Ein Fotovoltaik-Park wie hier abgebildet könnte am südwestlichen Ortsrand von Bichl entstehen.
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Ein Fotovoltaik-Park wie hier abgebildet könnte am südwestlichen Ortsrand von Bichl entstehen.

Längere Debatte im Gemeinderat

Bichler Rat vertagt Entscheidung über Fotovoltaik-Park

  • vonEwald Scheitterer
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Für erhebliche Diskussion hat in der jüngsten Bichler Gemeinderatssitzung der Antrag auf die Errichtung einer größeren Fotovoltaik-Anlage gesorgt.

Bichl - Die Fotovoltaik-Anlage soll am südwestlichen Ortsrand entlang der Sportplatzstraße auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche entstehen. Auch wenn der Rat insgesamt von einer „guten und nützlichen Sache“ sprach, so gab es doch hauptsächlich zwei Kritikpunkte: Die Optik sowie den Standort. „Es ist sicherlich keine optische Bereicherung des Ortsbilds“, erklärte Thomas Schäfer und fuhr fort: „Wir wollen keine Atomkraft, wir wollen kein Windradl, aber irgendetwas müssen wir doch tun in Sachen regenerativer Energiegewinnung.“

Fotovoltaik-Anlage in Bichl: Nützlich, aber wenig ansprechend

Bürgermeister Benedikt Pössenbacher fasste kurz und treffend eine nur allzu bekannte Argumentation zusammen: „Jeder möchte etwas für den Umweltschutz tun, aber vor seiner Haustüre will es keiner.“ Genau in diesem Tenor äußerte sich dann auch Zweiter Bürgermeister Helmut Oppel: „Wir dürfen uns der alternativen Energie-Gewinnung nicht verschließen. Ich befürchte aber, dass sich über kurz oder lang diese Anlage über den gesamten westlichen Dorfrand von Bichl hinziehen wird. Das wäre kein schöner Anblick.“ Ähnlich sah es Helmut Kolbeck: „Ich bin gegen diese optische Verschandelung der Dorfansicht“, erklärte er klipp und klar: „Ich denke, dass es für so eine Anlage andere, besser geeignetere Flächen gibt.“

Für bisherigen Antrag wäre Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde von Nöten

Auf Seiten der Befürworter äußerte sich Diana Ruf: „Schön finde ich das zwar auch nicht. Aber wenn wir zulassen, dass dort optisch wenig ansprechende Gewerbehallen aufgestellt werden, dann kann man dort auch eine Fotovoltaik-Anlage aufstellen.“ Pössenbacher stellte das notwendige Prozedere für die Solaranlagen vor: „Da das Ganze auf landwirtschaftlichem Grund errichtet werden soll, geht das nur über eine Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde inklusive einer abgeänderten Bauleit-Planung.“

Gemeinderat Bichl stellt Antrag „erstmal zurück“

Man sollte aber bedenken, dass in einem abgeänderten Flächennutzungsplan Areale ausgewiesen sein sollten, auf denen man sich eine derartige Anlage vorstellen könne und auf welchen nicht. Letzteres müsste dann aber auch entsprechend gut begründet sein. Deshalb schlug Benedikt Pössenbacher vor, eine Entscheidung über den Antrag erst einmal zurückzustellen: „Wir können ja den Bauausschuss beauftragen, sich über mögliche andere Standorte Gedanken zu machen.“ Hubert Waldherr fand das „eine gute Lösung“. Er hatte zuvor von einer „prinzipiell umweltfreundlichen Bereicherung“ fürs Dorf gesprochen. So beschloss der Gemeinderat letztlich einstimmig, diesen aufgezeigten Weg zu gehen und abzuwarten, auf welche Lösungsmöglichkeiten der Bauausschuss kommen wird.

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