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Landgericht

Falsche Verdächtigung kommt teuer

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Bichl/München – Ein 70-jähriger Rentner aus Bichl muss wegen falscher Verdächtigung 2400 Euro Geldstrafe (120 Tagessätze) bezahlen. Das Landgericht München II nahm ihm am Montag nicht ab, dass er nur aus purer Kindes-Fürsorge eine Beobachtung im Nachbarhaus publik machte.

„Ihnen war daran gelegen, ein Verfahren einzuleiten“, sagte der Vorsitzende Richter Martin Hofmann. Der Angeklagte konnte die Entscheidung nicht fassen.

Zum Hintergrund: Im Oktober 2014 will der Bichler beobachtet haben, dass im Nachbarhaus ein 13-jähriges Mädchen im hell erleuchteten Zimmer stand, nur bekleidet mit einem BH. Plötzlich betrat der Vater mit entblößtem Oberkörper den Raum, legte freundschaftlich einen Arm um sie und zog sie weg.

Für den Rentner war das Grund genug, die Mutter der getrennt lebenden Eltern zu informieren und auch das Jugendamt sowie die Polizei in Penzberg einzuschalten. Nun geriet alles ins Rollen. Gegen den Vater wurde wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Doch das Mädchen wie auch seine Schwester waren zum fraglichen Termin gar nicht zu Hause gewesen, sondern auf dem benachbarten Bauernhof. Als Beweis legte das Kind ein datiertes Handyfoto vor. Das könne man aber doch manipulieren, entgegnete der Angeklagte. Richter Martin Hofmann glaubte ihm nicht. Der Bichler Rentner hat 32 Vorstrafen. Und der Richter fand es auch höchst befremdlich, dass der 70-Jährige das Anwesen wiederum im Auftrag eines anderen Nachbarn ausspionert hatte. „Da hat der Nachbar ja in Ihnen den Richtigen erwischt“, bemerkte Richter Martin Hofmann ironisch und wurde im nächsten Moment sehr ernst: „Wenn man einen Nachbarn hat wie Sie, dann zieht man am besten ganz weit weg.“

Schon in erster Instanz, vor dem Amtsgericht Weilheim, hatte der 70-Jährige im April auf Granit gebissen und besagte Geldstrafe kassiert (wir berichteten).

In zweiter Instanz wurde diese in Höhe von 2400 Euro nun bestätigt. Dabei hätte die Strafe aus Sicht des Münchner Richters noch weitaus höher ausfallen können. Aber: „Wir waren gedeckelt“, sagte Hofmann.

Zur Erklärung: Wenn nur der Angeklagte Berufung einlegt, kann sein Strafmaß maximal bestätigt werden, nicht aber höher ausfallen. „Wenn die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hätte, dann wären sie für sechs Monate eingerückt“, sagte Richter Hofmann zum Angeklagten und fügte hinzu: „Vor dem Hintergrund der Uneinsichtigkeit war die Geldstrafe vom Amtsgericht in Weilheim heuer im April geradezu ein Schnäppchen.“

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