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Tracht auf dem Laufsteg: 40 Models führten Kleider, Westen, Hüte und andere Kleidungsstücke im Bichler Festzelt vor.

Laufsteg im Festzelt

Auftakt der Bichler Festwoche: Trachtenmodels mit Esprit

Tracht ist wirklich eine Pracht. Dieses Resümee zogen am Freitagabend wohl ziemlich übereinstimmend alle 1200 Besucher der Trachtenmodenschau im Bichler Festzelt. Der große Zuspruch und die Begeisterung des Publikums über die fulminante Präsentation bescherten der Bichler Festwoche einen hervorragenden Auftakt.

Bichl – Mit diesem Erfolg waren manche Zweifel der vergangenen Monate ausgeräumt – natürlich zur großen Freude und Erleichterung der ausrichtenden Festgemeinschaft aus Gebirgsschützenkompanie und Feuerwehr. Die offizielle Eröffnung erfolgte durch den Spielmannszug, der schneidig in das Zelt einmarschierte, und dem Grußwort des Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber, der die besten Wünsche der verhinderten Schirmherrin Ilse Aigner überbrachte.

Der Zusammenhalt, den es für eine Festwoche brauche, wie Bachhuber betonte, war mit etwas anderem Personal ebenso notwendig für die Organisation und Abwicklung der Modenschau. Seit Monaten war unter Leitung von Traudi Stacheter geplant, gearbeitet und geprobt worden. Die Trachtenschneidermeisterin aus Baiern bei Glonn (Landkreis Ebersberg) hat Erfahrung mit solchen Events.

Die insgesamt 110 Modelle – zum großen Teil maßgearbeitet – wurden von den 40 Models beiderlei Geschlechts im Alter von etwa drei Jahren aufwärts mit so viel Esprit und Selbstverständlichkeit vorgeführt, dass nicht nur die von einigen Spielleuten kurz in Szene gesetzte Wirtshaus-Runde staunte – sondern vor allem das überwiegend aus Frauen bestehende Publikum. Was da auf dem in drei Richtungen führenden Laufsteg musikalisch untermalt nahezu professionell vorgestellt wurde, zeigte etwa bei der Dirndl-Mode ein umfangreiches Spektrum an Varianten in Sachen Stoff-, Farb- und Muster-Auswahl – angefertigt mal schlicht, mal in edler Ausschmückung für Anlässe verschiedener Art. Dazu kamen zweiteilige Spenzer-Rock-Kombinationen mit Gürtel sowie die trendigen Sommerröcke à la „Rockmacherin“, kombiniert mit T-Shirt oder Blüschen.

Bei den Männern gab es allein 26 Modelle von kurzen Lederhosen zu begutachten, wie die aus dem BR bekannte Moderatorin Susanne Wiesner erläuterte. Ansonsten wurden kürzere oder längere Lodenjoppen, einreihig oder zweireihig zu knöpfen, geeignet für Jagd oder Festivitäten, offeriert, dazu entsprechend Westen und Anzüge.

Als Höhepunkt kamen natürlich die Festtags- und Hochzeitstrachten zur Präsentation: Karsettl, Schalk, Mieder- und Kirchengwand, ein weißes, zweiteiliges Korsagen-Brautkleid, Kommunionkleider, feine Herren-Ensembles. Im Vergleich dazu einige Nachbildungen historischer Biedermeier-Garderobe mit prächtiger Garnierung und floralem Fantasie-Kopfschmuck der Frauen sowie langen eleganten Gehröcken der Männer. Die ganze Palette bekam ihre Vollendung mit stilgerechten Frisuren, passendem Schmuck und markanten Hüten.

Vom aktuellen Zeitgeist kaum beeinflusst sind indes die Gebirgsschützen-Monturen. Wer hätte deren spezielle Geschichte besser erklären können als der Leiter des Trachteninformationszentrums, Alexander Wandinger? Den langen Schlussapplaus hatten jedenfalls alle verdient, die am Projekt Trachtenmodenschau mitgewirkt hatten.

Rosi Bauer

Trachten auf dem Laufsteg in Bichl: Die Modenschau in Bildern

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