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Ministerpräsident Markus Söder hielt die Festansprache.

47 Kompanien in Bichl

Patronatstag der Bayerischen Gebirgsschützen: Söder ehrt seine „Schutzgarde“

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Beim Patronatstag der Bayerischen Gebirgsschützen in Bichl passte alles – vom Wetter bis zum Zuspruch der Zuschauer. Rund 11 000 Besucher kamen.

Bichl – „Eine große Ehre“ sei es für die Gemeinde Bichl, den Patronatstag ausrichten zu dürfen, sagte Bürgermeister Benedikt Pössenbacher am Sonntag in der Begrüßung vor der Feldmesse. Für Bichl eine Premiere „und ein Höhepunkt in unserer fast 1000-jährigen Geschichte“. Eine Premiere war es auch für Martin Haberfellner aus Kochel, der zum ersten Mal in seiner neuen Funktion als Landeshauptmann die rund 4500 Gebirgsschützen aus 47 Kompanien willkommen hieß. „Wir feiern heute das Patronat der Gottesmutter über Bayern.“ Der Schutz des Landes und der Landeskultur sei seit Jahrhunderten aber auch die Aufgabe der Gebirgsschützen. „Bitten wir heute dafür, dass unser Bayern so erhalten bleibt.“

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich alle 47 Kompanien, Spielmannszüge und Musikkapellen auf der Wiese am Ortsrand aufgestellt. Zuvor waren sie in einem langen Kirchenzug vom Festzelt am Hochbichl zum Feld an der Lindenallee marschiert. Der Hochnebel hielt sich zu diesem Zeitpunkt noch hartnäckig. Das war allerdings nicht so schlecht: So standen die tausenden Schützen beim gut eineinhalbstündigen Gottesdienst nicht in der prallen Sonne.

Die Messe hielt der Augsburger Weihbischof Florian Wörner gemeinsam mit Pater Heiner Heim, Pater Karl Geißinger und Diakon Georg Meigel. „Es ist mir eine besondere Freude und Ehre zugleich, den Patronatstag mit Ihnen zu feiern“, sagte Wörner. Seine Predigt hielt er nicht am Rednerpult. Stattdessen nahm er das Mikro in die eine, seinen Bischofsstab in die andere Hand und stellte sich vorne an den Rand der Bühne, um seine Schäfchen besser im Blick zu haben. Wörner sprach über das Thema Heimat. Das heute sei „Heimat pur“, sagte der Weihbischof. Dennoch dürfe man nicht vergessen, „dass unsere eigentliche Heimat der Himmel ist“. Dass Ministerpräsident Markus Söder unter seinen Zuhörern war, nutzte Wörner für ein Lob. Er sei dankbar dafür, dass Söder angeordnet habe, Kreuze in allen staatlichen Behörden aufzuhängen. „Das Kreuz steht für Hoffnung und Leben. Davor muss niemand Angst haben. Es steht für die Errungenschaften, auf denen unsere freiheitliche Ordnung fußt.“ Dafür gab es mitten unter der Predigt Applaus.

Patronatstag der Bayerischen Gebirgsschützen in Bichl: Fotos

Söder selbst hielt sich in seiner Festansprache erfreulich kurz. Die Bayerischen Gebirgsschützen stünden auch für das bayerische Lebensgefühl. „Es ist eine besondere Mischung: Auf der einen Seite Modernität, auf der anderen vergessen wir nicht, wo unsere Wurzeln liegen.“ Dabei propagiere man nicht „Bayern first“, sagte Söder, „wir möchten nur unsere Lebensform und unseren Charakter behalten“. Hier sei „jeder, der zu uns kommt, willkommen. Er möge sich aber bitte an unseren Sitten und Gebräuchen orientieren und nicht umgekehrt.“ Auch dafür gab es Applaus.

Söder: „Bin dankbar und stolz, dass es die Gebirgsschützen gibt“

Er, Söder, sei „dankbar und stolz, dass es die Gebirgsschützen gibt“. Er habe gerade erfahren, dass sie eigentlich seine persönliche Schutzgarde seien, fuhr der Ministerpräsident fort. „Ich komme auf Euch zurück. Es gibt sicherlich bald einen Anlass“, sagte Söder und sorgte damit für einige Lacher.

Dass er die bayerischen Gebirgsschützen immer gut behandeln solle, riet ihm Elmar Thaler, Landeskommandant des Südtiroler Schützenbunds. „Die bayerischen Gebirgsschützen haben viele Verbündete. Die Wertegemeinschaft reicht vom bayerischen Meer bis zum Gardasee.“

Bevor sich die Kompanien im Festzug auf den Rückweg zum Festzelt machten, standen noch Ehrungen an – darunter eine ganz Besondere: Haberfellner ernannte seinen Vorgänger Karl Steininger offiziell zum Ehren-Landeshauptmann. Den abschließenden Dank – vor der Bayernhymne – übernahm der Bichler GSK-Hauptmann Markus Geißler. „Jeder Bichler Schütze ist heute stolz, hier dabei sein zu dürfen.“ Der große Zuspruch zum Patronatstag sei ein „gewaltiges Zeichen“ – auch dafür, „dass die Uhren in Bayern anders, aber richtig gehen“.

Alles Wissenswerte zur Bichler Festwoche gibt es hier.

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