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Auf Initiative von Badeaufsicht Wolfgang Herm gibt es im Bichler Naturfreibad jetzt eine neue Sicherheitsvorkehrung. Auf dem Bildschirm am Beckenrand sieht der 39-Jährige, was sich unter Wasser abspielt.

Badeaufsicht Wolfgang Herm ist ein Technik-Freak

Naturbad Bichl: Mehr Sicherheit unter Wasser dank Hightech-Gerät

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Im Bichler Naturfreibad gibt es seit diesem Sommer eine neue Sicherheitsvorkehrung. Mit Hilfe eines Sonargebers kann man Personen erkennen, die auf dem Grund liegen.

Bichl– Das Bichler Naturfreibad gehört zu den beliebtesten Bädern in der Region. An schönen Tagen tummeln sich hier hunderte Besucher, auf die Badeaufsicht Wolfgang Herm ein Auge haben muss. Der 39-jährige Kochler, Mitglied der Wasserwacht, ist technisch sehr interessiert. „Ich hab’ mir schon länger Gedanken gemacht, was man tun kann, damit man auch bei trübem Wasser Personen erkennen kann, die untergegangen sind“, sagt Herm. Immer wieder komme es vor, dass zum Beispiel Mütter vor ihm stünden und sagten: „Ich kann mein Kind nicht mehr finden.“

Seit diesem Sommer kann Herm zusammen mit den Aufsichten an der Kasse auch den Bereich unter Wasser im Blick haben. Im 3,40 Meter tiefen Schwimmerbecken hängt ein Sonargeber, der ähnlich wie ein Ultraschallgerät in fotorealistischer Qualität Bewegungen unter Wasser darstellt. Diese werden auf einen Bildschirm übertragen, der am Beckenrand steht sowie auf zwei Handys, die bei den Mitarbeiterinnen an der Kasse liegen. „Theoretisch könnte man auch noch einen großen Monitor anschließen“, sagt Herm.

Alarmton geht los

Der 39-Jährige war auf ein System der Firma „Search-and-Rescue“-Unterwassersysteme (SAR) aufmerksam geworden, die schließlich mit Technikern von einer weiteren Firma nach Bichl kam und das System vor Ort mithilfe von Puppen testete.

Für den Fototermin mit dem Tölzer Kurier unternahm René Dolecek aus Bichl einen Tauchgang. Sein Körper befindet sich in dem (eingefügten) blauen Kreis.

Der Sonargeber hat eine Schwenkfunktion und somit den ganzen Schwimmerbereich „im Blick“. Sieht eine Badeaufsicht einen Körper auf Grund liegen, kann man den Sonargeber stoppen, sodass genau diese Stelle im Bild bleibt. „Dann geht gleich eine Sirene los“, erklärt Harm, und die Rettungsmaßnahmen können beginnen.

Nach den erfolgreichen Test-Versuchen hat die Gemeinde Bichl das Equipment gekauft. Die Anschaffungskosten lagen bei knapp 5000 Euro, berichtet Bürgermeister Benedikt Pössenbacher. „Für die Sicherheit der Badegäste ist das sehr gut“, lobt der Bichler Rathauschef das Engagement von Wolfgang Herm.

Einsatz im Kinderbereich nicht möglich

Der Sonargeber überwacht ausschließlich den tiefen Bereich. „Im Kinderbecken mit 1,30 Metern ist es dafür zu flach“, sagt Herm. Dieses werde aber ohnehin geschlossen, wenn die Sichttiefe nicht mehr gegeben sei. „Aber das hatten wir noch nie.“

So sieht der Sonargeber aus, der an der Stange unter Wasser hängt.

Die Badegäste haben das neue Gerät in den vergangenen Wochen mit großem Interesse beäugt, berichtet Herm schmunzelnd. Manche seien eine ganze Weile davor gestanden, um das „Leben“ unter Wasser zu beobachten. Auf dem Monitor am Beckenrand schimmern Taucher in rot. Schon nach kurzer Zeit bekommt man Übung darin, zu erkennen, was sich unter Wasser abspielt.

Herm erklärt die Technik gerne anderen Kommunen und Bademeistern. Wer sich vorab informieren will, kann das schon auf seiner Facebook-Seite. Dort gibt es Videos von Übungen mit Puppen.

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