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Unverhofft Landessiegerin: Lisa-Maria Huppenberger aus Bichl gewinnt mit ihrem Gesellenstück Wettbewerb

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Von: Katja Brenner

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Kann zurecht stolz auf ihr Werk sein: Lisa-Maria Huppenberger mit ihrem Gesellenstück in der Lenggrieser Tracht- und Lodenstubn.
Kann zurecht stolz auf ihr Werk sein: Lisa-Maria Huppenberger mit ihrem Gesellenstück in der Lenggrieser Tracht- und Lodenstubn. © arp

Gleich das Gesellenstück ein voller Erfolg: Lisa-Maria Huppenberger aus Bichl hat mit ihrer Arbeit sogar den Landeswettbewerb der Maßschneider für sich entschieden.

Bichl/Lenggries – Es gibt wohl kaum etwas Schöneres für Lehrlinge, als wenn gleich das Gesellenstück auf viel positive Resonanz stößt – und vielleicht sogar einen Preis gewinnt. Darüber durfte sich Lisa-Maria Huppenberger aus Bichl jetzt freuen. Die 21-Jährige arbeitet in der Lenggrieser Tracht- und Lodenstubn und hat bei Schneidermeisterin Elisabeth Ertl ihre Lehre gemacht.

Huppenberger trat mit ihrer Abschlussarbeit in der Kategorie Maßschneider, Schwerpunkt Herrentrachtenschneider, beim Landeswettbewerb der Handwerkskammer an – und gewann. „Als Gesellenstück fertigte sie eine sehr anspruchsvolle historische Trachtenjoppe mit außergewöhnlichen Details“, sagt Ertl über das Werk ihrer Auszubildenden.

Nach Bezirksebene auf Landesebene durchgesetzt

Der Weg zum Landeswettbewerb Ende Oktober in Augsburg war ein weiter, denn nach der Gesellenprüfung war die Bezirksebene die erste Hürde, die Huppenberger nehmen musste. Dort wird nämlich der Innungssieger von München und Oberbayern gekürt, nur die Bezirkssieger kommen weiter in den Landeswettbewerb. Den Kammersieg von München und Oberbayern sicherte Huppenberger sich schon im September. Und rund einen Monat später eben auch noch den Landessieg.

„Ich hatte nicht damit gerechnet“, sagt Huppenberger mit hörbarer Freude. „Das ist schon was Besonderes.“ Dass ihr Gesellenstück eine historische Trachtenjoppe wurde, hat seinen Grund. „Wir arbeiten ja auch viel mit Schützen“, sagt Huppenberger über ihre Inspiration.

Ihre Trachtenjoppe ist natürlich etwas eleganter als eine gewöhnliche Trachtenjoppe, es stecken viele Stunden liebevoller Handarbeit darin. Sie ist aus einem feinen blauschwarzen Wollstoff, mit Sakkokragen statt Stehkragen, Stickereien auf dem Rücken und zweireihiger Knopfleiste mit handgemachten Posamentenknöpfen. Posamentenknöpfe bestehen aus einem Holzrohling und werden mit Faden umwickelt.

Durch ein Praktikum in die Schneiderei gekommen

Dass es Huppenberger zu Ertl in die Maßschneiderei verschlagen hat, war ein Glücksfall. „Ich wollte am Anfang ganz was anderes machen“, berichtet Huppenberger von der Zeit nach der Realschule. Es zog sie eher in einen Männerberuf, sie spielte mit dem Gedanken, Industriemechanikerin zu werden, sagt sie im Gespräch mit dem Kurier. Genäht hat sie jedoch schon immer gern. Das begann etwa mit zwölf Jahren, als sie manche ihrer Dirndl umgeändert, andere gleich komplett selbst genäht hat. In ihrer Freizeit spielt die 21-Jährige zudem Harfe und ist bei der Freiwilligen Feuerwehr, „ansonsten nähe ich“.

Huppenberger war für ein Praktikum bei Ertl, die sie anschließend als Lehrling genommen hat. „Das war eher spontan, aber das war das Richtige“, sagt die Landessiegerin. Seit September 2018 half sie fleißig in der Trachtenstube mit, im Juli hatte sie ihre letzte Abschlussprüfung.

Dem Abschluss hat sie mit dem Landessieg nun die Krone aufgesetzt. „Man ist natürlich ein bisschen stolz auf sich selber“, sagt Huppenberger. Die Preisverleihung blieb ihr durch und durch positiv im Gedächtnis. Denn die Landessieger bekamen zum Teil ihre Urkunden von Ministerpräsident Markus Söder verliehen, durch die Veranstaltung führte Sportmoderator Markus Othmer, der, wie Huppenberger erzählt, souverän und sympathisch durch die Preisverleihung moderierte, selbst als der Ministerpräsident früher wegmusste und die Ehrungen doch etwas länger dauerten als angedacht.

Die Preisverleihung moderierte Markus Othmer, der sich sichtlich für Huppenberger freute.
Die Preisverleihung moderierte Markus Othmer, der sich sichtlich für Huppenberger freute. © privat

Zum Schluss, als sich alle für ein Gruppenfoto aufstellten, stand Othmer direkt neben Huppenberger und sie dachte sich: „Das lass ich mir nicht nehmen“, und fragte ihn nach einem gemeinsamen Foto.

Wer weiß, vielleicht findet das Bild ja bald auch in der Lenggrieser Tracht- und Lodenstubn ein Plätzchen an der Wand, als Erinnerung an die von Erfolg gekrönte Lehre. „Ich hoffe, dass ich noch ein paar Jahre bleiben darf“, sagt Landessiegerin Huppenberger. Ihre Chancen stehen gut. Als stolze Chefin hat Schneidermeisterin Ertl sie natürlich übernommen.

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