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Marita Girnus möchte eine Osteoporose-Selbsthilfegruppe gründen und sucht Mitstreiter. Foto: Pröhl

Selbsthilfegruppe für Osteoporose-Patienten geplant

Gemeinsam gegen den Schmerz

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Bichl - Im Loisachtal und sowie für den Raum Penzberg und Murnau ist für Anfang April die Gründung einer Selbsthilfegruppe für Osteoporose-Patienten geplant. Marita Girnus sucht dafür noch Mitstreiter.

Bichl – Osteoporose ist eine Knochenkrankheit, die im Volksmund auch „Knochenschwund“ genannt wird. 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen. In Deutschland sind etwa acht Millionen Frauen und Männer erkrankt – und eine davon ist Marita Girnus. Die Diagnose traf sie wie ein Blitz aus heiterem Himmel. „Ich weiß erst seit einigen Monaten, was das eigentlich bedeutet“, sagt die 65-Jährige.

Es begann vor gut einem Jahr. Girnus hatte eine hartnäckige Erkältung mit starkem Husten. Anschließend hatte sie schlimme Rückenschmerzen. Bei einer Röntgenuntersuchung stellte man tatsächlich Brüche fest, und die folgende Knochendichte-Messung ergab: Girnus leidet an Osteoporose.

Bei der Krankheit ist das Skelett betroffen. Die Knochen verlieren an Festigkeit und können leichter brechen. Osteoporose wird häufig bei Frauen nach den Wechseljahren diagnostiziert.

„Die Schmerzen waren unglaublich schlimm“, berichtet Girnus. Sie bekam starke Schmerzmittel, die nur schwer zu vertragen waren. In der Folge musste Girnus, die bis dahin 50 Jahre als selbstständige Frisörmeisterin in der Nähe von Heidelberg gearbeitet hatte, ihren Beruf aufgeben. Seit ein paar Monaten lebt sie bei ihrer Tochter und deren Familie in Bichl.

Mittlerweile weiß Girnus, wie sie mit der Krankheit umgehen muss. Schmerzen hat sie noch immer, wenngleich jetzt anders. Und Bewegung tut ihr gut. Doch ohne Schmerzmittel geht es nicht.

Erleichterung und Hilfe brachten ihr vor allem eine Reha am Tegernsee und regelmäßige Krankengymnastik. Zudem trägt Girnus eine „Orthese“, eine Stütze für die Wirbelsäule, die ihr zum Beispiel bei längerem Stehen hilft. Denn Girnus will trotz der Krankheit am sozialen Leben in ihrer neuen Heimat teilnehmen und einen Freundeskreis aufbauen. Die 65-Jährige singt schon in mehreren Chören.

„Es wäre schön, wenn man sich regelmäßig unter Gleichgesinnten austauschen könnte“, sagt Girnus. Die nächste professionelle Selbsthilfe-Gruppe gibt es im Norden von München. „Der Weg ist einfach zu weit“, sagt sie.

Deshalb möchte Girnus in Zusammenarbeit mit dem Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose eine solche Gruppe aufbauen. Sie wird unter dem Ortsnamen „Bichl/Benediktbeuern“ laufen, aber beteiligen können sich Menschen aus der ganzen Region – also nicht nur aus dem Tölzer Landkreis, sondern auch aus Penzberg oder dem Raum Murnau.

Girnus hat deshalb für Freitag, 1. April, eine Info-Veranstaltung im Bichler Rathaus organisiert. Es kommen zwei Fachleute vom Selbsthilfeverband, die Hintergründe zur Krankheit erklären und auch über vorbeugende Maßnahmen sprechen. Denn gerade gegen Osteoporose kann schon in jungen Jahren sehr viel unternommen werden – mit Bewegung und entsprechender Ernährung, etwa mit vielen Kalzium-Produkten. Ist die Krankheit aber erst einmal ausgebrochen, ist es dafür schon zu spät.

„Um die Selbsthilfegruppe zu gründen, müssen sich mindestens sieben Personen finden“, erklärt Girnus. Man muss Mitglied im Verband werden, was 30 Euro im Jahr kostet. Dafür sind die folgenden Treffen kostenlos, und man hat eine Unfallversicherung inklusive.

Girnus schwebt vor, dass man sich dann einmal in der Woche abends (geplant: mittwochs, 19 Uhr, Dauer: eine Stunde) im Kindergarten trifft. Die Gemeinde hat die Nutzung schon zugesagt. Dort werden dann mit einer Physiotherapeutin, die für Osteoporose geschult ist, besondere Übungen gemacht. Eine Krankengymnastin aus Bichl hat Girnus dafür schon gewonnen. Außerdem kann man sich bei den Treffen austauschen, etwa über Behandlungsmethoden, Reha oder Medikamente. Der Bundesverband steht zudem für alle Fragen zur Verfügung.

Weitere Infos

Fragen zum Thema beantwortet Marita Girnus per Mail an marita.girnus@ gmx.de oder unter Telefon 0 88 57/6 97 66 07. Das Info-Treffen findet am Freitag, 1. April, bereits um 17 Uhr im Bichler Rathaus statt.

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