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Kommissarische Kommandanten: Jörg Ackermann (li .) und Alexander Ebenhoch als Stellvertreter führen vorübergehend die Feuerwehr Bichl.

Bichler Wehr in Corona-Zeit mit neuem Chef

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Die Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf die Arbeit der Feuerwehr. In Bichl gibt es derzeit zwei kommissarische Kommandanten.

Bichl Bichl ist die einzige Gemeinde im Landkreis, in der aufgrund der Maßnahmen der Corona-Pandemie gleich beide Kommandanten der Feuerwehr an anderer Stelle zwingend gebraucht werden: Hermann Spanner ist Berufsfeuerwehrmann in München, sein Stellvertreter Alexander Bauer arbeitet im Krisenstab im Tölzer Landratsamt. Um die Arbeit der Bichler Feuerwehr vor Ort zu koordinieren und bei einem Einsatz alles in die Wege zu leiten, springen jetzt Jörg Ackermann und als Stellvertreter Alexander Ebenhoch ein.

Hermann Spanner (38) ist seit vielen Jahren bei der Bichler Feuerwehr an vorderster Stelle aktiv. Die Wenigsten dürften jedoch wissen, dass Spanner für sein Ehrenamt eine Ausnahmegenehmigung hat. „Die bisher bestehende Ausnahmegenehmigung, neben dem Hauptberuf auch ehrenamtlich in führender Position bei einer Feuerwehr oder Hilfsorganisation tätig zu sein, hat die Berufsfeuerwehr München vor einigen Tagen für all ihre Einsatzbeamten auf unbestimmte Zeit aufgehoben“, berichtet Spanner im Telefongespräch mit dem Tölzer Kurier. „Dadurch soll die Verfügbarkeit der für sie hauptberuflichen Aufgaben sicher gestellt werden“, sagt der Familienvater.

Ackermann: Engagement in Feuerwehr für ihn „selbstverständlich“

Spanner ist derzeit nur in München tätig: Zum einen ist er Leiter der Feuerwache Schwabing und arbeitet dort im Schichtdienst, zum anderen ist er im Führungsstab zur Corona-Krisen-Bewältigung in der Stadt eingeteilt. Spanners Stellvertreter in Bichl, Alexander Bauer, ist hauptberuflich im Katastrophenschutz des Tölzer Landratsamts tätig. „Deshalb steht auch er nicht mehr für die Feuerwehr Bichl zur Verfügung.“

Spanners Aufgaben in Bichl für die Corona-Zeit hat jetzt Jörg Ackermann übernommen. Hintergrund ist, dass man auch rechtlich sicherstellen muss, dass die Feuerwehr einen handlungsfähigen Kommandanten hat. Ackermann ist bislang Gruppenführer bei der Wehr. Der 48 Jahre alte Familienvater stammt gebürtig aus dem Schwarzwald, lebt seit 2005 in Bichl und begeistert sich seit „frühester Jugend für die Feuerwehr“, erzählt er am Telefon schmunzelnd. Deshalb sei es für ihn auch selbstverständlich gewesen, sich nach seinem Umzug ins Loisachtal bei der Bichler Feuerwehr zu engagieren. Ackermann arbeitet bei MAN in München, ist aber derzeit im Homeoffice und deshalb in Bichl präsent. Ihm zur Seite steht Alexander Ebenhoch. Der 35-Jährige ist ebenfalls Gruppenführer und Leiter der Atemschutz-Truppe.

Bichler Feuerwehr: Derzeit keine Übungen

Seit Beginn der Corona-Pandemie hatte die Bichler Wehr keine größeren Einsätze, nur einmal musste für den Rettungsdienst eine Wohnung geöffnet werden. Zum Schutz der derzeit 76 Aktiven habe man aber wie bei anderen Wehren auch verschiedene Maßnahmen getroffen, berichtet Ackermann. Wenn der Piepser geht und fest steht, um was es sich handelt, werde entschieden, wie viele Personen zum Ausrücken erforderlich seien. Die First Responder übernehmen derzeit auf Anweisung des Landratsamts nur bestimmte Einsätze. Insgesamt, berichtet Ackermann, wolle man vermeiden, dass sich Personen in Schlüsselfunktionen infizieren und schlimmstenfalls Teile der Feuerwehr lahm gelegt seien. Eine Schutzkleidung mit Masken, Brillen und Handschuhen sei beim Ausrücken selbstverständlich.

Übungen finden derzeit wie bei anderen Wehren keine statt. Die Bichler Mitglieder besprechen sich einmal pro Woche per Skype in organisatorischen Fragen und tauschen sich ansonsten über WhatsApp aus, berichtet Spanner. „Da hatten wir schon immer verschiedene Fachbereiche, so dass jeder die Infos bekommt, die er wissen muss.“

Ackermann ist nicht nur bei einem Einsatz gefragt, sondern kümmert sich derzeit auch um Dinge der Verwaltung, etwa Materialbestellungen, und um die Weiterleitung der ganzen Informationen, die von verschiedenen Behörden an die örtlichen Feuerwehren rausgehen. Wie lange die kommissarische Leitung dauert, ist noch nicht klar. „Wichtig ist, dass wir gut gerüstet sind, sollte es in dieser Zeit doch zu einem Einsatz kommen“, sagt Ackermann.

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