Kinder streicheln in einem Stall Kühe
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Die Gemeinde möchte den Stall für 400 Tiere verhindern

Gemeinderat lehnt ab

Ein klares Nein zum Großstall in Bichl

  • vonEwald Scheitterer
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„Wir sind dagegen“, lautet die klare Botschaft der Gemeinde, als es in der Gemeinderatssitzung erneut um den geplanten Großstall von Landwirt Andreas Mair („Voglbauer“) ging. Mit 10:3 Stimmen wurde der Antrag mit deutlicher Mehrheit erneut abgelehnt.

Bichl - Rund 400 Tiere sollen wie bereits berichtet in dem neuen Wohlfühlstall an der Penzberger Straße unterkommen. „Ein gigantischer Riegel“, wie Bürgermeister Benedikt Pössenbacher das Bauwerk bezeichnete. Über ein Jahr ziehen sich mittlerweile die Verhandlungen zu dem Bauvorhaben hin. Dabei führt die Gemeinde neben der puren Größe des geplanten Stalles weitere Aspekte an, die dagegen sprechen würden. Wegen der Nähe zur nächsten Wohnbebauung – etwa 350 Meter – befürchtet sie künftig Nachbar-Beschwerden wegen der zu erwartenden Lärmemissionen und der Geruchsbelästigung. Außerdem müsste ein Teil des Geländes für einen ebenen Stallboden drei bis vier Meter aufgeschüttet werden. Dies stehe im krassen Gegensatz zur gültigen Ortsgestaltungssatzung.

Stall schränkt Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde ein

Ein weiteres Argument dagegen führte der Rathauschef erneut an: „Mit dem Gebäude wird die Gemeinde stark in ihren künftigen Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt. Wir müssen dabei in Richtung Norden planen, da wir am südlichen Bichler Dorfrand gleich an ein Wasserschutzgebiet stoßen.“

Thomas Schäfer konstatierte: „Auch wenn es prinzipiell gut ist, dass sich ein junger Bauer so engagiert und für die Zukunft plant, ist mir das Ganze viel zu groß und zu nahe am Dorf. Deshalb werde ich erneut dagegen stimmen, auch wenn mir bewusst ist, dass wir vom Landratsamt dann überstimmt werden.“

Bauherr wäre durchaus kompromissbereit

Dabei zeigte sich Mair durchaus kompromissbereit. So wurde das Gebäude in der jetzt vorgelegten Planung etwas weiter von der Penzberger Straße weggerückt. Zudem sind nun statt eines Baukörpers in den Maßen 85 mal 35 Meter mit einer Giebelhöhe von etwas über zehn Meter zwei parallel verlaufende Baukörper mit den Maßen 95 mal 21 und 75 mal 15 Meter vorgesehen. Durch den Doppelgiebel würde der Stall dabei lediglich 7,50 Meter hoch.

Doch auch das konnte weder Bauausschuss noch Gemeinderat überzeugen. Der Knackpunkt ist allerdings die Privilegierung eines landwirtschaftlichen Anwesens. „Und die sticht bekanntlich alles“, so Pössenbacher. Deshalb schrieb das Landratsamt der Gemeinde auch, „eine Baugenehmigung kann nicht versagt werden.“

Da das auch dem Ratsgremium bewusst war, sollte die Ablehnung seine Haltung gegenüber der Bevölkerung demonstrieren. „Das ist doch aussichtslos“, meinte da Werner Krönauer und so stimmten er, Franziska Waldherr und Xaver Bauer für eine Genehmigung des Bauantrags. „Wenn jetzt unser Einvernehmen vom Landratsamt ersetzt wird“, so Pössenbacher abschließend, „bleibt der Gemeinde nur noch der Klageweg.“

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