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Den unbeschrankten Bahnübergang nahe der Bichler Kirche dürfen künftig nur noch land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge überqueren. 

Sonderregelung am Bühel

Nur Landwirte dürfen Übergang passieren

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Bichl – Der Bichler Bahnübergang am Bühel ist ab Freitag wieder geöffnet – aber nur noch für Landwirte. Das ist das Ergebnis einer Sonderverkehrsschau. Die Gemeinde appelliert an alle, dies zu beachten. Wird die Obergrenze für Fahrzeuge auch nur einmal überschritten, beginnen die Züge sofort wieder zu pfeifen.

Es ist die einzige Chance, und sie steht auf tönernen Füßen: Der unbeschrankte Bahnübergang am Bühel in Bichl wird ab Freitag für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr freigegeben. Damit will die Gemeinde den Bauern ermöglichen, unkompliziert zu ihren Flächen ins Moos zu gelangen. Die Obergrenze von 100 Fahrzeugen am Tag darf nicht überschritten werden.

Das wurde bei einer Sonderverkehrsschau am Dienstagnachmittag vereinbart. Bei dem Treffen, das überraschenderweise sehr schnell stattfand, beratschlagten Vertreter von Landratsamt, Polizei, Bahn, Eisenbahnbundesamt und Gemeinde die Situation. Messungen der Bahn hatten vor Kurzem ergeben, dass täglich mehr als 270 Fahrzeuge den kleinen Übergang nahe der Kirche passieren. Das sind zu viele für einen Übergang ohne Schranke – folglich muss jeder Zug vor der Überquerung einen Signalton (Pfeifen) absetzen. Das ist eine Sicherheitsvorschrift der Bahn. Den Anwohnern hatte das Pfeifen die Nerven geraubt.

Schafft man es, die Obergrenze von 100 Fahrzeugen einzuhalten? Selbst die Bahn ist skeptisch: Bei der Sondersitzung des Gemeinderats vor zwei Wochen sagte ein Bahnangestellter, dass es 80 Prozent der betroffenen Gemeinden nicht schaffen würden.

In Bichl hofft man nun, zu den erfolgreichen 20 Prozent zu gehören, denen das gelingt. In der Sitzung am Dienstag appellierten Bürgermeister Benedikt Pössenbacher und die Gemeinderäte eindringlich an alle Autofahrer, diesen Übergang nicht mehr zu benutzen. „Denn 100 Fahrzeuge sind schnell erreicht“, sagte Pössenbacher. „Ich bitte auch alle Landwirte, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind, diesen Bahnübergang nicht zu benutzen.“ Die Überfahrt sei nur für den landwirtschaftlichen Zweck bestimmt. „Sackgassen“-Schilder weisen die Autofahrer schon jetzt darauf hin. „Sie werden auch zur Kenntnis genommen, viele drehen um“, hat Helmut Oppel beobachtet.

Die Problematik ist in Bichl und Umgebung nun bekannt, doch bei Auswärtigen nicht. Vor allem bei großen Beerdigungen, so fürchtet Pössenbacher, werde dieser Bahnübergang zum Friedhofsparkplatz stark frequentiert. Die Gemeinde überlegt, wie man den Übergang dann einfach mal komplett sperren kann.

Denn: Die Bahn wird die Stelle regelmäßig überwachen. Wird die Obergrenze von 100 Fahrzeugen auch nur einmal überschritten, beginnt die Bahn unverzüglich mit dem Pfeifen – „und das ist endgültig. Einen Freischuss haben wir nicht“, sagt Pössenbacher. Markus Geißler schlug vor, eine große Info-Tafel aufzustellen, um auf die Situation hinzuweisen.

Fußgänger und Radler werden übrigens nicht mitgezählt, aber Mofafahrer. Nun bleibt abzuwarten, ob die Maßnahme von Dauer ist. Die Gemeinde wird im Sommer mit der Bahn generell über ein Gesamtkonzept für die drei Übergänge und über Wege für Landwirte beraten.

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