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Mit dem Frühlingsidyll war es am Montag für eine Loisachtaler Kuh schon am frühen Morgen vorbei. Das verstörte Tier rannte durch Bichl und die Bundesstraße entlang.

Sachschaden und Stau

Panische Kuh-Tour durch Bichl

Bichl - Ein Rindvieh büxt aus, stößt mit einem Auto zusammen, randaliert im Hof eines Lokals und legt Verkehr auf Bundesstraße lahm: Diese tierische Odyssee hielt am Montag Bichl in Atem.

In aller Frühe ging es am Montag im Bichler Ortskern rund: „Um 7.45 Uhr erhielten wir die Meldung, dass eine Kuh randalierend durchs Dorf zieht“, berichtet Anton Simmeth von der Kochler Polizei. Als der Kommissar den Bichler Ortskern erreichte, staunte er nicht schlecht. Das Tier hatte auf einer kilometerweiten Tour einigen Schaden angerichtet.

Die tierische Odyssee begann auf einer an der Ludlmühlstraße gelegenen Weide. Zwei Tiere gerieten hier laut Polizei in Panik und rissen den Weidezaun ein. Was der Auslöser für diese Aktion war, ist Simmeth zufolge unklar. Die Tiere sind mit fünf und sechs Jahren eigentlich aus dem stürmischen Jungtieralter heraus. „In direkter Nähe zur Weide steht ein Baukran, vielleicht sind die Tiere von dessen Geräuschen und Bewegungen aufgescheucht worden.“

Eines der beiden Tiere, eine trächtige Kuh, gelangte von der Weide aus auf die Bachstraße. Dort lief sie über mehrere hundert Meter in Richtung Westen bis zur zentralen Kreuzung zwischen Penzberger und Dorfstraße. Dort nahm sie einer 36-jährigen Benediktbeurerin, die mit ihrem Passat auf der Kochler Straße unterwegs war, „die Vorfahrt“, so Simmeth. Die Fahrerin riss ihren Wagen nach links, doch es war zu spät: Die rechte Frontseite kollidierte mit der Kuh, Kotflügel und Scheinwerfer wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Der am Wagen entstandene Schaden wird auf gut 3000 Euro geschätzt.

In seiner Panik suchte das angefahrene Tier in dem an der Kreuzung gelegenen Hof eines Lokals Schutz. Doch auch hier kam sie nicht zur Ruhe, zerstörte zwei Kräutertöpfe und stieß eine Gasflasche um. Wirt Ilias Athanasiadis war äußerst verwundert, als er gut eine Stunde nach den Vorkommnissen den Hof betrat: Zuerst vermutete er hinter der Unordnung das Werk von Betrunkenen. „Aber am Abend davor fanden ja keine Feste oder Feiern statt.“ Immerhin war der Schaden hier übersichtlich, die zerstörten Kräutertöpfe waren schnell weggeräumt.

Nach ihrem Gasthofaufenthalt setzte die Kuh ihren Weg Richtung Westen fort. Von der Dorfstraße kommend muss sie wohl bei St. Georg die Gleise der Bahnstrecke überquert haben. Immer weiter westwärts wandernd gelangte sie schließlich auf die B 472, auf der sie nochmals mehrere hundert Meter in Richtung Sindelsdorf zurücklegte.

Ein Krüner, der sich auf dem Weg zur Arbeit befand, nahm sich des Rindes an. Er begleitete die Kuh zu Fuß auf ihrem Weg über die Bundesstraße, die sie nicht verlassen konnte, weil zu beiden Seiten Zäune standen. Durch beruhigendes Zureden besänftigte der Handwerker das aufgeschreckte Tier. In beiden Fahrtrichtungen kam der Verkehr zum Stocken, zwischenzeitlich folgte eine Schlange von gut 20 Fahrzeugen dem Wiederkäuer und seinem zweibeinigen Begleiter.

Kurz vor der nahe der Loisach gelegenen Parkbucht konnte der Mann das Tier über eine Feldeinfahrt von der Straße führen. Dort kümmerten sich die Polizei sowie der herbeigerufene Besitzer um die ausgebüxte Kuh. Für das Rind endete der Ausflug wohl glimpflich: Bei einer ersten Begutachtung waren keine Verletzungen zu erkennen, die Kuh sowie ihr kommender Nachwuchs scheinen wohlauf.

Markus Henseler

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