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Trotz Umgehungsstraße rollt nach wie vor viel Verkehr durch Bichl. Die Anwohner an der Penzberger Straße leiden unter dem Lärm, auch weil viele über das Kopfsteinpflaster fahren und nicht darum herum. Sträucher sollen Autofahrer nun animieren, langsamer zu fahren.

Verkehr in Bichl

Protest in Grün

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Wie kann man das Verkehrsaufkommen durch Bichl reduzieren? Der Gemeinderat diskutiert immer wieder darüber. Nun wurde eine weitere Maßnahme beschlossen, auch im Hinblick auf die Sperrung der B 472 im Herbst.

Bichl – Anlass für die erneute Diskussion war die Anfrage eines Bürgers, der an der Penzberger Straße wohnt. Der Schwerlastverkehr nehme zu und sei laut, heißt es in dem Schreiben. Er bat darum, eine Zone 30 einzuführen.

Doch das wird in der Ortsmitte nicht möglich sein. „Ein Jahr lang haben wir darüber diskutiert, hatten Gespräche mit Landratsamt und Polizei“, sagte Bürgermeister Benedikt Pössenbacher. Es gebe rechtlich keine Möglichkeit, hier eine Zone 30 einzuführen. „Und letztlich kann es auch keiner überwachen.“ Problematisch sei zudem das Kopfsteinpflaster, das man damals im Zuge der Dorferneuerung nach der Einweihung der Umgehungsstraße verlegt habe. „Es war planerisch gut gemeint“, sagte Pössenbacher. „Aber es gab von Anfang an Beschwerden.“

Das Kopfsteinpflaster, das optisch für eine Straßenverengung sorgt, sollte Autofahrer eigentlich veranlassen zu bremsen. Doch stattdessen fährt jeder einfach drüber, was noch mehr Lärm für die Anlieger bedeutet. Gleichwohl, sagte Rathauschef Pössenbacher mit Blick auf Neuzugezogene: „Jeder, der sich dort niederlässt, kann auch erahnen, was ihn erwartet.“

An der besagten Stelle an der Penzberger Straße (nördlicher Ortseingang) soll nun aber doch etwas unternommen werden. Die Gemeinde protestiert sozusagen in Grün, genauer gesagt mit Sträuchern, die neu angepflanzt und zur Festigung ringsum mit Pflöcken versehen werden. Durch dieses „Hindernis“, so hofft man, bremsen Autos und Lastwagen ab und fahren dann langsamer. Das würde auch jenen helfen, die versuchen, aus der Bahnhofstraße kommend abzubiegen. „Man muss dort manchmal bis zu sechs Minuten warten“, sagte Pössenbacher.

Zur Aufstellung von rot-weißen Baken konnte man sich nicht durchringen. „Das wirkt sonst wie eine Dauerbaustelle“, erklärte Gemeinderat Michael Eberl.

Die Bichler möchten auch deshalb rasch Maßnahmen ergreifen, weil sie bei der Sperrung der B 472 (vermutlich September/Oktober) mit einem Verkehrskollaps im Dorf rechnen. „Ich denke nicht, dass ein Roche-Mitarbeiter aus Benediktbeuern einen Umweg über Großweil fahren wird“, nannte Pössenbacher in der Bürgerversammlung ein Beispiel. Wo und wie die Sperrungen verlaufen, werde derzeit mit dem Straßenbauamt besprochen, sagte der Bürgermeister. „Es darf nicht sein, dass dann der ganze Verkehr durch Bichl rollt.“

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