Derzeit leben die Flüchtlinge in Benediktbeuern in den ehemaligen Wohnräumen der Zivis in der Energiezentrale am Kloster. Sie sind vollbelegt. Foto: Archiv

Benediktbeurer Gemeinderat stimmt Quote zu

Flüchtlinge werden in Containern wohnen

Benediktbeuern – Auch der Benediktbeurer Gemeinderat hat am Montagabend in einer Sondersitzung der Gemeindequote zur Unterbringung von Asylbewerbern zugestimmt.

Sie sieht vor, dass bis zum Jahresende 38 und bis Dezember 2016 57 Flüchtlinge im Klosterdorf untergebracht werden. Momentan sind es 15.

Bürgermeister Hans Kiefersauer hatte eindringlich um Zustimmung geworben. „Hinsichtlich der Flüchtlingswelle, die auf Europa zurollt, ist es nicht fünf vor zwölf, sondern bereits eine Minute vor zwölf.“ Die Gemeinden im Landkreis müssten sich solidarisch zeigen und „alles Menschenmögliche machen, um berechtigten Asylbewerbern Hilfe und Schutz“ zu bieten. Das grundsätzliche Problem, so Kiefersauer weiter, sei aber nur auf europäischer Ebene zu lösen. „Die große Lösung muss von der Politik kommen.“

Der Bürgermeister äußerte aber auch die Sorge, dass die Ehrenamtlichen bei der Betreuung an ihre Grenze kommen. „Ich habe schon Bedenken, dass sie resignieren und wir dann eines Tages auf einem Pulverfass sitzen.“

Dass die Quote sinnvoll und gerecht ist, stellte keiner der Gemeinderäte in Frage. Das Gremium diskutierte lebhaft, wo und wie man die Flüchtlinge unterbringen könnte.

Ralph Seifert wies auf den „Tölzer Weg“ hin und fragte, ob man nicht auch in Benediktbeuern ein Wohngebäude errichten könnte, dessen Räume später – nach dem Auszug der Flüchtlinge – als Sozialwohnungen zur Verfügung stehen. Für Kiefersauer ist das aber keine Option, rechnete er vor: Tölz baue zirka 75 Unterkünfte für rund 1,2 Millionen Euro. Der Landkreis zahle rund 120 000 Euro Jahresmiete, so dass sich das Haus nach etwa zehn Jahren amortisiert hätte. Aber: „Erstens können wir das nicht finanzieren, und zweitens gehe ich davon aus, dass ein Haus, das in dieser Größenordnung für ,nur‘ 1,2 Millionen gebaut wurde, qualitativ nicht gut ist und in zehn Jahren ein großer Sanierungsbedarf besteht.“

Die anderen Räte stimmten ihm zu. In der Gemeinde läuft derzeit eine Umfrage zum Thema Wohnraum (wir berichteten). Bislang habe niemand Räume für Asylbewerber angeboten, so Kiefersauer. Stattdessen meldeten einige Einheimische Bedarf an Bauland und Wohnraum. Wahrscheinlich werden die Flüchtlinge also in Containern einquartiert. Hier liegt die Lieferzeit bei derzeit neun Monaten.

Aber wo sollen die Container hin? Über die Grundstücksfragen diskutierte der Gemeinderat anschließend in nichtöffentlicher Sitzung. Details dazu, die unsere Zeitung erfragte, lesen Sie am Mittwoch im Tölzer Kurier.

Generell geht Kiefersauer bei einer Containerlösung von einer Nutzung von etwa zehn Jahren aus.

Die Gemeinde sieht aber auch den Freistaat in der Pflicht. In der Sitzung regte sich Unmut, als zur Sprache kam, dass ein Haus, das dem Staat gehört, derzeit nicht voll vermietet ist. Kiefersauer ist bereits bei den Verantwortlichen vorstellig geworden und drängt auf eine Belegung.

Den ganzen Artikel lesen Sie heute, Mittwoch, im Tölzer Kurier. (müh)

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