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Starb im Alter von 78 Jahren: Erwin Beier aus Bichl, der jüngst noch im Kreuzgang des Klosters ausstellte. 

Nachruf

Allzeit mit der Natur verbunden: Trauer um den bekannten Maler Erwin Beier

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Eine große Trauergemeinde hat vor wenigen Tagen in Bichl Abschied genommen von Erwin Beier (78). Der bekannte Maler ist Ende November nach kurzer, schwerer Krankheit im Krankenhaus in Murnau gestorben.

Bichl– Noch bei der jüngsten Ausstellung heimischer Künstler im Kreuzgang des Klosters Benediktbeuern (wir berichteten) war Beier mit von der Partie, und auch 2020 war eine Werkschau im Kloster geplant. Der Bichler hatte sich auf Motive aus dem Loisach-Kochelsee-Moor sowie auf Blumen und Blüten spezialisiert. Beiers Aquarelle, aber auch seine Öl- und Hinterglasbilder aus früheren Jahren, hängen bei vielen Menschen in der ganzen Region zu Hause.

Beier wurde 1941 in Obersoor im Sudetenland geboren und kam im Alter von vier Jahren zusammen mit seiner Mutter nach Bichl. Der Vater war im Zweiten Weltkrieg gefallen. Bichl wurde für Beier die zweite Heimat. Zeit seines Lebens blieb er mit dem Dorf verbunden und lebte dort. 1964 heiratete Erwin Beier seine Frau Charlotte, und vier Jahre später kam Tochter Andrea zur Welt. Dass sein Talent zum Malen und Zeichnen auch beruflich zum Erfolg führen könnte, glaubte er anfangs nicht. „Zuerst absolvierte mein Vater eine Lehre bei der Deutschen Bahn“, berichtet Tochter Andrea Christ. Doch seine Zukunft sah Beier dort nicht – nach dem Abschluss entschied er sich für ein Grafik-Studium in München. Die Liebe zur Kunst und zur Gestaltung machte er dann zum Beruf. Zuerst als Werbegrafiker für Mode-Prospekte, später als Selbstständiger in diesem Bereich. Für die Kinderbücher „Sonne und Mond“ von Nicole Brühl, der Tochter von Schauspielerin Heidi Brühl, entwarf Beier die Illustrationen. Vom Talent Beiers profitierten auch die Bichler Maschkera, denn der Künstler entwarf viele Jahre lang die Schilder auf den Faschingswagen. Beier spielte zudem leidenschaftlich gerne Tischtennis. Er gründete den örtlichen Verein mit und engagierte sich viele Jahre im Vorstand.

Im Ruhestand fand er dann Zeit und Muße, die Licht- und Naturstimmungen im Loisachtal malerisch einzufangen. Bei zahlreichen Ausstellungen im Kreuzgang des Klosters Benediktbeuern war er vertreten.„Es ist wunderbar zu sehen, wenn die Sonne über dem Nebel aufgeht“, schwärmte er vor einigen Jahren bei einer Ausstellung.

Mit der Natur ist Erwin Beier auch im Tod verbunden: Seine Asche wird in einem Flug über den Bergen ausgebracht werden.  

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