. „Das große Ziel ist, auf dem Dach noch eine Solaranlage errichten zu können“, berichtet Sr. Birgit, die in engem Kontakt mit ihren Ordensschwestern auf Haiti steht.

Die Don-Bosco-Schwestern unterhalten 15 Einrichtungen auf Haiti und haben 90 Ordensfrauen. Sie betreiben Schulen und Kindergärten sowie Jugend- und Ausbildungszentren. Die Schwestern auf Haiti sind „ein junger Orden“, das heißt, etwa 20 Frauen sind zwischen 25 und 40 Jahre alt, zudem gibt es sechs Novizinnen.

Landvolk-Bewegung hilft auch mit

Hilfe für Haiti kommt auch von anderer Stelle. Die Benediktbeurerin Anne Maier ist seit 25 Jahren bei der „Haiti Kinderhilfe“ engagiert, zurzeit ist sie ehrenamtlich für die Internetseite verantwortlich. Maier organisiert seit vielen Jahren einmal in der Woche Tanzabende in der Katholischen Stiftungsfachhochschule in Benediktbeuern. Der Erlös wird komplett an die „Haiti-Kinderhilfe“ gespendet.

Der Verein kümmert sich, wie der Namen schon sagt, um die Lebensbedingungen von Kindern, unter anderem in drei Heimen mit rund 800 Mädchen und Buben. Die „Haiti-Kinderhilfe“ trägt Sorge für Schulausbildung und Finanzierung der Lehrer.

Ähnlich wie die Don-Bosco-Schwestern, berichten auch die Helfer dieses Vereins von schlimmen Verwüstungen durch Hurrikan Matthew. Derzeit ist man unter anderem damit beschäftigt, zerstörte Häuser von den Familien der Kinder wieder instandzusetzen.

Unterstützung erhält die „Haiti-Kinderhilfe“ seit vielen Jahren auch von der Katholischen Landvolkbewegung, die einmal im Monat einen Gottesdienst im Kloster Benediktbeuern feiert. Auch der Frauenbund Benediktbeuern spendet regelmäßig.

Anne Maier versucht, so gut wie möglich anzupacken. Als der Verein nach dem Wirbelsturm im Herbst nun einen Container mit Hilfsmaterial zur Verfügung stellte, konnten die Loisachtaler diesen „ausstopfen“, sprich: „Wir haben Handtücher und Bettwäsche gesammelt, um die Sache im Container einzupacken“, erklärt Maier. In der Fracht befand sich unter anderem eine gespendete Schuster-Werkstatt. „Das alles ist wertvolle Hilfe“, sagt Maier.

Weitere Infos

Wer auch einen Beitrag leisten will, kann sich bei der Haiti-Kinderhilfe im Internet www.haitikinderhilfe.de informieren. Spendenkonto: Haiti Kinder Hilfe, IBAN DE62 7009 0500 0001 0221 80 (Sparda Bank München). Über die Arbeit der Don-Bosco-Schwestern kann man sich auf der Internetseite www.donboscoschwestern.net informieren. Spendenkonto: Missionsprokur FMA; IBAN: DE12 3702 0500 0001 0739 00 (Bank für Sozialwirtschaft; Stichwort: Haiti). Informationen zum Projekt gibt es auch auf www.pfarrei-benediktbeuern.de (Bereich „Gruppen und Angebote“).

Im Eine-Welt-Laden in Bad Tölz kann man noch einen Kalender der „Haiti Kinderhilfe“ für 2017 kaufen (10 Euro). Er zeigt, wo überall geholfen wird.

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