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Die Fichte war der Baum des Jahres 2017.

Naherholung

Sicherheit im „Dreiländereck“

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Der Bau eines Weges im Wald ist eine Angelegenheit, die man sorgsam abwägen muss, und die stets mit großem öffentlichen Interesse verfolgt wird. Auf Bichler Flur wird im neuen Jahr im Bereich Windpäßl ein Schlepperweg „Obere Au“ gebaut.

Bichl– Der Bau eines Weges im Wald ist eine Angelegenheit, die man sorgsam abwägen muss, und die stets mit großem öffentlichen Interesse verfolgt wird. Auf Bichler Flur wird im neuen Jahr im Bereich Windpäßl ein Schlepperweg „Obere Au“ gebaut. Der Gemeinderat beschloss nun die Übernahme der Bauträgerschaft.

Das Areal liegt zwischen Krumm- und Lochergraben. Der sogenannte Rückeweg zweigt von der Windpäßl-Forststraße ab und führt von dort zirka einen Kilometer nach unten in das betroffene Gebiet. Mit der Maßnahme sollen zirka 15 Hektar Wald erschlossen werden.

Allerdings: „Der Weg ist nicht neu“, betont Robert Göbl, Vorstand der Bichler Waldgenossenschaft. Diese hatte den Antrag eingereicht. Laut Göbl besteht hier schon seit Jahrzehnten ein Rückeweg. Das Wort Rückeweg ist ein historischer Begriff. Er bezeichnet den Weg, auf dem früher mit Hilfe von Ochsen und Pferden das Holz aus dem Wald geholt wurde. Dieser Weg soll nun für moderne Fahrzeuge befahrbar gemacht werden, erklärt Göbl. „Das heißt, er wird bekiest.“

Derzeit ist der Weg zirka 2,50 Meter breit, der neue soll etwa drei Meter breit sein. „Wir werden zu 95 Prozent auf dem alten Wegverlauf bleiben.“ Es müsse nichts gerodet werden, betont Göbl. Der Weg werde definitiv nicht bis ins Tal führen. „Dafür ist es dort viel zu steil.“ Zu Beginn wird ein Sackgassen-Schild Wanderer und Mountainbiker darauf hinweisen. Der Vorstand hofft, dass sich möglichst alle, die in der Natur unterwegs sind, daran halten. „Es ist ein Bereich, in dem das Wild noch seine Ruhe hat.“

Das Gebiet ist Mischwald mit Fichten, Tannen und Ahorn-Bäumen. „Das gesamte Gebiet ist Schutzwald.“ Der verbesserte Weg solle auch dazu dienen, die Nadelbäume besser auf Borkenkäfer kontrollieren zu können. „Gegebenenfalls müssen wir mal einzelne Bäume entnehmen.“ Es werde in diesem Bereich aber kein Kahlschlag stattfinden, sagt der Vorstand. 80 Prozent der Waldarbeiten werden im Winter stattfinden. 90 Prozent der Baukosten werden vom Freistaat gefördert. „Die restlichen Kosten werden auf die Anlieger umgelegt“, sagt Göbl. Zwölf Waldgenossen haben entlang des Wegs Flächen. Der Gemeinderat beschloss nun mit einer Gegenstimme, die Bauträgerschaft zu übernehmen.

Die Räte trafen in der Sitzung auf Antrag der Waldgenossen noch eine andere wichtige Entscheidung. Der Langenteilweg wird öffentlich gewidmet. Das heißt, bei Schadensfällen, etwa Mountainbike-Unfällen, greift die Versicherung der Gemeinde. Der Langenteilweg liegt im „Dreiländereck“ (Göbl) Bichl, Bad Heilbrunn und Wackersberg. „Er wird stark von Erholungssuchenden frequentiert“, sagt Göbl. Mit der Widmung übernimmt die Gemeinde auch die Baulast. „Hier wird nichts ausgebaut“, sagte Bürgermeister Benedikt Pössenbacher in der Gemeinderatssitzung auf die Frage von Michael Eberl.

Hohe Kosten muss die Gemeinde deshalb nicht befürchten. Ausgaben für Unterhaltsmaßnahmen können nämlich bis zu 75 Prozent auf die Anlieger umgelegt werden, und bei Schadensereignissen springt mit 90 Prozent der Freistaat ein.

Der Beschluss, den Weg zu widmen, fiel einstimmig. Den Waldgenossen war dies ein wichtiges Anliegen, vor allem wegen der Versicherungsfrage. Als Vorbild nannten sie die Gemeinde Wackersberg, die solche Widmungen mit Nachdruck verfolge.

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