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Versuchen, vier Wochen auf Plastik zu verzichten: Melanie Sulzinger und Tochter Lena.

Erfahrungsbericht von Melanie Sulzinger aus Bichl

Auf Plastik zu verzichten, ist nicht immer leicht

Aufwändiger, teuerer und mit hohem Planungsaufwand verbunden: In der zweiten Woche ihres Plastikfastens bekommt die Motivation von Melanie Sulzinger und Tochter Lena deutlichen Gegenwind. Und dennoch: „Wir sind immer noch voll dabei“, sagt die 34-Jährige.

Bichl– Wie berichtet, beteiligt sich Sulzinger zusammen mit ihrer sechsjährigen Tochter an der Aktion „Plastikfasten“ des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK). Der Tölzer Kurier begleitet Mutter und Tochter jetzt vier Wochen bei dem Projekt.

Die Sozialpädagogin hat mittlerweile etliche Stunden im Internet verbracht und nach alternativen Einkaufsmöglichkeiten für Plastikverpackungen gesucht – teilweise mit gutem Erfolg. So hat sie Backpulver und Hefe in Glasverpackungen gefunden und in Papier verpackte Zahnseide. Alles zwar ohne Plastik, aber deshalb noch lange nicht umweltfreundlicher, wie sie befürchtet. „Angesichts der weiten Transportwege bin ich da schon skeptisch.“

Glücklicherweise gibt es aber auch in der Region einige Spezialgeschäfte, in denen man plastikfreie Ware kaufen kann. So hat Sulzinger in einem Penzberger Geschäft in Kartons verpacktes Klopapier entdeckt. Und Quark im Glas hat sie auch gefunden. Aber: Alles deutlich teurer als im normalen Supermarkt.

Auch der Käse, den die kleine Familie nun immer im Käseladen kauft, weil sie ihn von dort in der Brotzeitbox plastikfrei nach Hause tragen kann, sei deutlich teurer als die Discounter-Variante. Rund 20 Euro, schätzt Sulzinger, sei ihr wöchentlicher Einkauf teurer als vor dem Plastikverzicht. Und das sie nun immer mit Brotzeitboxen ausgerüstet zum Wurst- und Käsekauf geht sowie Milch und Joghurt nur noch in Glasflaschen erwirbt, ist nicht nur teurer, sondern hat auch Folgen für den heimischen Kühlschrank. „Der platzt mittlerweile aus allen Nähten, weil diese Verpackungen viel mehr Platz wegnehmen.“

Auch aus ihrem Badezimmer versucht Sulzinger Plastik zu verbannen. Aber während sie die Haarseife vollkommen überzeugt, ist sie mit der Zahnbürste aus Bambus nicht zufrieden, denn: „Ich finde deren Geschmack nach nassem Holz komisch.“ Und auch ihre selbstgehäkelten Wattepads (wir berichteten) haben den Praxistest nicht bestanden. „Die sind zu rau.“ Nun will sie versuchen, Pads aus Moltontüchern zu nähen. Außerdem möchte sie Spülmittel aus Soda selber herstellen, da es diese Mittel nur in Plastikflaschen zu kaufen gibt.

Die Resonanz von Freunden und Kollegen auf ihren Plastikverzicht ist übrigens sehr positiv. Durch die vielen Gespräche habe sie gemerkt, „dass es viele Menschen gibt, die sich Gedanken um die Umwelt machen“.  (fn)

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