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Bäckermeister Josef Eberl (re.) und Adriane Schua von der Solidargemeinschaft Oberland (2.v.re.) erklärten den Besucherinnen die Grundlagen des regionalen Wirtschaftens und ließen sie auch von Teigen probieren. 

Besuch in der Bäckerei Eberl

Knowhow aus Bichl für Nigeria

Auf Einladung des Bayerischen Bauernverbands (BBV) informierten sich acht Frauen aus Nigeria über Wirtschaftskreisläufe im Oberland.

Bichl In ihrer Heimat Nigeria arbeiten die acht Frauen als Lehrerinnen, Bäuerinnen und Vertreterinnen von Nichtregierungsorganisationen. Sie alle eint jedoch ein Ziel: Sie wollen die Lebensbedingungen der Menschen in Nigeria verbessern. Auf Einladung des Bayerischen Bauernverbands (BBV) besuchten diese Frauen vor Kurzem das Oberland, um Inspirationen und Beispiele für das Wirtschaften in ihrem eigenen Land zu finden.

Ihre Bildungsreise führte die interessierten Frauen zur „Solidargemeinschaft Oberland“ des Verbandes „Unser Land“. In diesem Rahmen besuchten sie die Bäckerei Eberl in Bichl. Marianne Wagner von „Unser Land“ erklärte den Gästen zunächst das Konzept des regionalen Netzwerks, das sich aus elf Solidargemeinschaften zusammensetzt und sich für den Erhalt der Lebensgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen in der Region einsetzt.

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Nach der Einführung ging es gleich in die Backstube von Seniorchef Josef Eberl weiter. Der Bäckermeister stellte den Nigerianerinnen spannend den langen Weg des Getreides bis hin zu den fertigen Backwaren dar. „Ich wollte ihnen vor allem vermitteln, dass wir alles aus regionalen Rohstoffen herstellen und nicht wie die Industrie 20 Prozent der Erzeugnisse wegwerfen“. Er ließ die Afrikanerinnen auch von dem Sauerteig, den diese noch nie zuvor probiert hatten, kosten. Viel besser schmeckten den Frauen jedoch die frischen Brezen, die zum Abschluss serviert wurden.

Die Bäckerei der Familie Eberl gehört zu den ältesten Familienbetrieben in Deutschland. Josef Eberl wurde mit allen möglichen Fragen zur Herstellung des Teiges und Verarbeitung bombardiert. Er beantwortete sie gerne. „Für die Frauen war es verwunderlich, dass wir nie Lieferprobleme haben, was in ihrer Heimat ein großes Problem ist“, berichtet Eberl. Die Gäste zeigten sich sichtlich beeindruckt von der Vielfalt der Backwaren. Als besonderes Highlight wurde das neue „Kräuterbrot“, das nur aus regionalen Produkten besteht, gekostet.

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Anschließend ging es weiter nach Sindelsdorf, wo die Afrikanerinnen die „Off-Mühle“ besuchten. Inhaber Martin Sonner und seine Frau Veronika führten die Besucherinnen an die einzelnen Stationen des Vermahlens. Die Gäste nahmen sowohl das Getreide als auch das Schrot und am Ende das Mehl genau unter die Lupe.

Die Besichtigungen stießen bei den acht Nigerianerinnen auf positive Resonanz. Viele der Anregungen dieser Tour können ihnen in ihrem Heimatland weiterhelfen, so der einhellige Tenor. (Theresa Pfund)

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