Zwei Kraniche in den Loisach-Kochelseemooren: Diese seltenen Aufnahmen hat Angela von Drachenfels in der Nähe von Sindelsdorf gemacht.
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Zwei Kraniche in den Loisach-Kochelseemooren: Diese seltenen Aufnahmen hat Angela von Drachenfels in der Nähe von Sindelsdorf gemacht.

Vogelbeobachtung 

Seltener Besuch im Moor: Zwei Kraniche gesichtet

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Eine extrem seltene Vogelbeobachtung haben Angela und Ernst-Otto von Drachenfels in den Loisach-Kochelseemooren gemacht. Dort hielten sich kürzlich zwei Kraniche auf.

Benediktbeuern/Sindelsdorf – Bei einer Radtour auf der anderen Seite des Naturschutzgebietes am Sindelsbach wurde das Ehepaar aus Penzberg auf zwei Vögel aufmerksam. Sie dachten sich zuerst, es handle sich um Graureiher. „Als wir dann aber etwas näher hin gegangen sind, haben wir schnell gemerkt, dass die Vögle viel zu groß für Graureiher sind. Wir waren völlig verblüfft zu sehen, dass es Kraniche sind“, berichtet Angela von Drachenfels.

„Wir waren völlig verblüfft“ 

Und sie hatte gleich doppeltes Glück. Denn: Für zwei Schnappschüsse, unter anderem einer Nahaufnahme, hat die Zeit noch gereicht, bis die Zugvögel die Naturfotografin und ihren Mann entdeckt haben, und schnell weggeflogen sind.

Zwei Kraniche in den Loisach-Kochelseemooren: Diese seltenen Aufnahmen hat Angela von Drachenfels in der Nähe von Sindelsdorf gemacht.

Pater Karl Geißinger, Leiter des Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) sagt: „Das ist wirklich etwas sehr Seltenes und Besonderes. Kraniche halten sich normal um diese Jahreszeit hier nicht auf.“ Im Sommer seien die Vögel eher in Polen oder Mecklenburg-Vorpommern in großen Sümpfen anzutreffen. Aber auch dort seien Fotoaufnahmen wie diese sehr unüblich. Geißinger erklärt: „Kraniche sind sehr scheue Vögel, dass ein Mensch so nah an die Tiere kommt, ist wirklich außergewöhnlich.“

Außergewöhnliche nahe Aufnahme von sehr scheuen Vögeln 

Bisher hat Pater Geißinger Kraniche nur im Frühjahr oder Herbst in der Umgebung gesehen. „Aber meist sind sie nur über die Moore geflogen. Da werden sie gerade auf der Reise in ihr Sommer- oder Winterdomizil gewesen sein“. Den Winter würden Kraniche in Südeuropa oder Afrika verbringen. Ein Grund für den außergewöhnlichen Aufenthalt könnte laut Geißinger nicht zu letzt auch der voranschreitende Klimawandel sein. „Wenn sich durch klimatische Bedingungen der Lebensraum für die Kraniche nicht mehr eignet, gehen sie auf Wanderung und suchen einen neuen Platz.“ Die hiesigen Moore seien prinzipiell für die Vögel geeignet, um eine Pause einzulegen. „Manche Vögel wandern in Etappen. Es wäre möglich, dass sie hier Rast machen. Verwunderlich bleibt aber, das aktuell keine Zugzeit ist“, sagt Pater Geißinger.  

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