Der Bichler Bahnübergang am Bühel ist für den Verkehr gesperrt. Künftig soll er nur noch für Radler und Fußgänger passierbar sein.
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Der Bichler Bahnübergang am Bühel ist für den Verkehr gesperrt. Künftig soll er nur noch für Radler und Fußgänger passierbar sein.

Entscheidung im Gemeinderat

Bichl verabschiedet sich am Bühel von einer Bahnschranke

  • vonEwald Scheitterer
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Um den Bahnübergang am Bühel in Bichl gibt es seit Jahren Diskussionen. Jetzt hat der Gemeinderat das weitere Vorgehen beschlossen - in einer knappen Abstimmung.

Bichl – Der Bichler Gemeinderat hat in der Sitzung am Dienstag eine Entscheidung getroffen, wie es mit dem Bahn-Übergang am Bühel weitergehen wird. Recht knapp, nämlich mit 7:5 Stimmen, wurde beschlossen, die Schrankenlösung fallen zu lassen und den Übergang in einen Fuß- und Radweg abzustufen. Aber auch das wird noch Jahre dauern.

Bürgermeister Benedikt Pössenbacher informierte die Räte eingangs nochmal über den Stand der Dinge. Vor ein paar Wochen hatten sich Vertreter der Gemeinde einmal mehr mit der Bahn getroffen. „Wir haben jetzt drei Möglichkeiten: Erstens die komplette Schließung des Übergangs. Zweitens eine Schranke, wobei diese nicht vor 2035 in Angriff genommen wird und die Gemeinde vermutlich die vollen Kosten tragen muss“, sagte Pössenbacher. „Die dritte Möglichkeit ist die Abstufung des Übergangs in einen Fuß- und Radweg und der Bau einer zusätzlichen Linksabbieger-Spur am Übergang auf der Bundesstraße 11 in Richtung Benediktbeuern.“ Pössenbacher wollte jetzt eine Grundsatzentscheidung vom Gemeinderat.

Derzeit ist der unbeschrankte Übergang am Bühel gesperrt. Die Bahn hält ihn für zu gefährlich, um ihn weiter so zu betreiben. Lokführer müssen sonst ein Signal absetzen, was wiederum den Anliegern den Schlaf raubt. Genutzt wird der kleine Übergang vor allem von Landwirten, aber auch von Anliegern. Die Gemeinde möchte ihn erhalten und fürchtet sonst Verkehrsprobleme in den engen Straßen.

Bahn hatte erklärt, Bau einer Schranke am Bühel würde 15 Jahre dauern

Den Bichler Gemeinderäten ist nach wie vor unverständlich, warum der Neubau einer Schranke mindestens 15 Jahre dauert. „Und das, obwohl wir ja schon seit Jahren sagen, wir möchten dort eine Schranke“, so Pössenbacher. Laut Bahn gebe es nur drei Fachfirmen in Deutschland, die Schranken bauen dürften. „Das kann man einem normal denkenden Menschen in der heutigen Zeit gar nicht vernünftig beibringen.“

Sichtlich verärgert war auch Kilian Streidl: „Die Bahn bringt den Zeitraum bis 2035 doch nur ins Spiel, um uns von einer Schrankenlösung abzubringen.“ Bei der Abstufung auf einen Fuß-und Radweg – dieser wäre auch unbeschrankt zulässig – würde der Zugang so verbaut werden, dass Radfahrer gezwungen wären, abzusteigen. Dabei würde die besagte Abbiegespur auf der B11 notwendig werden, da derzeit landwirtschaftliche Fahrzeuge mit Anhänger oder Ladewagen dort gar nicht ins Dorf nach links abbiegen dürfen. „Dafür müsste die Abzweigung etwas nach Westen verschoben werden“, erklärte Pössenbacher.

Letztlich ließ der Rat mit 7:5 Stimmen die Schrankenlösung fallen und beschloss, die Abstufung der Straße in einen Fuß- und Radweg in die Wege zu leiten. Doch auch die Realisierung dieses Vorhabens geht nicht von heute auf morgen. „Grob geschätzt wird es etwa fünf Jahre dauern, ehe das alles fertiggestellt ist“, sagte Pössenbacher.

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