Unter den 41 Todesopfern des Zugunglücks von Warngau waren auch drei Tölzer, zwei Hohenburger Schülerinnen und eine Lenggrieserin. Foto: Archiv

Bilder des Grauens wirken bis heute nach

Bad Tölz-Wolfratshausen - Am 8. Juni 1975 stießen zwischen Warngau und Schaftlach zwei Eilzüge frontal zusammen. Unter den 41 Toten waren drei Tölzer und eine Lenggrieserin.

Das Zugunglück, das sich an einem Sonntagabend gegen 18.30 Uhr ereignete, löste im ganzen Landkreis lähmendes Entsetzen aus. Unter den 41 Toten waren die 65-jährige Berta Hornberger aus Lenggries sowie die Tölzer Manfred Jonas (28), Franz Peterek (78) und Andreas Rottenwallner (83).

Die Erinnerungen gehen Franz Rottenwallner, dem Sohn eines der Verunglückten, bis heute nah. „Der Vater ist meist samstags und sonntags nach München gefahren“, schildert er. Doch als Franz an jenem 8. Juni 1975 am Tölzer Bahnhof stand, um den Papa, einen weithin bekannten, trotz seines Alters unternehmungslustigen Viehhändler, abzuholen, traf der Zug nicht ein.

„Später habe ich im Radio von dem Unfall gehört“, schildert Franz Rottenwallner. „Ich bin dann gleich rübergefahren zur Unfallstelle, aber da war alles abgesperrt, man ist gar nicht hingekommen.“ Erst nach einer schlaflosen Nacht voll quälender Ungewissheit erhielt die Familie am folgenden Tag die Nachricht, dass der Vater unter den Todesopfern war.

In aller Frühe mussten Franz und sein - inzwischen verstorbener - Bruder August nach Warngau fahren, um die Leiche zu identifizieren. Die Allerheiligen-Kirche hatte sich in eine Leichenhalle verwandelt. Franz Rottenwallner bekam das Bild nie aus dem Kopf. „Ich habe gesehen, dass ihm ein Fuß abgerissen war.“

Mit Schaudern denken viele Menschen daran zurück, dass in Warngau auch zwei 13 und 18 Jahre alte Mädchen aus München ums Leben kamen, Hohenburger Schülerinnen. Sie waren unterwegs in Richtung Lenggries, gemeinsam mit sieben Kameradinnen, die mit Verletzungen davonkamen. Sechs weiteren St.-Ursula-Schülerinnen rettete vermutlich der Fehler einer Lehrerin das Leben: Sie hatte freitags irrtümlich bekannt gegeben, dass am Montag die erste Stunde ausfalle. Die Mädchen hatten daraufhin beschlossen, erst am folgenden Tag in die Schule zurückzukehren.

(Andreas Steppan)

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