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Ein Teil der B 472 wurde am Montag schon asphaltiert. Intensiv gearbeitet wird derzeit im Bereich Bichl-West und weiter bis zur Loisachbrücke.  

Fertigstellung eventuell sogar nach Plan

Großbaustelle B472: Wie weit die Bauarbeiten sind - und wann der Verkehr wieder rollen könnte

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Auf der Großbaustelle der B472 im Loisachtal läuft bislang nach Plan. Wenn das Wetter im Spätsommer überwiegend warm und trocken bleibt, ist die Fertigstellung gar nicht mehr so weit weg.

Bad Heilbrunn/Bichl – An schönen Tagen finden sich noch immer einige Zuschauer ein, die von einer kleinen Brücke über die B 472 das Geschehen auf der Großbaustelle verfolgen. „Es bleibt spannend“, sagt Bauleiter Martin Glück vom Staatlichen Bauamt Weilheim lächelnd. Für die Arbeiter sind die Zuschauer kein Problem. Schwierig war es jedoch mit Radfahrern, die trotz Absperrung versuchten, sich einen Weg zu bahnen und dann doch vor den gesperrten Brücken kapitulieren mussten. Aufgeschnittene Flatterbänder und zur Seite geschobene Barrieren am Fahrradweg entlang der Loisach gibt es zwar noch immer, aber es komme nicht mehr so häufig vor wie vor ein paar Wochen, berichtet Glück. „Man merkt generell, dass die Sommerferien in anderen Bundesländern vorbei sind und auch die Zahl der Urlauber zurückgeht.“

Es waren nämlich auch deren Navis, die zum Beispiel ausländische Touristen auf die Baustelle lotsten. „Teilweise mussten ihnen die Arbeiter mit Händen und Füßen den Umweg erklären“, weiß Glück.

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Auf der Baustelle wird in der Regel ab morgens um 6 Uhr gearbeitet. Die an- und abfahrenden Lkw sind durchgetaktet, es sind zirka 30 Fahrzeuge am Tag. Das 8,5 kilometerlange Teilstück zwischen Bad Heilbrunn und Sindelsdorf ist in verschiedene Abschnitte gegliedert. Zwischen Untersteinbach und Bichl-Nord ist man fast fertig. Zwischen Bichl-Nord und Bichl-West wurde bereits ein Teil asphaltiert. Auf Höhe Bichl-West wird gerade sehr intensiv gearbeitet. Hier werden unter anderem neue Einfädelspuren errichtet. Zwischen Bichl-West und Loisachbrücke wird die Fahrbahn in diesen Tagen abgefräst. Diese hatte sich im gesamten Bereich um bis zu 80 Zentimeter gesenkt. Ziel ist es nun, die Fahrbahn wieder auf eine Höhe zu bringen.

Das ist nicht leicht. Martin Herda spricht von „verschiedenen erdbaulichen Tricks“. Man hat den weichen Torfboden entnommen, sehr großes Gestein eingewalzt und dann sogenannte „geotextile Matten“ für die Stabilität der Fahrbahn verlegt. Die großen Steinhaufen, die zwischenzeitlich auf der „Straße“ lagen, dienten dazu, diese maximal zu belasten, damit sich der darunter befindliche Boden so schnell wie möglich setzt. Durchschnittlich sei die Fahrbahn noch um 15 Zentimeter gesunken, berichtet Glück. Er geht davon aus, dass es wegen des weichen Bodens im Moor auch in Zukunft zu leichten Setzungen kommen wird. Der entnommene Torf unter der Fahrbahn wurde übrigens an anderer Stelle neben der Straße verwendet, um dort eine Senke auszugleichen.

Im Zuge der Bauarbeiten wurde auch der Ablauf von einigen Gräben in Richtung Loisach, die teilweise die B 472 unterqueren, erneuert. Einige der Abläufe waren schon ziemlich eingesunken. „Hätten wir da nicht bald etwas gemacht, hätte das zu weiteren Schäden an der Fahrbahn geführt“, sagt Glück.

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An den beiden Brücken sind die Bauarbeiten so gut wie abgeschlossen. Am meisten tut sich derzeit im Bereich Bichl-West. Das ist auch der Bereich, der als letztes fertig werden wird, sagt Glück.

Der trockene Sommer war für das Projekt ein Segen. Zum einen hatte die Loisach wenig Wasser, zum anderen war der Grundwasserstand niedriger als gedacht. „Das hat auch die Setzungen beschleunigt“, sagt Glück. Wäre der Moorboden mit viel Wasser gesättigt gewesen, wäre das nicht so schnell gegangen.

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Derzeit sind etwa 30 Bauarbeiter auf der Strecke beschäftigt. Bleibt das Wetter warm und trocken, könnte der Verkehr ab Mitte/Ende Oktober schon wieder über die B 472 rollen. Versprechen will Glück das aber nicht. Optimistisch ist er auch in Bezug auf die Kosten: Die Summe von 4,2 Millionen Euro werde nach jetzigem Stand der Dinge nur geringfügig überschritten.

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