+
Im März 2020 finden in Bayern Kommunalwahlen statt.

Kommunalwahl 2020

Bürgermeister-Ämter: Fragezeichen in Bichl und Bad Heilbrunn

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
    schließen

In allen Gemeinden werden derzeit die Weichen für die Kommunalwahl 2020 gestellt. In Bichl und Bad Heilbrunn sind noch grundsätzliche Fragen zu klären.

Bichl/Bad Heilbrunn – So etwa in Bichl, ob Bürgermeister Benedikt Pössenbacher (parteilos) wieder antritt. Der 52-Jährige, seit 2008 im Amt, will sich nach wie vor noch nicht festlegen: „Ich weiß es noch nicht genau“, sagt er erneut auf die Anfrage des Tölzer Kurier.

Benedikt Pössenbacher  (parteilos) ist seit 2008 Bürgermeister von Bichl.

Nach der nächsten Gemeinderatssitzung am 17. September werde dann aber eine Entscheidung fallen, kündigt Pössenbacher an. Eigentlich, sagt er, würde er sein Amt zur Verfügung stellen: „Ich will nicht der Platzhirsch sein, der sein Amt nicht hergibt.“ Zwei Wahlperioden hält Pössenbacher für ausreichend. Finde sich aber kein anderer Bewerber, werde er weitermachen. „Amtsmüde bin ich nicht“, sagt Pössenbacher. In Bichl gebe es auch in der Zukunft einiges zu tun, der Gemeinderat habe in den vergangenen Jahren viel auf den Weg gebracht. „Zudem bekomme ich auch viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung.“

In Bad Heilbrunn geht unterdessen das Gerücht um, dass Konrad Specker von den Freien Wählern Amtsinhaber Thomas Gründl von der CSU herausfordern will. Specker will das „weder bestätigen noch dementieren“, sagte er beim Anruf des Tölzer Kurier. Es stehe jedoch fest, dass es von Seiten der Freien Wähler einen Bürgermeister-Kandidaten geben werde. „Wahl bedeutet, Auswahl zu haben“, sagt Specker.

Wer der Kandidat der Freien Wähler sein wird, werde man der Öffentlichkeit bei der Nominierungsversammlung im Oktober bekannt geben. Ein Termin steht dafür noch nicht fest. Sollte Specker für das Bürgermeisteramt kandidieren, wäre es das zweite Mal nach 2008. Damals unterlag er Thomas Gründl.

Konrad Specker (FW) ist als Bürgermeisterkandidat in Heilbrunn im Gespräch.

Was kritisieren die Freien Wähler am Rathauschef? „Die Amtsführung könnte anders sein“, sagt der 47-Jährige. Man müsse den Gemeinderat mehr einbinden. „Die Informationspolitik des Bürgermeisters ist spärlich“, kritisiert Specker. Als sich beispielsweise herausstellte, dass in Heilbrunn viele Kindergartenplätze fehlen, sei man „von der Brisanz völlig überrannt worden“.

Laut Specker treffen die Freien Wähler in diesen Wochen Vorbereitungen für die Wahl und stellen ein Konzept sowie Listen auf. Kandidaten zu finden, sei nicht leicht, sagt der Bäckermeister, vor allem Frauen.

Woran das liege? „Viele sagen, sie würden sich schon woanders stark engagieren“, berichtet Specker. Zudem hätten viele eine Scheu, ein politisches Amt zu übernehmen und damit auch mal in der Öffentlichkeit zu stehen. „Frauen interessieren sich zwar schon für Entwicklungen im Dorf, aber sie sind zurückhaltender, wenn es darum geht, auch politisch Verantwortung zu übernehmen“, bedauert Specker. Er versuche zu erklären, dass es eine schöne Erfahrung sei, Projekte in der Heimatgemeinde zu entwickeln und dann auch umzusetzen. Männer, sagt Specker, „sind da von Haus aus geschäftiger“.

Lesen Sie auch: Naturbad Bichl: Mehr Sicherheit unter Wasser dank Hightech-Gerät

Apropos Heimat: Laut Specker versuchen die Freien Wähler, neben zahlreichen bekannten Einheimischen auch Neubürger für lokale politische Arbeit zu begeistern: „Sie haben nochmal einen ganz anderen Blick aufs Dorf.“ Derzeit sind es laut Specker zwei, die ihre Bereitschaft erklärt haben. Sie würde die Liste mit bekannten Einheimischen bereichern. „Die Mischung macht’s aus“, sagt der Heilbrunner.

Lesen Sie auch: Schwein gehabt: Medizinisches Tier-Training in Nantesbuch

Auch interessant

Kommentare