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Plastikfrei : Melanie Sulzinger und Lena mit selbst gemachtem Waschmittel, handgemachten Abschminkpads, Haarseife und einer Zahnbürste aus Holz. 

Erfahrungsbericht: Leben ohne Plastik (3)

Plastikfasten erfordert Organisation

Wo bekomme ich was? Und wie kann ich die Dinge, die nicht plastikfrei zu bekommen sind, selber machen? In der dritten Woche ihres Plastikfastens ist Melanie Sulzinger schon recht versiert in der Recherche nach plastikfreien Produkten.

Bichl – Hatte sie noch in der letzten Woche keine Ahnung, wo sie nicht in Plastik verpacktes Soda kaufen könnte (wir berichteten), hat sie die Basis für ihr selbst gemachtes Waschmittel mittlerweile gefunden. „Um Soda in der Papiertüte zu finden, musste ich allerdings in drei Geschäfte gehen. Und für die Kernseife war ich noch einmal in drei“, berichtet die 34-Jährige. Zuhause hat sie die Kernseife in mühevoller Handarbeit klein gerieben und sie zusammen mit Soda auf dem Herd unter ständigem Rühren zu Waschmittel verarbeitet. Ganz schön aufwendig.

Aber die junge Mutter hat längst gelernt, dass es Zeit und Organisation braucht, um plastikfrei leben zu können. Mit dem Ergebnis ihres selbst gemachten Waschmittels ist sie allerdings sehr zufrieden. „Bisher finde ich es super.“ Außerdem ist sie eigens nach Weilheim gefahren, um in einem Bioladen lose Nudeln und Bohnen zu kaufen. Ökologisch auch nicht die Ideallösung, wie sie kritisch anmerkt. Dafür sei der Einkauf in dem Spezialgeschäft aber „günstiger als erwartet“ ausgefallen. Die großen Schraubgläser, um die Nudeln nach Hause transportieren zu können, hat sie vorher aber erst kaufen müssen.

Eine Woche werden sie und Töchterchen Lena noch Plastik fasten. „Aber ich denke, auch danach werden wir sicherlich einige Dinge weiter machen.“ Beispielsweise die selbst gemachten Abschminkpads aus Moltontüchern verwenden. Oder mit Brotzeitboxen beim Metzger einkaufen. Dort kennt man Mutter und Tochter übrigens schon und passt mit auf, dass sie nur Wurst im Naturdarm – also plastikfrei – kaufen.

Doch während Melanie Sulzinger auch in Zukunft plastikbewusster leben möchte, freut sich Töchterchen Lena schon auf das Ende der Fastenaktion. Sie muss nämlich derzeit auf ihren Lieblingspudding verzichten, weil es den nur im Plastikbecher zu kaufen gibt. Mama Melanie hat zwar versucht, die Süßspeise selber zu machen. „Aber da waren so komische Klümpchen drin“, erzählt Lena. Überhaupt gebe es derzeit kaum Süßigkeiten, weil Kekse und Co. meist in Plastik verpackt sind, so Lena. „Ich bekomme nicht einmal Kaugummi.“

Dass Mama Melanie den Plastikverzicht auch bei sich selbst ganz ernst nimmt, hat sie an ihrer Geburtstagsfeier gezeigt. „Da habe ich Caipirinhas gemacht. Weil ich aber noch keine Strohhalme ohne Plastik gekauft hatte, gab es die Drinks eben ohne.“  (fn)

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