Beim Ton-Workshop sollen die Teilnehmer etwas formen, das sie mit ihrer Religion verbinden. Ein Anliegen ist den Organisatoren, dass die Kinder neue Perspektiven kennenlernen.
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Beim Ton-Workshop sollen die Teilnehmer etwas formen, das sie mit ihrer Religion verbinden. Ein Anliegen ist den Organisatoren, dass die Kinder neue Perspektiven kennenlernen.

Auf gute Nachbarschaft

Zusammenleben im „Global Holiday Camp“ im Kloster Benediktbeuern

  • VonElena Royer
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Das „Global Holiday Camp“ für Kinder im Kloster Benediktbeuern erfreut sich großer Beliebtheit. Im Mittelpunkt stand diesmal das Zusammenleben.

Benediktbeuern – Es ist viel los rund um das Kloster Benediktbeuern. Kinder spielen Volleyball oder musizieren gemeinsam auf der Wiese. Eine Organisatorin des „Global Holiday Camps“, das gerade im Klosterdorf stattfindet, bringt frisch gewaschenes Koch-Geschirr zu einem großen weißen Zelt. Davor kochen weitere Mitarbeiter einen veganen Pudding als Nachmittags-Snack für die Camp-Teilnehmer. Bereits seit fünf Jahren gibt es das „Global Holiday Camp“, das vom Don-Bosco-Netzwerk organisiert wird. Den Organisatoren ist es dabei ein großes Anliegen, Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Gesellschaftsgruppen zusammenzubringen, damit sie die Chance haben, ihren Horizont zu erweitern und neue Perspektiven kennenzulernen. Das Camp im Kloster Benediktbeuern fand diese Woche unter dem Motto „Wohnst du noch oder campst du schon?“ statt. Vor allem stand dabei der Spaß für die Kinder im Vordergrund, aber ihnen sollten auch gesellschaftliche und politische Werte beigebracht werden. Der Fokus lag auf dem Zusammenleben und Diversität.

Verschiedene Workshops zum Thema Zusammenleben

„In unseren verschiedenen Workshops geht es um Themen wie Nachbarschaft unter uns hier im Kleinen, aber auch in Europa“, erklärt die Mitorganisatorin des Camps, Olivia Sigmund. Auch Religionen sind ein Thema, wie sich beim Ton-Workshop zeigt. Die Teilnehmer sitzen mit ihren Betreuern im Kreis auf dem Boden in der Turnhalle. Das geht, weil die Kinder jeden Morgen getestet werden und die Betreuer alle durchgeimpft sind. Vor jedem Kind liegt ein Bogen Backpapier, auf dem sie ein Stück Ton bearbeiten. „Was verbindet ihr mit euerer Religion? Das könnt ihr gestalten“, schlägt eine Betreuerin zwei Mädchen vor. „Einen Gebetsteppich“, antwortet eine von ihnen und macht sich daran, ihr Tonstück entsprechend zu formen. „Ziel des Camps ist es, einen Begegnungsort für Kinder zu schaffen, die sich im Alltag sonst vielleicht nicht begegnen würden“, erklärt Sigmund. „Wir achten auf eine gute Mischung der Gruppen und mischen auch aktiv, damit sich ein Austausch unter den Kindern ergibt“, erklärt ihr Kollege Jakob Bröcheler.

In Bezug auf das Motto wurde in dieser Woche besonders das Thema „Nachbarschaft“ fokussiert. „Wir haben Briefkästen gebastelt, damit sich die Kinder in der Camp-Woche untereinander Briefe schreiben können. Es ging um Nachbarschaft hier, aber auch in ganz Europa. Welche Rechte und Pflichten man in Europa hat und wie man Nachbarschaftskonflikte löst“, fasst Sigmund das Programm zusammen. Bröcheler ergänzt: „Jeden Tag kam auch der schlecht gelaunte und mürrische Nachbar Peter Mies als Teil eines Schauspiels vorbei. Die Kinder mussten sich immer wieder etwas einfallen lassen, um ihn freundlicher zu stimmen. Am Ende schaffen sie es auch und er schenkt ihnen sogar Süßigkeiten.“ Daneben gibt es aber auch kreative Workshops, die die Kinder frei wählen können. Da ist von Musizieren über Insektenhotels bauen bis hin zu einem „Action-Painting“ alles dabei. Für das Action-Painting schneiden die Kinder zuvor Formen aus Pappe aus und legen diese auf ein großes weißes Stoffstück. Danach verteilen sie Farbe mit Händen und Füßen darauf, sodass man am Ende nur noch die zuvor aufgelegten Formen sieht.

Sponsoren wie „Children for a better World“ unterstützen das Camp

Die Idee für das Global Holiday Camp hatten zwei Rückkehrer des Don-Bosco-Freiwilligendienstes, erklärt Bröcheler. Im Ausland, wo die „Volunteers“ mit und für junge Menschen arbeiten, gibt es auch Freizeitcamps. „Das hatten wir aber in Deutschland so bislang nicht, deswegen sollte so was auch hier angeboten werden.“ Der Plan wurde also umgesetzt und schon das erste Camp hatte super Rückmeldungen, sagt der 23-Jährige. Gefördert wird es von Sponsoren, wie zum Beispiel „Children for a better World“, um möglichst vielen Kindern die Teilnahme zu ermöglichen. Heuer war das schon der zweite Termin in Benediktbeuern, da die Nachfrage so hoch war. Auch in Regensburg gab es das Camp dieses Jahr bereits. Teilnehmen können Kinder von zehn bis 14 Jahren.

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