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Gefahrenstelle: Der unbeschrankte Bahnübergang unterhalb der Bichler Kirche ist nur mit Andreas-Kreuzen gesichert. Ab sofort dürfen nur noch landwirtschaftliche Maschinen über das Gleis fahren.

Regelung am Bahnübergang

Zug-Hupe bringt Bichler um den Schlaf

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Bichl –  Der unbeschrankte Bahnübergang nahe der St. Georgskirche sorgt für Kopfzerbrechen im Bichler Gemeinderat. Die Eisenbahnkreuzung darf jetzt nur noch von landwirtschaftlichen Maschinen überfahren werden.

Gleich drei Bahnübergänge zählt die kleine Gemeinde Bichl: an der Bundesstraße 11, an der Falakstraße und eben am Bühel. „Da fahren nur wenige drüber“, glaubte Bürgermeister Benedikt Pössenbacher bis vor Kurzem. Die Deutsche Bahn hat ihn eines Besseren belehrt. Eine Verkehrszählung der DB habe ergeben, dass täglich 270 Fahrzeuge das Gleis unterhalb der Kirche passieren. Deshalb hat der für das „Karwendelnetz“ zuständige Mitarbeiter angeordnet, dass ab sofort jeder Zug vor dem Übergang hupen muss (wir haben berichtet).

Pössenbacher informierte darüber nun am Dienstag den Gemeinderat. „Das ist eine brutale Beinträchtung für die Anlieger“, sagte der Rathauschef. Der Lokomotivführer müsse laut Vorschrift vor Überfahrt der Straße drei Sekunden lang hupen – ob morgens um 5 Uhr oder spät in der Nacht. „Das zehrt an den Nerven der Bürger neben den Bahngleisen.“ An der Vorschrift führe aber kein Weg vorbei. Nur bei unbeschrankten Bahnübergängen mit weniger als 100 Fahrzeugbewegungen täglich könne auf das Hupen verzichtet werden, sagte Pössenbacher. „Was können wir tun?“, fragte der Bürgermeister die Gemeinderäte. Beim Ortstermin vor einer Woche seien verschiedene Möglichkeiten diskutiert worden. Demnach habe man sowohl über eine Einbahnstraßenregelung nachgedacht als auch über eine Abstufung des Bahnübergangs zum Fußgängerüberweg. Die sicherste Lösung sei eine Schranke, sagte Pössenbacher. Die Kosten dafür beliefen sich auf mindestens 600 000 Euro. „Ein Drittel müsste die Gemeinde übernehmen.“ Bis es zur Verwirklichung der Pläne käme, würden nach Einschätzung des Bürgermeisters mindestens zwei Jahre vergehen.

Bereits seit gestern darf die Straße nurmehr von landwirtschaftlichen Maschinen befahren werden. Darauf hat sich der Gemeinderat am Dienstag mit 10:1 Stimmen geeinigt. Denn insbesondere ein Bauer ist auf diese Verbindung angewiesen, sagte der Bürgermeister. „Alle anderen können auch ausweichen“, so Gemeinderat Xaver Bauer. Pössenbacher hat veranlasst, dass der Bauhof entsprechende Schilder aufstellt.

Zudem wird die Gemeinde am Bahnübergang ihr Geschwindigkeits-Messgerät aufbauen. „Weniger um das Tempo der Verkehrsteilnehmer zu messen, sondern um die Anzahl der Fahrzeuge festzuhalten und zu dokumentieren“, so der Bürgermeister. Er hofft nun auf weitere Informationen beim Ortstermin am kommenden Freitag. Dann will sich der Gemeinderat möglichst bald noch einmal mit dem Thema Bahnübergang befassen.

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