So soll der geplante Netto-Markt am Bichler Ortsrand aussehen.

Geplanter Supermarkt in Bichl:

Zweiter Bürgerentscheid am 24. April

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Bichl – Der Bichler Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstagabend wie erwartet das Bürgerbegehren gegen den Supermarkt für zulässig erklärt.

„Die materielle und formelle Prüfung der 225 Unterschriften hat keine Beanstandung ergeben“, sagte Bürgermeister Benedikt Pössenbacher.

Das Gremium war sich dann einig, kein eigenes Ratsbegehren auf den Weg zu bringen. Theoretisch wäre es möglich, dass die Bürger über die Frage der Bürgerinitiative, über eine Frage des Gemeinderats („Ratsbegehren“) und dann noch eine Stichfrage entscheiden hätten können. Wie so etwas aussehen könnte, zeigte Pössenbacher den Gemeinderäten in einer fiktiven Vorlage. Diese war den Räten jedoch zu unübersichtlich. „Da kennt sich ja keiner mehr aus. Das ist viel zu kompliziert“, sagte Xaver März. Die gleiche Meinung vertrat Helmut Kolbeck: „Ein Ratsbegehren verdeutlicht die Thematik nicht, sondern macht sie viel unübersichtlicher.“

Die neuerliche Unterschriftensammlung stößt im Gemeinderat auf wenig Verständnis. „In der Supermarkt-Geschichte lacht schon der ganze Landkreis über uns“, sagte Michael Knestel. Thomas Schäfer ärgert sich darüber, dass „Zeit und zirka 10 000 Euro Kosten verschwendet werden“. Das Geld werde an anderer Stelle auch gebraucht. „Ich hoffe, es gehen möglichst viele zur Abstimmung, damit wir jetzt eine finale Entscheidung haben“, sagte Schäfer und meinte: „Es ist ja nicht der Gemeinderat, der diesen Supermarkt bauen will. Sondern der Gemeinderat will den Wunsch der Bürger umsetzen.“

Ein Bürgerentscheid muss jetzt innerhalb von drei Monaten an einem Sonntag stattfinden. Das Gremium einigte sich auf den 24. April – allerdings mit den Gegenstimmen von Michael Eberl und Helmut Kolbeck, die gegen den Supermarkt sind und die Abstimmung lieber am 5. Juni gesehen hätten. Ein Termin im Juni ist auch Wunsch der Bürgerinitiative um Harald Distler. „Aber je schneller wir die Entscheidung haben, desto schneller wissen wir: weitermachen oder liegenlassen“, argumentierte Zweiter Bürgermeister Markus Geißler. „Man muss doch jetzt keine ,Werbung‘ mehr machen. Die Argumente sind bekannt.“ Auch Pössenbacher will eine Abstimmung so rasch wie möglich. An den Mai-Sonntagen seien Maibaumaufstellen, Patronatstag in Garmisch und dann Pfingstferien. Distler reagierte nach der Sitzung verärgert: Man hätte den Termin mit der Bürgerinitiative abstimmen müssen, und das sei nicht geschehen. Natürlich habe die Gruppierung noch Aktionen geplant, um ihre Argumente vorzubringen.

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