+
Hatte die Brummis im Blick: Polizeihauptmeister Arne Sedler an der Kontrollstelle an der B11 in Geretsried. 

„Rollende Zeitbomben“ 

Polizei beteiligt sich an der Aktion „Brummis im Blick“ – und hat einiges zu beanstanden

  • schließen
  • Silke Scheder
    Silke Scheder
    schließen

„Brummis im Blick“ war das Motto einer Kontrollaktion der Polizei. Sie überprüfte in Geretsried und Bichl Lkw - und zog einige aus dem Verkehr.

Geretsried/Bichl – Polizeihauptkommissar Peter Staab und Polizeihauptmeister Arne Sedler von der Verkehrspolizeiinspektion Weilheim stehen zusammen mit zwei weiteren Kollegen in der Parkbucht an der Bundesstraße 11 auf Höhe der Einfahrt Geretsried Nord. Mehrere PKW-Fahrer ziehen vorbei, den Blick schon fast misstrauisch auf die Beamten gerichtet. Doch deren Augenmerk gilt Größerem: den Lkw.

„Brummis im Blick“ lautet der Name Aktion, die am Donnerstag landesweit durchgeführt worden ist. Allein in Bayern haben die Beamten 1400 Verstöße festgestellt. Auch im Landkreis kontrollierten die Polizisten, ob zum Beispiel die Ladung der Lkw ausreichend gesichert war und ob die Fahrer die Lenk- und Ruhezeiten eingehalten haben. In Geretsried und Bichl hielt die Polizei zwar nur elf Fahrzeuge an. Zu beanstanden gab es trotzdem einiges. An der Bundesstraße 472 in Fahrtrichtung Sindelsdorf stoppte die Polizei an dem Parkplatz kurz vor der Loisachbrücke zum Beispiel einen 7,5-Tonner, der nicht als Gefahrengut-Transporter gekennzeichnet war, sagt Carolin Hohensinn, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Doch nicht nur deshalb muss sich der Fahrer demnächst vor Gericht verantworten. Er bekam auch eine Anzeige nach dem Fahrpersonalgesetz. Vermutlich hat der Mann die vorgeschriebenen Ruhezeiten nicht eingehalten.

Lesen Sie auch: „Schnacksel-Treff“ an der Isar: Polizei sorgt für Unruhe unter bösen Buben

An der B11 in Geretsried kontrollierten die Beamten acht Fahrzeuge. Ihre Bilanz: ein Geschwindigkeitsverstoß, ein technischer Mangel, drei Vergehen gegen die Sozialgesetze und einer gegen das Güterkraftverkehrsgesetz. Zweimal musste bei der Ladungssicherung nachgebessert werden. Bei einem Fahrzeug wurde die Weiterfahrt direkt unterbunden.

Im Gebiet des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, zu dem auch der Landkreis gehört, wurden am Donnerstag zwischen 6 und 22 Uhr insgesamt 143 Fahrzeuge beziehungsweise Fahrzeuggespanne kontrolliert. 14 Fahrern wurde nach Angaben der Pressestelle die Weiterfahrt untersagt. Acht Fahrer erhielten eine Anzeige, da sie den Mindestabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht eingehalten hatten. „Bei neun Fahrzeugen war die Ladung so schlecht gesichert, dass dies ebenfalls eine Anzeige zur Folge hatte“, heißt es in dem Bericht.

Das könnte Sie auch interessieren: Am Kesselberg: Mercedes durchbricht Mauer und stoppt kurz vor dem Abgrund

Innenminister Joachim Herrmann äußerte sich in einer Pressemitteilung erschrocken darüber, wie viele „rollenden Zeitbomben“ auf Bayerns Straßen angehalten wurden. Für den CSU-Politiker ist klar: „Das war nicht die letzte Schwerpunktkontrollaktion der bayerischen Polizei. Verstärkte Lkw-Kontrollen sind auch weiterhin für mehr Verkehrssicherheit notwendig.“

sh/sis

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Segelflugzeug stürzt nach missglücktem Manöver ab: Passagiere hängen in 25 Meter Höhe fest 
In der Nähe von Ohlstadt (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) ist am Samstag ein Segelflugzeug abgestürzt. Zwei Personen befanden sich an Bord.
Segelflugzeug stürzt nach missglücktem Manöver ab: Passagiere hängen in 25 Meter Höhe fest 
Bichler Ochsenritt: Auftritt der 800-Kilo-Kolosse
Nach zehn Jahren Pause findet am Sonntag, 20. Oktober, in Bichl wieder ein Ochsenritt statt.
Bichler Ochsenritt: Auftritt der 800-Kilo-Kolosse
Neues von den Wackersberger Baustellen: Manche Probleme gelöst, andere nicht
Viele Bauprojekte in Wackersberg nehmen derzeit Gestalt an. Manche Probleme wurden beseitigt, andere gilt es offenbar noch zu bewältigen.
Neues von den Wackersberger Baustellen: Manche Probleme gelöst, andere nicht
Microsoft-Betrüger beißt bei Tölzerin auf Granit
Schon wieder hat ein angeblicher Microsoft-Mitarbeiter versucht, eine Tölzerin übers Ohr zu hauen.
Microsoft-Betrüger beißt bei Tölzerin auf Granit

Kommentare