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Nach der umfangreichen Renovierung leuchtet der Don-Bosco-Club am Kloster in strahlendem Weiß. 

Gemeinderat Bichl zeigt sich mit Nachbargemeinden im Loisachtal solidarisch

Jubel im Jugendclub Benediktbeuern: Finanzierung gesichert

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Aufatmen beim Trägerverein für die Jugendarbeit im Loisachtal: Die Gemeinde Bichl gibt dem Antrag statt und gewährt einen höheren Zuschuss für offene und mobile Jugendarbeit. Damit zeigt sich Bichl wieder solidarisch mit allen anderen Loisachtal-Gemeinden.

Bichl– Die Gemeinde Bichl steht wirtschaftlich auf gesunden Füßen und wird 2019 vor allem Infrastruktur-Maßnahmen im Bereich Straßen-, Kanal- und Wasserleitungsbau durchführen. Auch die Vereine dürfen sich freuen: Die Gemeinde stellt fast 51 000 Euro an sogenannten freiwilligen Leistungen zur Verfügung.Erleichterung herrscht vor allem beim Trägerverein für die Jugendarbeit im Loisachtal: Der Gemeinderat kommt dem Antrag nach und genehmigt einen höheren Zuschuss. Insgesamt erhält der Verein heuer 10 100 Euro, davon entfallen 7400 Euro auf den Don-Bosco-Club und 2700 Euro auf die mobile Jugendarbeit.

Das ist deshalb eine wichtige Nachricht, weil Bichl im vergangenen Jahr aus der solidarischen Finanzierung der Jugendarbeit aller Loisachtal-Gemeinden ausgeschert war (wir berichteten). Das hatte bei den Nachbarkommunen für Unmut gesorgt und dem Vorstandsteam des Trägervereins Sorgen bereitet, denn dessen Haushalt ist auf Kante genäht.

Im Februar hatte  Bichls Bürgermeister Benedikt Pössenbacher die Jugendclub-Leiterin Sabine Maier und Streetworkerin Tini Schwarm in die Ratssitzung eingeladen, damit sie über ihre Arbeit berichten konnten – und das taten sie mit Erfolg. Der Gemeinderat genehmigte den Zuschuss nach Diskussion in nichtöffentlicher Sitzung. Laut Pössenbacher herrschte Konsens: „Unser Haushalt sieht ja heuer auch gut aus.“ Bei der Genehmigung in der Sitzung am Dienstag kam das Thema – ebenso wie die freiwilligen Leistungen an sich – aber nicht weiter zur Sprache.

Beim Trägerverein ist die Freude groß: „Wir sind sehr erleichtert und dankbar für die Unterstützung“, sagt der Vorsitzende Christoph Budde auf Nachfrage. Mit Bichl sei es ein „zähes Ringen“ gewesen, meint Udo Peise, pädagogischer Geschäftsführer. „Es ist sehr schön, dass jetzt zwischen Bad Heilbrunn und Schlehdorf wieder eine Achse der Solidarität besteht und alle Gemeinden bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.“ Ähnlich äußert sich auch Tini Schwarm, verantwortlich für die mobile Jugendarbeit, und Don-Bosco-Club-Leiterin Sabine Maier. Sie sprechen von einem „wichtigen und stärkenden Signal für die offene und mobile Jugendarbeit und für alle Jugendlichen im Loisachtal“.

Freude herrscht aber nicht nur beim Trägerverein für die Jugendarbeit. Der Bichler Sportverein und die Eisstockschützen konnten sich dank Unterstützung der Gemeinde (14 000 Euro) ein Gerät anschaffen, mit dem man auf den jeweiligen Plätzen im Sommer Rasenmäher und im Winter Schneeräumen kann. Die Vereine leisten dazu auch einen Eigenanteil. Die Gemeinde finanziert anteilig auch die Kostenunterdeckung für Sportler, die die Schulturnhalle nutzen (16 000 Euro).

Lesen Sie auch: Don-Bosco-Club feiert 40-jähriges Bestehen

Der Bichler Haushalt bewegt sich 2019 in einem guten Rahmen. Zwar kann die Gemeinde „nur“ 461 200 Euro dem Vermögenshaushalt zuführen, allerdings handelt es sich laut Kämmerer Florian Hlawatsch um die dritthöchste Zuführung in den vergangenen zehn Jahren. 2018 war mit fast 700 000 Euro an Zuführung ein Rekordjahr. Die Gewerbesteuer dürfte sich mit 300 000 Euro stabil halten. Sehr erfreulich ist jedoch die Entwicklung des Einkommenssteueranteils, hier rechnet der Kämmerer heuer mit einer Steigerung von 6,45 Prozent (insgesamt 1,6 Millionen Euro). Seit 2010 hat sich dieser Anteil fast verdoppelt. Bis 2022 rechnet Hlawatsch mit einer weiteren mäßigen Steigerung.

Insgesamt wird die Gemeinde heuer 1,7 Millionen Euro investieren. Die Finanzierung erfolgt zu gut 60 Prozent über den Vermögenshaushalt, fast 40 Prozent werden der Rücklage entnommen. Diese sinkt deshalb von 2,1 auf 1,4 Millionen Euro. Zudem geht der Schuldenstand von derzeit 665 000 Euro auf 458 000 Euro (Ende 2019) zurück.

Ein Dorf trägt Trauer: Hunderte Gäste zollen dem verstorbenen Benediktbeurer Bürgermeister Hans Kiefersauer die letzte Ehre. 

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