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Wie immer gut besucht: die Bürgerversammlung in Bichl im Saal des „Bayerischen Löwen“.

Bürgerversammlung

Dorfentwicklung bewegt die Bichler

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Bichl - Unerwartet ruhig verlief am Dienstagabend die Bürgerversammlung in Bichl. Bei der Fragerunde gab es nur eine kurze Wortmeldung. Rathauschef Benedikt Pössenbacher lagen dafür mehrere längere schriftliche Anfragen vor.

Das Für und Wider zum Supermarkt beschäftigt die Bichler derzeit natürlich. „Aber es gibt auch noch andere Themen im Dorf“, sagte Pössenbacher zu Beginn seines Rechenschaftsberichts. Darin ging es unter anderem um die Themen Asyl, Kläranlage, Wasserversorgung, Wertstoffinseln, „Bayerischer Löwe“, Feuerwehr und Großveranstaltungen.

Die Fragen, die die Bürger hatten, wurden diesmal in erster Linie schriftlich gestellt. Sie stammten von Konrad Mangold sen., Harald Distler und Anke Gahn und drehten sich teils um den Supermarkt. Pössenbacher hatte eingangs angekündigt, sich zu diesem Thema nicht persönlich zu äußern. „Die Gemeinde verhält sich neutral.“ Außerdem gebe es „keine Frage, die noch nicht gestellt und die noch nicht beantwortet wurde“. Er rief dazu auf, sich am Bürgerentscheid zu beteiligen.

Mangold, Distler und Gahn hatten jeweils mehrere Fragen, auch zum Supermarkt. Mangold sorgt sich hier unter anderem um die landwirtschaftlichen Flächen wegen des Regenüberlaufs. „Es findet derzeit eine hydraulische Berechnung statt“, erklärte ihm Pössenbacher. Das Ergebnis liege noch nicht vor. Mangolds Forderung, den Vertrag mit Supermarkt-Projektentwickler Ratisbona offenzulegen, kam er nicht nach. „Das ist ein Rechtsgeschäft, das noch nicht abschließend vollzogen ist. Daher wird es nicht öffentlich behandelt.“

Mangold beantragte des Weiteren einen Dorfentwicklungsplan auf Basis einer Bürgerbeteiligung. Laut Pössenbacher liegt ein solcher Plan aus dem Jahr 2002 bereits vor. Das Thema solle aber nach dieser Anregung mit der Dorferneuerung besprochen werden. Mangolds weitere Frage drehte sich um die Kläranlage. Hier finde keine Privatisierung statt, sagte Pössenbacher. Der Betrieb werde derzeit bis Jahresende von einer Firma überwacht, die Anlage sei aber weiterhin im Besitz der Verwaltungsgemeinschaft. Statistiken würden aus Wettbewerbsgründen nicht veröffentlicht.

Auch mit den Anträgen von Harald Distler wird sich der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung beschäftigen. Distler fordert unter anderem, die Tagesordnung der Sitzung ins Internet zu stellen, Bauausschuss-Sitzungen öffentlich zu machen, eine bessere Akustikanlage für den Sitzungssaal und eine Bürger-Frageviertelstunde.

Letzteres war auch eine der Fragen von Anke Gahn. Sie wollte auch wissen, wie die Gemeinde zu Personalpolitik und Geschäftsgebaren des Netto-Konzerns stehe. Pössenbachers Antwort: „Es ist nicht die Aufgabe einer Gemeinde, sich um Geschäftsgebaren von Firmen zu kümmern, weder beim Supermarkt noch bei Handwerksfirmen.“ Gahn kritisierte zudem, dass in der Gemeinderatssitzung zum Supermarkt am 1. März nicht alle ihre Fragen beantwortet worden waren. Deshalb reichte sie einige nach, zum Beispiel zur Öffnung des Backshops am Sonntag und zur Überwachung der Parkzeiten. Pössenbacher ging nicht im Detail darauf ein. Nur so viel: Die Wirtschaftlichkeit des Marktes werde nur vom Investor geprüft, und die Überwachung der Parkverbotszeit sei Sache des Betreibers.

Gahn erkundigte sich auch, wie weit denn die Gemeinde bei der Suche nach einem neuen Pächter für den „Bayerischen Löwen“ sei. „Leider können wir keinen Wirt herzaubern“, so Pössenbacher. Durch die derzeitige Vermietung an das Landratsamt (Asylbewerber) und die Nutzung des Saals durch Privatpersonen sei die Einnahmesituation aber gut.

Trotz mehrerer Aufrufe stellte an diesem Abend nur ein Bürger eine mündliche Frage – nämlich, wie weit denn der Baufortschritt am Vereinestadel sei. Laut Bürgermeister ist jetzt die Bodenplatte drin, und in den vergangenen Tagen habe man sich intensiv um die Wasserentsorgung (verstopfter Dükker) gekümmert.

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