Alexandra Stein mit Söhnchen Jorin vor Lebensmitteln, die die Familie jetzt nur noch in Papiertüten oder lose kauft, um sie dann zum Beispiel in Gläsern zu lagern. Foto: fn

Bichler Familie zieht nach vier Wochen Bilanz:

Plastikfasten leichter als gedacht

Bichl – Plastikmüll verboten! Seit vier Wochen ist dieser Satz oberste Regel im Hause Stein/Schumann. Die vierköpfige Familie aus Bichl beteiligt sich an der Aktion Plastik-Fasten des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK) im Kloster Benediktbeuern (wir berichteten).

Kurz vor der Abschlussveranstaltung an diesem Samstag zieht Alexandra Stein eine durchwegs positive Bilanz. „Auf Plastik weitestgehend zu verzichten, ist mir leichter gefallen als gedacht“, resümiert die 33-Jährige. Beim Einkaufen hat sie festgestellt: „Man kann sehr, sehr viel Plastik einsparen.“ Und das laut Stein relativ unkompliziert, indem man einfach keine Ware mehr aus dem Kühlregal kauft, wo sich in Plastik verpackte Lebensmittel nur so stapeln. „Das ist das meiste Plastik, was beim Einkaufen anfällt.“

Steins Alternativ-Vorschlag: Yoghurt, Sahne oder Milch in der Glasflasche kaufen, Käse und Wurst an der Frischetheke in mitgebrachte Kunststoff-Boxen verpacken lassen. „Das ist zwar dann schon ein bisschen teurer“, sagt die zweifache Mutter, aber da sie sowieso wesentlich bewusster und ausgesuchter einkaufe, seitdem sie Plastikmüll vermeidet, gleiche sich das wieder aus. Denn wahllos wandert bei Familie Stein kein Schokoriegel und keine Gurke mehr in den Einkaufswagen. Obst und Gemüse kauft Alexandra Stein nur noch lose ein. Weil sie es aber doch etwas unhygienisch findet, Äpfel und Zucchini mit der Schale auf das Transportband an der Kasse zu legen, wird sie sich nun aus alten, durchsichtigen Gardinenstoffen kleine Säckchen nähen – als Tüten-Ersatz. Und Nudeln, Mehl, Reis, Kaffee oder Haferflocken besorgt sie sich in großen Mengen in einem Bioladen, der die Ware abwiegt und in mitgebrachten Boxen oder Papiertüten verpackt.

Daran wird sich auch nichts ändern. Denn auch wenn die Fastenaktion am heutigen Samstag offiziell endet, will Familie Stein weiter fasten, denn: „Es hat auf jeden Fall bei uns allen ein Umdenken ausgelöst.“

Ganz so streng wie in den vergangenen Wochen will Stein das Plastikverbot aber nicht mehr nehmen. Beispielsweise dürfen ihre Söhne endlich wieder ihre geliebten Reiswaffeln knabbern. Auf die mussten die beiden vier Wochen lang verzichten – weil Mama Stein trotz akribischer Suche Reiswaffeln nicht ohne Plastikverpackung finden konnte. (fn)

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