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Die Spitze des Trägerverbunds des Zentrums für Umwelt und Kultur (v. li.): Franz Steger (Schriftsführer), Wolfgang Schröder (stellvertretender Vorsitzender), Pfarrer P. Heiner Heim (Vorsitzender), Lutz Spandau (Schatzmeister) und Pater Reinhard Gesing (Direktor des Klosters Benediktbeuern).

Hauptversammlung des Trägerverbunds

ZUK Benediktbeuern fürchtet Konkurrenz aus Nantesbuch

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Was plant die Stiftung Nantesbuch? Im ZUK hat man Sorge, dass nun für Umwelt-und Kultur-Veranstaltungen in der Region ein Kampf um die Gäste beginnt. Das wurde bei der Jahresversammlung des Trägerverbunds deutlich.

Benediktbeuern – Wenn heuer im Sommer die Stiftung Nantesbuch von Susanne Klatten ihren Betrieb aufnimmt, werden die Verantwortlichen des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK) mit Sorgen nach Bad Heilbrunn blicken. Denn dass das ZUK die neue Einrichtung dort fürchtet, wird nicht nur seit Längerem gemunkelt, sondern kam bei der Jahresversammlung des Trägerverbunds in Benediktbeuern ganz klar zum Ausdruck.

„Ja, wir sind unruhig“, sagte ZUK-Rektor Pater Karl Geißinger ungewohnt deutlich zur möglichen Konkurrenzsituation mit der Stiftung. Was den Benediktbeurern am meisten missfällt, ist der Umstand, dass sie keine Details über das Konzept der neuen Stiftung erfahren. „Auf Nantesbuch möchte man im Vorfeld keine Kooperationen eingehen“, sagte Geißinger. Das sei eine schwierige Situation für das ZUK – es wird befürchtet, dass man sich gegenseitig die Gäste fürs Bildungsprogramm mit Schwerpunkt Natur und Kultur wegnimmt.

Den jüngsten Bericht im Tölzer Kurier über ein kostenloses Natur-Angebot für Heilbrunner Kindergarten-Kinder hat man im ZUK mit Sorgenfalten auf der Stirn gelesen. „Wir können es nunmal nicht anbieten, die Kinder kostenlos abzuholen und auch wieder heimzufahren“, sagte der Pater mit Blick auf das finanzielle Engagement von Unternehmerin Susanne Klatten (BMW).

Ins gleiche Horn stieß Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung und Schatzmeister des ZUK-Trägerverbunds, als er den Haushalt vorstellte. Dieser ist zwar wieder ausgeglichen, „doch die Konkurrenz ist groß“, sagte auch Spandau mit Blick auf Nantesbuch. Hinter dem ZUK stehe kein großer Finanzinvestor, sagte Spandau, ohne den Namen Susanne Klatten auszusprechen. Diese Konkurrenz müsse das ZUK „aber anstacheln“ – nicht nur inhaltlich, sondern auch in Bezug auf neue finanzielle Förderer. „Es betrübt mich, dass wir kämpfen müssen, um einen nachhaltigen Haushalt zu präsentieren.“

Spandau legte den Mitgliedern einen soliden Haushalt vor, der ein Volumen von 1,58 Millionen Euro umfasst und 760 000 Euro an Ausgaben beinhaltet, das ist eine leichte Steigerung zu 2016. Die Zuwendungen liegen mit 500 000 Euro stabil. Das Geld kommt unter anderem vom Kultusministerium, der Regierung von Oberbayern, dem Bezirk, der Stiftung Don Bosco, dem Naturschutzfonds Bayern, der Allianz Umweltstiftung und vom Landkreis. Der „Verein der Freunde und Förder des ZUK“ kann heuer 84 000 Euro beisteuern

Im vergangenen Jahr waren Haushaltsvolumen und der Überschuss größer. „Man sieht also an den Zahlen heuer, dass wir investiert haben“, erklärte Spandau.

Die Besucherzahlen sind mit fast 84 000 Gästen leicht gestiegen, liegen aber unter dem Spitzenwert von 2006/2007, als man fast 100 000 Gäste zählte. Fast 60 000 Besucher entfallen allein auf Ausstellungen, Gärten und Museen, die übrigen sind Teilnehmer an Bildungsveranstaltungen, vor allem Kinder und Jugendliche. „Der Löwenanteil stammt aus Bayern“, sagte Wolfgang Schröder, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Trägerverbunds. Fast 12 000 Gäste übernachteten in der Jugendherberge Miriam, fast 10 000 kamen aber ohne Übernachtung, also zumeist aus der Region. Insgesamt gab es 2016 über 1020 Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien.

Das ZUK will heuer den Nordflügel umbauen, um Mehrbett-Zimmer zu sieben Doppelzimmern umzurüsten. „Wir brauchen mehr Zimmer für Tagungsgäste, und den Bedarf für Selbstversorger können wir auch in anderen Räumen abdecken“, sagte P. Geißinger. So große Mehrbett-Zimmer seien heute nicht mehr gefragt. „Es wäre ein Einnahmeverlust, wenn wir die Zimmer nicht weiter belegen könnten.“

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