Der geplante Netto-Markt in Bichl kann gebaut werden.

Bürgerentscheid

Klares Votum: Bichl stimmt für Supermarkt

  • schließen

Bichl - Das Ergebnis war deutlich klarer als im ersten Anlauf 2014: Beim  Bürgerentscheid in Bichl unterlagen die Supermarkt-Gegner am Sonntag mit 44 zu 56 Prozent. Damit kann der Lebensmittelmarkt am Ortsrand der Gemeinde verwirklicht werden.

Die erste Tendenz zugunsten der Supermarkt-Befürworter hatte sich schon um 18.25 Uhr abgezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt waren die im Rathaus-Wahllokal abgegebenen Stimmen ausgezählt. Allerdings war hier der Vorsprung der Befürworter noch dünn: Gerade einmal 56 Stimmen trennten die beiden Lager. Etwas länger dauerte das Auszählen der Briefwahlunterlagen. Die Bichler hatten von dieser Möglichkeit rege Gebrauch gemacht: Über 400 Bürger hatten ihr Votum bereits vor dem Wahltag abgegeben.

 Um 18.44 Uhr stand das vorläufige Ergebnis dann fest, das Wahlleiter Franz Pölt schließlich um punkt 19 Uhr im Rathaussaal offiziell verkündete; 506 Bichler hatten mit Ja und damit aufgrund der etwas komplizierten Fragestellung gegen den Supermarkt gestimmt. 642 kreuzten Nein an, stellten die Mehrheit und machten so den Weg frei für die weiteren Planungen. 

Bürgermeister Benedikt Pössenbacher wirkte durchaus erleichtert. „Jetzt ist Ruhe, und das Bebauungsplanverfahren kann weiterlaufen.“ Gerade in den vergangenen Wochen und Monaten habe es durch die Diskussion um den Discounter „viele Nebenkriegsschauplätze“ gegeben, sagte der Rathauschef. Er sei froh, dass sich so viele Bichler (knapp 69 Prozent) an der Abstimmung beteiligten. Dadurch könne man nun wirklich sagen, „dass der Bürger die Sache entschieden hat“.

 Das hat er übrigens nicht zum ersten Mal getan: Bereits ganz am Anfang der Planungen hatte es eine Bürgerbefragung durch die Gemeinde gegeben. Das Ergebnis war pro Ansiedlung. 2014 hatte die Initiative „Kein Supermarkt in Bichl“ dann zum ersten Mal einen Bürgerentscheid angestrengt. Damals hatten die Befürworter gerade einmal 25 Stimmen Vorsprung. Da danach der Standort des geplanten Markts geändert wurde, war der Weg frei für ein erneutes Bürgerbegehren.

Initiator Harald Distler von der Initiative gegen den Markt nahm die Niederlage  sportlich. „Wir haben klar verloren. Da gibt es nichts zu beschönigen.“ Das Ergebnis sei „ohne Wenn und Aber zu akzeptieren“. So sei eben Demokratie. „Und als Demokrat habe ich das anzuerkennen“, betonte Distler. 

Wie geht es jetzt weiter? Die Gemeinde wird das zwischenzeitlich ruhende Bebauungsplanverfahren für die Fläche am Ortseingang von Bichl nun weiter vorantreiben. Sobald dieses abgeschlossen ist, kann die Firma Ratisbona, die den Supermarkt für „Netto“ bauen wird, einen Bauantrag stellen. Ratisbona möchte 5400 Quadratmeter Grund erwerben. Die maximal zulässige Grundfläche für den Supermarkt beträgt 2000 Quadratmeter. Wäre es denkbar, dass noch heuer mit dem Bau begonnen wird? „Denkbar ist das“, sagte Rathauschef Pössenbacher. „Aber es wäre schon recht sportlich.“ 

Zum Schluss dankte Pössenbacher am Sonntag allen Helfern und vor allem seiner Verwaltung, „die die letzten Wochen sehr belastet war“, und bekräftigte noch einmal seinen Wunsch nach Frieden im Dorf: „Wir haben jetzt ein paar Mal abgestimmt. Ich glaube es langt in Sachen Supermarkt.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Polizeipräsident Kopp: "Eine überaus schreckliche und brutale Tat"
Bei einer Gewalttat im Königsdorfer Weiler Höfen sind ein Mann und eine Frau getötet worden, eine weitere Frau wurde schwer verletzt. An den Opfern sei "massiv Gewalt …
Polizeipräsident Kopp: "Eine überaus schreckliche und brutale Tat"
Königsdorfer haben entschieden: Faschingszug findet statt
Königsdorfer haben entschieden: Faschingszug findet statt
Königsdorfer Bluttat ereignete sich zwischen Mittwoch und Samstagvormittag
Königsdorfer Bluttat ereignete sich zwischen Mittwoch und Samstagvormittag
Bischof Stefan Oster in seiner alten Heimat
Was kann man tun, damit die jungen Leute wieder in die Kirche gehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Benediktbeurer Kloster-Fördervereins Juwel …
Bischof Stefan Oster in seiner alten Heimat

Kommentare