Das Binder-Bräu-Logo: Entworfen wurde es von Binders Vater Wilhelm. Der Kraxenträger bringt die Volkskunst in den Markt Tölz. Hopfen und Gerste stehen fürs Tölzer Brauwesen.

Binder-Bräu: Bald beginnt der Bau

Bad Tölz - Andreas Binder ist guten Mutes, dass in 14 Tagen die Arbeiter anrücken können: Am Vichyplatz soll das „Tölzer Brau & Volkskunsthaus“ entstehen. Die Wirtschaft soll im Herbst starten.

Das ehemalige „Haus an der Sonne“ gegenüber dem Alpamare war Kurpension, Konditorei und Café. Zuletzt logierte dort ein griechisches Restaurant. Ende 2012 erwarben Monika Weber-Binder und ihr Mann Andreas Binder das gut 100 Jahre alte Anwesen, um ganz in privater Verantwortung eine neue Touristen-Attraktion im Badeteil zu schaffen. Das Haus soll unter anderem ein Museum für Volkskunst werden.

Die Familie Binder kann dabei auf ein riesiges Reservoir an Sammlungsgegenständen aus dem Besitz von Schwiegervater Hans Weber zurückgreifen. Weber stammt aus einer alten Tölzer Kupferschmied-Dynastie.

Roter Faden des Museums ist das Brauwesen. Ein einzigartiges Zinnfiguren-Diorama soll etwa 6000 Jahre Braugeschichte bildlich fassbar machen. In einer nachgebauten Schäfflerei können sich Besucher über das fast vergessene Handwerk des Fass- und Trogmachers informieren.

Die Schauräume im ersten und zweiten Stock des Anwesens kommen aber erst im zweiten Bauabschnitt an die Reihe. Vorrangig ist für Andreas Binder und seine „Tölzer Brau & Volkskunst GmbH“ die Brauerei und die Wirtschaft, die im Parterre einziehen. In zwei Wochen wird zum Herderpark hin mit dem Keller- sowie Anbau begonnen, in dem künftig eine Schaubrauerei mit Sudhaus, Würzekühlung, fünf 1000-Liter-Ausschanktanks sowie neun Lagertanks (je 2000 Liter) stehen werden. Der Binder-Bräu wird die zweite Tölzer Brauerei der Neuzeit sein und alle gängigen Sorten in Bügelflaschen anbieten. Der Braumeister ist schon gefunden. Der Mann stammt aus der Umgebung, ist aber noch angestellt. Binder kann deshalb seinen Namen noch nicht nennen.

Das gilt auch für den Restaurantleiter, der künftig den Gaststättenbetrieb managen wird. Obwohl die Wirtschaft erst im Herbst eröffnet, hat Binder bereits zahlreiche Anfragen von Interessenten, die gerne bei ihm arbeiten wollen. Auch nicht unwichtig: In Brauerei, Gaststätte und Museum wird es zehn neue Arbeitsplätze geben. In der Wirtschaft soll alpenländnische Küche angeboten werden. Und auch hier soll der rote Faden erkennbar sein. Binder erzählt von der Suche nach alten Rezeptbüchern und Ideen, wie man das Thema Bier auch gastronomisch umsetzen kann.

Das Haus soll zum Vichyplatz hin einen Biergarten mit rund 200 Plätzen erhalten. Im rückwärtigen Teil wird wieder begrünt werden, beruhigt Binder besorgte Nachbarn. Einige Buchen habe man wegtun müssen, es soll aber Ersatzpflanzungen geben. Es werde auch ein kleiner Kräutergarten für die Küche angelegt.

(chs)

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