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Die Bichlerin Rita Aures (li.) wird den Handarbeitstreff weiterführen. Derzeit lernt sie von Eva Gerl (re.) noch einige besondere Arbeitstechniken. Die 82-jährige Gerl hat ein großes Wissen. Zurzeit sind beide Frauen in der Spinnstube anzutreffen. 

Nachfolgerin gefunden

In der Spinnstube kann’s weitergehen

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Das ist eine gute Nachricht aus Bichl: Nach dem Bericht in unserer Zeitung hat Eva Gerl (82) nun eine Nachfolgerin für die Spinnstube gefunden. Auch Rita Aures (62) hat eine Leidenschaft fürs Handarbeiten.

Bichl– Die Spinnstube ist ein Projekt, das in der Region seinesgleichen sucht: Hier, in einem eigenen Raum im Rathaus, kann man nicht nur selbst Handarbeiten, sondern auch zum Lernen und Ausprobieren verschiedener Techniken kommen. Und wer mal kurz Hilfe braucht, etwa beim Flicken von Hosen oder Reparieren eines Reißverschlusses, ist ebenfalls willkommen.

Um all’ das kümmert sich Eva Gerl (82) seit mehr als 20 Jahren – für Gotteslohn. Als Dank freut sie sich über eine kleine Unterstützung im Alltag, etwa in Form einer Mitfahrgelegenheit. „Gegenseitige ehrliche Hilfe ist doch unbezahlbar“, sagt die 82-Jährige. In der Spinnstube sitzt die gelernte Beschäftigungstherapeutin jeden Dienstag und Donnerstag von 15 bis 17 Uhr. Doch in den vergangenen Monaten war das nicht immer leicht, deshalb machte sich Gerl auf die Suche nach einer Nachfolgerin. Nach dem Bericht in unserer Zeitung meldete sich Rita Aures. Sie hat ebenso wie Gerl eine Leidenschaft fürs Handarbeiten, wohnt nur wenige Meter vom Rathaus entfernt und ist seit Kurzem im Ruhestand. „Ein Glücksfall“, schwärmt Gerl.

Nachdem sie sich nun kennengelernt und ausgetauscht haben, erklärte Aures sich bereit, die Spinnstube zu übernehmen. Die 62-Jährige arbeitete beim Pharmazie-Unternehmen Roche und hatte schon als Angestellte in ihrer Freizeit „immer was zum Handarbeiten daliegen“. Am liebsten strickt sie, vor allem Trachtensachen. „Ich strick sogar als Beifahrerin im Auto oder beim Frisör“, sagt die Mutter von zwei erwachsenen Kindern und Oma von zwei Enkelkindern schmunzelnd. Auch Sticken und Nähen machen Aures großen Spaß, jüngstes Projekt ist eine Tragetasche aus recycelten Kaffeeverpackungen.

Weitere Techniken lernt Rita Aures gerade von Eva Gerl, etwa Klöppeln und Spinnen. „Es ist unglaublich, welche Techniken Eva Gerl alle beherrscht“, sagt Aures anerkennend und meint lächelnd. „Da sieht man mal, wie Handarbeiten jung hält.“

Apropos: Aures freut sich, dass Stricken, Häkeln und Nähen bei jungen Frauen wieder ziemlich im Trend liegen. Moderne Medien, etwa Videos bei YouTube, sind Aures nicht fremd. „Aber dann kommt doch mal der Punkt, wo man jemanden fragen muss“, sagt sie lächelnd.

Aures engagiert sich wie Gerl ehrenamtlich. „Es ist schön, dass auch die Gemeinde so hinter diesem Projekt steht“, sagt Aures. Diese übernimmt weiterhin die Strom- und Heizkosten. „Ich freue mich, dass der beliebte Handarbeitstreff weitergeht“, sagt Bürgermeister Benedikt Pössenbacher. „Es ist doch auch ein Kommunikationstreffpunkt von Jung und Alt, und das schon seit Jahren. Bereits im alten Rathaus an der Sindelsdorfer Straße war die Spinnstube integriert.“

Der Treffpunkt steht jedermann offen – egal, ob groß oder klein, jung oder alt, in Bichl wohnend oder nicht. Eva Gerl hat sogar schon Urlaubern weitergeholfen. Besucher können selbst ihre Sachen mitbringen oder auf die fein säuberlich sortierten Utensilien zurückgreifen, wenn sie etwas ausprobieren möchten. Derzeit trifft man in der Spinnstube beide Frauen an, denn Eva Gerl geht es gesundheitlich wieder besser.

Öffnungszeiten

Die Spinnstube hat weiterhin jeden Dienstag und Donnerstag von 15 bis 17 Uhr geöffnet (Eingang auf der rechten Seite am Rathaus).

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