Rückblick im „Bayerischen Löwen“: Bürgermeister Benedikt Pössenbacher (li.) bei der Bürgerversammlung.
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Rückblick im „Bayerischen Löwen“: Bürgermeister Benedikt Pössenbacher (li.) bei der Bürgerversammlung.

Bürgerversammlung

Ein eigenes Seniorenheim für Bichl?

  • Patrick Staar
    vonPatrick Staar
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In der Bürgerversammlung in Bichl wurde unter anderem die Situation am Bahnübergang am Bühel besprochen. Auch eine Zukunftsvision brachte der Bürgermeister zur Sprache.

Bichl – Zwei schriftliche Anfragen hatten Bichler vor der Bürgerversammlung am Dienstag eingereicht, beide beschäftigten sich mit der Sindelsdorfer Straße. So monierte ein Bichler die Parksituation im Bereich der Kreuzung zur Dorfstraße: „Dort parken diverse Autos und auch Lieferwagen als Dauerparker am Straßenrand.“ Der Mindestabstand von fünf Metern zur Kurve werde nicht annähernd eingehalten. Dabei sei die Stelle eng und unübersichtlich: „Wo ist hier die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung gültig?“, heißt es in der Anfrage.

„Da haben sie voll meinen Nerv getroffen“, erwiderte Bürgermeister Benedikt Pössenbacher. „Das ist ein Ärgernis, bei dem wir zu lange zugeschaut haben – das gebe ich zu.“ Die Gemeinde habe an dieser Stelle Parkverbotsschilder angebracht, „aber das interessiert scheinbar keinen“. Die Gemeinde werde daher die Verkehrsüberwachung auf diesen Punkt hinweisen. Es sei allerdings schwierig, das Problem in den Griff zu bekommen. Wenn die Autofahrer an dieser Stelle nicht mehr parken dürfen, dann würden sie eben 30 Meter weiter parken. „Das Problem würde also nur verlagert“, glaubt er. „Außerdem sollen Gäste ja parken dürfen, das Problem sind nur die Dauerparker.“ Pössenbacher will die Situation im Gemeinderat besprechen. Im vergangenen Jahr seien 288 Verwarnungen ausgestellt worden. Die Gemeinde verdiene mit der Parküberwachung nichts, sagte Pössenbacher: „Mal bezahlen wir 300 Euro, mal kriegen wir 200 Euro zurück.“

Vorschlag Linksabbiegerspur nach dem Bahnübergang am Bühel

Der Bichler Michael Tretter regte an, dass auf der B 11 nach dem Bahnübergang eine Linksabbieger-Spur gebaut wird. „Mir geht es da vor allem um die landwirtschaftlichen Fahrzeuge“, erläuterte Tretter. Seit der Sperrung des Bahnübergangs am Bühel müssten die Bauern erst nach links in die Bundesstraße einbiegen und hundert Meter weiter ebenfalls nach links in die Sindelsdorfer Straße: „Das ist richtig gefährlich, viel gefährlicher als vorher.“ Auch hier gab es Zustimmung von Pössenbacher: „Den Vorschlag kann ich unterstützen.“ Schwierig sei nur, dass viele Beteiligte unter einen Hut gebracht werden müssen: „Für den Bahnübergang ist die Bahn zuständig, für die B 11 der Bund und für die Kreisstraßen das Landratsamt.“ Pössenbachers Prognose: „Das wird eher schwierig, weil die Strecke zum Bahnübergang womöglich zu kurz ist.“ Er werde den Vorschlag aber an das Straßenbauamt weitergeben, „denn grundsätzlich ist die Idee gut“.

Pössenbacher berichtete, dass der Gemeinderat Ende September in Thierhaupten zwei Tage in Klausur war. Angesprochen wurde, wie sich die Gemeinde in den nächsten Jahren entwickeln soll. Unter anderem ging es um die Verbesserung der Rad- und Fußwege, die teilweise Renaturierung des Dorfbachs und eine Beschilderung der Flurnamen. Charme hätte seiner Ansicht nach auch ein Bichler Seniorenheim. „Irgendwann wird es so kommen wie bei den Kindergärten“, glaubt Pössenbacher: „Die Gemeinde muss Platz bereit halten für die älteren Leute. Es ist ja auch schön, wenn man seinen Lebensabend dort verbringen kann, wo man aufgewachsen ist und wo man sein ganzes Leben gelebt hat.“ Denkbar seien auch eine Kurzzeit- oder Tagespflege sowie betreutes Wohnen. Aber dafür müsse erst ein Betreiber gefunden werden. „Es ist klar, dass sich so was nicht von heute auf morgen umsetzen lässt.“

Wie kann Gemeinde Bichl jungen Familien Wohnraum bieten?

Da viele junge Bichler in der Gemeinde bleiben wollen, müsse man sich auch über Wohnraum-Erweiterung Gedanken machen. Die Möglichkeiten seien eingeschränkt, Platz zur Ausdehnung gebe es im Grunde nur in Richtung Norden. Pössenbacher könnte sich vorstellen, dass daher in Baulücken die maximal zulässige Kniestock-Höhe von 40 Zentimeter auf 1,50 Meter erhöht wird. Der Vorteil: Wenn der Kniestock höher ist, kann über Erd- und Obergeschoss noch ein vollwertiges Dachgeschoss gebaut werden.

Keine größeren Schwierigkeiten gibt es laut Pössenbacher mit der Unterbringung von Asylbewerbern. Die Zeiten, in denen 15 Bewerber notdürftig im Dachgeschoss des „Bayerischen Löwen“ untergebracht waren, seien vorbei. Momentan habe das Landratsamt von der Gemeinde nur noch Wohnungen für fünf Bewerber im rückwärtigen Bereich des Rathauses angemietet. Die meisten lebten in Privatwohnungen, alle Asylbewerber hätten einen Arbeitsplatz: „Es ist schon eine Leistung, dass der Helferkreis die ganzen Leute untergebracht hat“, sagte Pössenbacher. „So ist Integration machbar, nur so geht’s.“

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