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Mit Schildern machte die Bürgerinitiative "Kein Supermarkt" bereits 2014 auf ihr Anliegen aufmerksam.

Zweites Bürgerbegehren geplant

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Bichl - Die Bichler Initiative „Kein Supermarkt“ sammelt erneut Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Rechnet man die Bürgerbefragung 2012 dazu, wäre es die dritte Abstimmung zu diesem Thema.

Aller guten Dinge sind drei: Schon bald könnten die Bichler erneut dazu aufgerufen sein, über den Bau eines Supermarkts am nördlichen Ortsrand abzustimmen – zumindest wenn es nach Harald Distler geht: Der neue Frontmann der Bürgerinitiative „Kein Supermarkt“ und seine Mitstreiter sammeln seit Freitag Unterschriften für ein zweites Bürgerbegehren. Nach der Bürgerbefragung 2012 und dem ersten Begehren 2014 wäre es die dritte Abstimmung zu diesem Thema. 

Obwohl in den beiden ersten Runden die Befürworter eines Supermarkts die Nase vorn hatten, glaubt Distler, dass das Ergebnis bei einem erneuten Anlauf anders ausfallen könnte – zumal der Ausgang des ersten Bürgerbegehrens zweifelhaft gewesen sei. Damals habe die Firma Ratisbona, die den Lebensmittelmarkt für „Netto“ bauen will, die Bürger nämlich unter anderem mit einer Flugblatt-Aktion in die Irre geführt. Die besagten Schriftstücke hätten laut Distler nämlich so ausgesehen, als seien sie von der Gemeinde erstellt worden, wodurch der Wählerwille in unzulässiger Weise pro Supermarkt beeinflusst worden sei. „Ohne diese Aktion wäre das Bürgerbegehren anders ausgegangen“, ist sich Distler sicher. 

Vor vier Jahren stimmten bei der Bürgerbefragung 62 Prozent für einen Supermarkt (Wahlbeteiligung: 70 Prozent). Vor zwei Jahren sprachen sich nur noch 50,99 Prozent für einen „Netto“-Markt aus – ein Vorsprung von gerade einmal 25 Stimmen (Wahlbeteiligung: 76,3 Prozent). Könnten die Gegner bei einem erneuten Bürgerbegehren also tatsächlich die Oberhand gewinnen? 

"Der Markt hat null Chance"

Distler glaubt ja, denn: „Der Markt hat null Chance.“ Das würden inzwischen viele so sehen. „Wir alle wollen verhindern, dass aus dem Neubau in drei bis vier Jahren eine Ruine wird.“ Schließlich gebe es in den umliegenden Ortschaften genug Supermärkte, allein in Penzberg sieben. „Von außerhalb wird der Supermarkt keine Kunden nach Bichl ziehen.“ 164 Unterschriften müssen der 69-Jährige und seine Mitstreiter nun sammeln, um ihr Ansinnen bei der Gemeinde einreichen zu können. „Ich hege keinen Zweifel daran, dass wir die zusammenbekommen werden“, betont Distler. Die Fragestellung für ein zweites Begehren steht bereits fest: „Sind Sie dafür, dass kein Lebensmittelmarkt (SB-Markt) an der Flur-Nummer 1186/1187 gebaut wird?“ 

Bürgermeister zeigt sich verwundert

Dass diese Grundsatzentscheidung nun noch einmal gefällt werden soll, stößt bei Bichls Bürgermeister Benedikt Pössenbacher auf Verwunderung. „Ich verstehe nicht ganz, warum die Bürger ein drittes Mal abstimmen sollen“, sagt der Rathaus-Chef. Pössenbacher war eigentlich davon ausgegangen, dass nach dem Ende der öffentlichen Auslegungs-Frist am Freitag keine größeren Probleme mehr auftreten würden. 

Wie berichtet konnten Interessenten den (noch nicht rechtskräftigen) Bebauungsplan seit dem 21. Dezember im Benediktbeurer Rathaus und im Internet einsehen. Gleichzeitig hatten die Bürger die Möglichkeit, schriftlich Stellung zu beziehen. „Es sind ein paar Einsprüche, aber auch Anregungen eingegangen“, erzählt Pössenbacher. Jetzt müsse die Verwaltung alles auflisten und mit den Planern durchsprechen, ehe die Ergebnisse dem Gemeinderat vorgestellt würden. Dort müsse entschieden werden, ob die Einwände berechtigt seien und wenn ja, welche Möglichkeiten es gebe, diese zu berücksichtigen. Auf diesen Prozess ist Distler bereits sehr gespannt: Er weiß allein von zwei Mitstreitern, die jeweils eine neunseitige Stellungnahme verfasst haben. 

Silke Scheder

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