Der unbeschrankte Bahnübergang nahe der Bichler Kirche wird in diesen Tagen für den kompletten Verkehr gesperrt. Bei einer Sonderverkehrsschau soll dann besprochen werden, ob ihn zumindest Landwirte passieren dürfen. Foto: pröhl

Bahnübergang Bichl: Pfeifen soll diese Woche aufhören

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Bichl - Obwohl der Bichler Gemeinderat die Sperrung des Bahnübergangs am Bühel schon vor über einer Woche beschlossen hat, pfeifen noch immer alle Züge. Diese Woche ist aber Schluss, sagt die Deutsche Bahn.

Die Anwohner hatten gehofft, dass der Pfeifton schon am Wochenende aufhört. Die betroffenen Landwirte dagegen freuen sich über jeden Tag, an dem sie den Bahnübergang noch passsieren können.

Mitarbeiter der Gemeinde haben am Mittwoch „Sackgassen“-Schilder aufgestellt, und in Kürze wird (vorläufig) kein Fahrzeug mehr den Übergang passieren können. Warum hat es so lange gedauert? Nach der Sondersitzung des Gemeinderats in der vergangenen Woche (wir berichteten) hat die Kommune die sogenannte „verkehrsrechtliche Anordnung“ zügig ausgestellt, aber dann gab es Verzögerungen bei der Bahn. „Eine Sperrung ist nicht unser Tagesgeschäft“, sagte ein Mitarbeiter der Pressestelle auf Anfrage unserer Zeitung. „Es musste eine Firma beauftragt werden, die das notwendige Material hat.“ Diese Firma soll nun in diesen Tagen anrücken, um einen beleuchteten Bauzaun aufzustellen. Dieser sei sehr stabil und könne weder umfahren noch beseitigt werden, so der Pressesprecher. „Dann werden die Lokführer informiert, dass sie nicht mehr das Signal ertönen lassen müssen.“ Bei einem Zug spreche man übrigens nicht von „hupen“, sondern von „pfeifen“.

In der Sondersitzung wurde zudem beschlossen, eine Sonderverkehrsschau zu beantragen, an der neben Gemeinde auch Vertreter von Polizei, Straßenverkehrsbehörde und Eisenbahnbundesamt beteiligt sind. Ziel der Gemeinde ist, den Übergang für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr geöffnet zu lassen. Insgesamt muss die Zahl der querenden Fahrzeuge auf unter 100 Stück am Tag reduziert werden. Derzeit sind es 270 Fahrzeuge am Tag, hat eine Verkehrszählung der Bahn ergeben. Deshalb ertönt auch der sogenannte „Achtungspfiff“.

Bei der Sonderverkehrsschau soll diskutiert werden, ob eine Öffnung nur für Landwirte möglich ist. Die Einhaltung von 100 Fahrzeugen werde regelmäßig überwacht, so ein Bahn-Mitarbeiter in der Gemeinderatssitzung. Komme es zu einer Überschreitung, werde der Zug wieder dauerhaft pfeifen. „Es sieht so aus, als könnte es mit dem Besichtigungstermin noch im Juli klappen“, sagt Bürgermeister Benedikt Pössenbacher.

Die Meinung der Bürger im Dorf sei gespalten, so der Rathauschef: Die Anwohner seien vom Pfeifen genervt, die Landwirte wollen keinen Umweg zur Bewirtschaftung ihrer Flächen fahren. „Ein schwieriges Thema“, sagt Pössenbacher seufzend. „Am besten wäre es, es bliebe alles beim Alten.“

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